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S3-Leitlinie Bipolare Störungen

Erste evidenz- und konsensbasierte Leitlinie zur Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen für Deutschland


Der 2007 begonnene, sehr arbeits- und zeitintensive Prozess zur Erstellung der Leitlinie zur Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen wurde im Mai 2012 abgeschlossen. Das Ergebnis kann auf dieser Website eingesehen werden und steht auch zum Download als PDF-Datei bereit.

Die Leitlinie wurde von der DGBS in Zusammenarbeit mit der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde) und mit Unterstützung durch die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) entwickelt. Dass hierbei auch zahlreiche Betroffene und Angehörige als Vertreter entsprechender Organisationen von Beginn an aktiv in den Erstellungsprozess mit einbezogen wurden, dürfte ein Novum in der nationalen und internationalen Leitlinienentwicklung und hoffentlich auch richtungsweisend sein.

Was bedeutet S3?

Eine S3-Leitlinie bezeichnet die höchste Stufe einer Leitlinienentwicklung, dieses Niveau entspricht damit höchsten Ansprüchen, die heute auch international einheitlich definiert sind. Eine Leitlinie der Stufe S1 stellt weitgehend Meinungen einer häufig eher kleinen Expertengruppe dar. Bei der Stufe S2 erfolgt entweder eine formale Evidenzrecherche oder eine formale Konsensfindung. Die höchste Entwicklungsstufe S3 verknüpft fünf Elemente der systematischen Leitlinienentwicklung:

  1. Logik
  2. Evidenzbasierung
  3. Konsensus
  4. Entscheidungsanalyse (wo notwendig und umsetzbar)
  5. Outcome-Analyse

Evidenzbasiert heißt dabei, dass alle verfügbaren wissenschaftlichen Ergebnisse kritisch diskutiert werden und je nach Belastbarkeit zur Leitlinienentwicklung herangezogen werden oder nicht.

Konsensbasiert bedeutet, dass nach dieser kritischen Sichtung der verfügbaren Studienergebnisse diese in einem gemeinsamen Prozess der Entscheidungsfindung gewichtet und daraus verschiedene Empfehlungsgrade für die jeweiligen Therapieansätze abgeleitet werden.

Leitlinien - wozu?

Eine Leitline ist keine Richtlinie, sondern sie dient dazu, das umfangreiche Wissen zu definierten Versorgungsfragen zu werten, gegensätzliche Standpunkte zu klären und das derzeitige Vorgehen unter Abwägung von Nutzen und Risiken zu definieren. Das angestrebte Ziel ist eine Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Bipolaren Störungen.

Weiterentwicklung

Mit der Veröffentlichung ist die Arbeit an der Leitlinie nicht abgeschlossen, denn die Entwicklung der Medizin schreitet unablässig fort. Deshalb wird die Leitlinie in regelmäßigen Abständen auf Aktualität hin überprüft und gegebenenfalls an die neuen Erkenntnisse angepasst, um diesem Fortschritt Rechnung zu tragen. Die jeweils aktuellste Version der Leitlinie zu Bipolaren Störungen finden Sie auf der oben angegebenen Website.

DGBS-Pressemitteilung zur Veröffentlichung der Leitlinie

Manuskript der WDR5-Rundfunksendung "Leonardo - Wissenschaft und mehr", gesendet am 7. 9. 2012. Das damalige DGBS-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Dr. Michael Bauer äußert sich zu Inhalt und Entstehung der Leitlinie.

Podcast dieser Sendung Der Beitrag beginnt bei 20'30"

Pressebericht zur S3-Leitlinie, veröffentlicht am 2. 8. 2012

Sehr ausführlicher Artikel zum Download als PDF-Datei aus der Zeitschrift "Der Nervenarzt" (Springer), Ausgabe 5/2012

 

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