Herzlich willkommen,
User

Menu

Newsletteranmeldung

Wir halten Sie kostenlos immer auf dem Laufenden!


Bericht des Vorstands 2015 (Auszüge)  

anlässlich der Mitgliederversammlung am 16. September 2016 in Chemnitz


Der Bericht des Vorstands umfasst die Themen:

  1. Entwicklung der Mitgliederzahlen
  2. Bericht aus der Vorstandsarbeit   
  3. Berichte aus den Referaten
  4. Forum
  5. Psychoedukations-Website
  6. DGBS Beratungsangebote (Telefon, Mail, Skype)
  7. Politische Arbeit der DGBS
  8. DGBS Publikationen
  9. Personalien
  10. Aretäus-Preis 2016
  11. Jahrestagung 2017
  12. Ehrenamtliche Mitarbeit, Danksagungen

1. Entwicklung der Mitgliederzahlen

Derzeit, zum Stand vom 31. August 2016, hat die DGBS 1.981 Mitglieder (2015: 1.993), davon sind 932 (943) Betroffene, 401 (405) Angehörige, 358 (354) aus dem professionellen Bereich, und 290 (291) ohne Angaben sowie 3 Ehrenmitglieder.

Der Zuwachs betrug seit dem letzten Stichtag am 31. August 2015 insgesamt 149 Mitglieder, davon sind 17 aus dem professionellen Bereich, 77 Betroffene, 33 Angehörige und 22 ohne Angabe dem Verein bis zum 31. 8. 2016 beigetreten.

Dagegen stehen die 95 Mitglieder, die zum 31. 12. 2015 die Mitgliedschaft gekündigt haben oder deren Mit-gliedschaft durch Streichung aus dem Mitgliederverzeichnis gemäß § 6 und § 7 unserer Satzung beendet wurde. Besonders Letzteres ist die Ursache für die leicht rückläufige Zahl der Mitglieder.

Auch im zurückliegenden Jahr haben einige Mitglieder ihre Beiträge nicht bezahlt. Diejenigen, die seit mehr als zwei Jahren säumig geblieben sind, haben wir gemäß § 7 Abs. 2) unserer Satzung aus dem Mitglieder-verzeichnis streichen müssen, wobei wir deutlich kulanter vorgegangen sind als es die Satzung vorsieht (eigentlich sollte die Streichung nach einem Jahr und einer einmaligen Aufforderung erfolgen). Wir bedauern dies sehr und appellieren hiermit nochmals an die Zahlungsmoral unserer Mitglieder. Wie Sie aus dem Bericht des Schatzmeisters ersehen können, machen die Beiträge unserer Mitglieder den größten Teil unserer Einnahmen aus. Ohne diese könnten wir unsere Arbeit nicht weiterführen.

In einigen Fällen waren die Mitglieder weder per Post noch per E-Mail zu erreichen. Bitte überprüfen Sie also regelmäßig, ob Ihre Mitgliederinformationen bei der DGBS noch aktuell sind und teilen Sie uns einen Wechsel Ihrer Adresse oder Bankverbindung mit.

2. Berichte aus der Vorstandsarbeit

Die Vorstandsarbeit im letzten Jahr war geprägt durch die notwendige Umorganisation der Geschäftsstelle und Geschäftsführung. Zunächst fiel nach der letzten Jahrestagung unsere Geschäftsführerin Frau Urmonas krankheitsbedingt langfristig aus. Letztendlich musste dieses Jahr das Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen auch aufgelöst werden. Zudem hat im Oktober Frau Schoenfeld aus persönlichen familiären Gründen und dem Wunsch einer beruflichen Umorientierung ihr Arbeitsverhältnis bei der DGBS beendet. Da dieses letztendlich für den Vorstand überraschend kam und gleichzeitig ja die Geschäftsführung ausgefallen war, mussten vom Vorstand sämtliche Aufgaben übernommen werden, was ehrenamtlich und neben den normalen beruflichen und sonstigen Verpflichtungen erfolgte. Hier wurden erhebliche persönliche zeitliche Opfer gebracht, die ja auch vom Umfeld wie Familie, Angehörigen und Arbeitgebern mitgetragen werden müssen. An dieser Stelle möchte ich dann auch allen Vorstandskollegen meinen außerordentlichen Dank für diese intensive und aufopfernde Arbeit in den letzten Monaten aussprechen, durch die die schwierige Situation überhaupt nur gemeistert werden konnte.

Zunächst mussten Strategien für die zukünftige Stellenbesetzung und Ausrichtung, aber auch die örtliche Ansiedlung der Geschäftsstelle entwickelt werden. Bezüglich der Geschäftsstelle hat der Vorstand die Entscheidung getroffen, diese nach dem Wegfall des Büros von Frau Schoenfeld von Hamburg nach Frankfurt zu verlegen, wo Herr Prof. Reif als Mitglied des Vorstandes Räumlichkeiten zur Verfügung stellen konnte. Ähnliche Möglichkeiten hätte es auch im Ruhrgebiet gegeben, wobei die zentrale Lage von Frankfurt und die langfristige Ausrichtung hier die entscheidenden Argumente waren. Nachdem deutlich wurde, dass eine Rückkehr von Frau Urmonas als Geschäftsführerin nicht mehr möglich war, wurde zudem beschlossen, neben der Ausschreibung der Stelle für die Geschäftsstelle die Ausschreibung für die Stelle als Geschäftsführer bzw. Geschäftsführerin der DGBS auf den Raum Frankfurt zu beschränken. Ziel war es, nach vielen unruhigen Jahren und deutlichen räumlichen Entfernungen der Geschäftsführer von der Geschäftsstelle hier eine räumliche Einheit zu schaffen, um die Funktionen besser koordinieren zu können und die Handlungsabläufe zu vereinfachen. Nach Ausschreibungen und Auswahlverfahren konnten wir schließlich ab dem 01.07.2016 Frau Annemarie Bäsmann als neue Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle gewinnen. Zudem wird ab dem 01.10.2016 Frau Daniela Wüstenbecker ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin in Teilzeit für die DGBS aufnehmen. Beide sind hier bei der Jahrestagung anwesend bzw. bereits im Einsatz und stellen sich Ihnen später noch persönlich vor.

Mit der kompletten Übernahme der Tätigkeiten für die Geschäftsstelle und die Geschäftsführung durch den bestehenden Vorstand sind natürlich deutliche finanzielle Einsparungen verbunden, so dass die finanzielle Situation der DGBS wie gleich noch im Detail von Prof. Reif vorgestellt als ausgesprochen gut zu bezeichnen ist. Da von den Kassenprüfern letztes Jahr die steigenden Personalausgaben kritisiert wurden, war der Vorstand bemüht, die Stundenzahl in der Geschäftsstelle als Teilzeittätigkeit entsprechend festzulegen. Das bedeutet aber auch aus der Erfahrung der letzten 2-3 Monate, dass die Tätigkeiten der Geschäftsstelle und der Geschäftsführung genau definiert sein müssen und gegenüber der bisweilen hohen Erwartungshaltung einiger Mitgliedern kommuniziert werden muss, welche Aufgaben die Geschäftsstelle bzw. die Geschäftsführung übernehmen kann und wo zeitliche Grenzen liegen. Das Kerngeschäft und die Kernaufgaben wurden entsprechend vom Vorstand definiert.
Wir alle wünschen uns durch diese Umstrukturierung und lokale Optimierung jetzt eine langfristige stabile und kontinuierliche Zusammenarbeit. Sollten in der Zeit der Nichtbesetzung der Geschäftsstelle Lücken in der Betreuung der Mitglieder aufgetreten sein, bittet der Vorstand hier um Entschuldigung, aber auch um Verständnis, da alle Aufgaben wie beschrieben ehrenamtlich vom Vorstand übernommen wurden. Zu nennen ist hier insbesondere ein Ereignis: Da auch die Vereinssoftware in Frankfurt neu installiert werden musste und hierbei ein Überspielungsfehler durch den Software-Hersteller aufgetreten ist, wurden aus Versehen Beiträge auf dem Stand des Vereinsregisters von 2014 eingezogen. Die Mitglieder wurden hierauf sofort informiert und entsprechende Falsch- oder Fehlbuchungen rückgängig gemacht. Zudem wurde mit dem Software-Hersteller versucht, den Fehler zu finden und ihn entsprechend zu beseitigen. Auch hier erwarten wir nun wieder Kontinuität und eine zunehmende Sicherheit, wobei auch die neue Geschäftsstelle und Geschäftsführung erst einmal in die Aufgaben eingeführt werden müssen.

Der Vorstand hat sich dieses Jahr in vielen weiteren Projekten betätigt. Zum einen haben wir notwendige Veränderungen in der Satzung unseres Vereines vorgeschlagen und allen Mitgliedern zukommen lassen. Hintergrund hierfür ist eine langjährige Diskussion, dass bestimmte Vorgaben, die in der Satzung gemacht worden sind, nicht mehr primäre Ziele der DGBS in den letzten Jahren waren (v.a. die umfassende Gründung von Landesverbänden). Entsprechende Änderungen sind rechtzeitig verschickt worden und sollen im Laufe der Mitgliederversammlung gemäß der Tagesordnung vorgestellt, diskutiert und abgestimmt werden.

Ganz wichtig ist die Tätigkeit der DGBS und des Vorstandes im Rahmen des S3-Leitlinien Updates, welches freundlicherweise von Herrn Prof. Bauer und Frau Prof. Pfennig von der Universität Dresden verantwortlich initialisiert und geleitet wird. Sowohl die DGPPN als auch die DGBS unterstützen das Update finanziell und die DGBS auch intensiv personell. In diesem Zusammenhang hoffen wir auch erstmals, das Projekt Patienten-leitlinie umsetzen zu können.

Hierfür haben sich eine Steuerungs- und eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der DGBS in trialogischer Zusammensetzung gefunden. Geplant sind erste Ergebnisse hierzu auf der nächsten Jahrestagung mit den Mitgliedern gemeinsam zu diskutieren. Auch an dieser Stelle herzlichen Dank für das hohe Engagement aller hier Beteiligten.

Die DGBS war in diesem Jahr erfreulicherweise aktiv beteiligt an der Organisation der 18. jährlichen Tagung der Internationalen Gesellschaft für Bipolare Störungen (ISBD), die vom 13. bis 16. Juli 2016 in Amsterdam statt-fand. Zum ersten Mal wurden Veranstaltungen mit den Namen „Expert by Experience“ organisiert, in dem Betroffene und Angehörige aktiv in Symposien Beiträge für die Experten aus aller Welt geleistet haben. Hierfür war der 1. Vorsitzende Prof. Dr. Martin Schäfer in die Gesamtvorbereitung als lokaler Organisator eingebun-den. Besonders erfreulich war aus unserer Sicht ein Symposium, in dem unsere Mitglieder Marylou Selo und Martin Kolbe aktiv beteiligt waren.

Zu guter Letzt neben vielen anderen Aktivitäten, die hier aus Zeitgründen nicht erwähnt werden können ist noch zu betonen, dass es dem Vorstand gelungen ist, auch dieses Jahr die Jahrestagung auf eine hoffentlich solide finanzielle Grundlage zu stellen Unser Antrag bei der Aktion Mensch zur Förderung des trialogischen Teils unserer Tagung wurde erst am vergangenen Dienstag positiv beschieden, worüber wir uns sehr freuen. Bzgl. des wissenschaftlichen Programmes freuen wir uns, die Sponsoren aus dem letzten Jahr auch dieses Jahr gewinnen zu können, um hier präsent zu sein und aktive Beiträge zu leisten. Wir danken auch ausdrücklich dem lokalen Organisationskomitee mit Herrn Prof. Mühlig und Frau Paulick stellvertretend für die vielen fleißigen Mitarbeiter für die tolle Organisation und die Gastfreundlichkeit hier in Chemnitz.

Damit beende ich den ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes im letzten Jahr und leite über zu den Berichten aus den Referaten, welche - soweit möglich - von den Referatsleitern persönlich vorgetragen werden.

3. Berichte aus den Referaten

Referat Angehörige
Das von Frau Hubert 2012 gegründete Angehörigenteam konferiert weiter regelmäßig in strukturierten Telefonkonferenzen; es trifft sich zweimal jährlich. Im November 2015 übernahm ich deren Referatsleitung: Frau Hubert ist für ihre dreijährige ausgezeichnete Aufbauarbeit sehr zu danken!

Acht sehr motivierte Erfahrene pflegen einen intensiven Austausch untereinander sowie mit dem Verband BApK (Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker). Dass beide Angehörigenvertreter des DGBS-Vorstands, Frau Pieper und Herr Harich, sich auch in unserem Team einbringen können, ist sehr wertvoll!

Herzlich willkommen sind Angehörige, die in stressfreier Bedingung unseren besonneneren Umgang kennenlernen oder sich sogar einbringen möchten. Hierbei lege ich Wert auf Raum, der geschaffen wird, in dem sich interessierte Angehörige ausprobieren und dazulernen wollen, quasi nachwachsen können. Ein gut abgestimmtes gemeinsames Wirken ist uns wichtig.

Als Hauptprojekte des letzten Jahres sind zu nennen:

  • Das Entstehen des auf der überarbeiteten S3-Leitlinie basierenden Handbuchs für Patienten und Angehörige
  • Das Erstellen diagnosespezifischer Handzettel und einer Angehörigenmappe für Angehörige u.a. mit der Universitätsklinik Frankfurt
  • Behandlungsvereinbarungen und Vorsorgepapiere eben auch aus Angehörigensicht
  • Belastungsfaktoren und -weisen von Angehörigen als Untersuchungsgegenstand im Projekt mit Herrn Lüttke, Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Bei der Planung der Jahrestagung in Chemnitz hat sich das Angehörigenteam in intensivem Austausch mit Betroffenen für Symposien und Workshops eingebracht. Das Team ist erneut mit einem Informationsstand für Angehörige aktiv, nicht zuletzt mit einer Reihe von Informationsmaterialien für Angehörige, z.B. einem Auszug der S3-Leitlinie mit allen Passagen, die Angehörige betreffen; hilfreiche Artikel und Broschüren von bzw. für Angehörige; eine Bücher-/Filmempfehlungsliste, wobei die Bücher vor Ort zur Ansicht ausliegen. Nicht zu vergessen: die Hubertschen Postkarten mit für Angehörige sinnreichen oder Mut machenden Sprüchen! 

Der erfahrungsorientierte Trialog des bipolaren Alltags muss angesichts der aktuellen InBalance August 2016 ein zentrales Thema bleiben; erheblichen Gesprächsbedarf mit Profis gibt es mindestens seitens der Angehörigen. Hilfreich erwiesen sich dieses Jahr weitere Kooperationsvereinbarungen zwischen Angehörigenvertretern und Krankenhäusern (Hamburg, Werneck) als Diskussionsgrundlage.
Nur vorübergehend liegen blieb der Fragenkatalog als Leitfaden für Angehörige zur Kontaktaufnahme mit Professionellen (Therapeuten/Ärzten).

Ein guter Kontakt seitens des Teams zu den Betroffenen konnte erweitert werden - das freut uns, wir bedanken uns dafür!

Der Kontakt zu benachbarten Referaten der Profis ist sehr entwicklungsfähig.

Christopher Scharfenberger, Co-Leitung DGBS Referat Angehörige

Seminare für Angehörige
Dieses Angebot der DGBS ist nach wie vor sehr begehrt und die Seminare sind regelmäßig ausgebucht. Die Begrenzung auf ca. 25 Teilnehmer ermöglicht ein interaktives Lernen mit Unterstützung durch die Referenten (jeweils eine Ärztin/ein Arzt und eine Psychotherapeutin/ein Psychotherapeut). 2016 fanden Seminare in Frankfurt und Bielefeld statt. Das nächste Seminar ist im Februar 2017 geplant.

Barbara Wagenblast, Leitung DGBS Angehörigenseminare

Referat Betroffene

Eine große Aufgabe ist in jedem Jahr die Planung und Gestaltung des trialogischen Tagungsteils; ein Prozess, der sich regelmäßig über viele Monate hinzieht. In diesem Jahr war es ein Team von 7 Betroffenen und 4 Angehörigen, das unter der Leitung von Martin Kolbe Themen für Symposien und Workshops sammelte, gewichtete und in sich einem abschließenden Auswahlprozess schließlich für die Veranstaltungen entschied, die Sie nun im trialogischen Programmheft sehen. Anschließend wurden – ebenfalls in gemeinsamer Arbeit – die geeigneten Referentinnen und Referenten gefunden.
Der trialogische Gedanke ist uns auch hier sehr wichtig und drückt sich darin aus, dass nahezu alle Veranstaltungen im trialogischen Programmteil mit Angehörigen und Betroffenen, teilweise auch mit Referenten aus dem Profi-Bereich besetzt sind.

Auch bei vielen anderen Aktivitäten arbeiten wir gemeinsam mit Angehörigen, etwa bei unserer Selbsthilfe-Seminarreihe „Lernort Selbsthilfe“, die von unserem Angehörigenvertreter im Vorstand Horst Harich organisiert und von Betroffenen durchgeführt wird. Das zweite Seminar in diesem Jahr findet im Oktober statt. Ebenso arbeiten wir im Team Selbsthilfeunterstützung mit Angehörigen zusammen. Hier werden neu gegründete und bestehende Selbsthilfegruppen tatkräftig unterstützt. Auch unser langfristiges großes Ziel, die Schaffung von Landesstrukturen, verfolgen wir in gemeinsamer Arbeit. Die Pflege und ständige Aktualisierung der Liste von Selbsthilfegruppen auf der DGBS-Website ist dagegen nur im Referat Betroffene angesiedelt.

Ein weiteres trialogisches Großprojekt ist das Update der S3-Leitlinie Bipolare Störungen und die Herausgabe einer leicht verständlichen Version der Leitlinie für Patienten, Angehörige und Interessierte. Hierbei arbeiten auch viele Betroffene, Angehörige und Profis mit, die nicht in den DGBS-Referaten organisiert sind.

Bei dieser Jahrestagung betreibt das Referat Betroffene erstmals einen eigenen Stand. Wir freuen uns über Ihren Besuch!

Eine ganz besondere Stellung im Referat Betroffene nimmt die Arbeitsgruppe „Selbst betroffene Profis“ ein. Die Leiterin Dr. med. Astrid Freisen berichtet über die Arbeit im zurückliegenden Jahr:
Die 2014 gegründete Arbeitsgruppe hat im vergangenen Jahr ihre Arbeit weiter intensiviert. Eine aus sechs Mitgliedern bestehende Kernarbeitsgruppe trifft sich monatlich via Skype. Neben der Fortführung der Beratung von im Gesundheitswesen tätigen betroffenen Kolleginnen und Kollegen via E-Mail, Skype und Telefon wurde im Internet-Forum der DGBS ein spezielles, nicht-öffentliches Unterforum für betroffene Profis implementiert. Auch wenn die Frequenz der Anfragen im Vergleich zum Vorjahr etwas abgenommen hat, besteht weiterhin ein großer Informationsbedarf, vor allem zu den Themen Umgang mit der Erkrankung, Berentung und Arbeit bzw. Studium mit Erkrankung. Auch bieten wir die Möglichkeit zum (wenn gewünscht anonymen) Erfahrungsaus-tausch. Die Gruppe beteiligte sich außerdem im Team Jahrestagung an der Tagungsvorbereitung und ist in diesem Jahr auch erstmals mit einem eigenen Workshop aktiv auf der Tagung vertreten. Zudem verfasste die Arbeitsgruppe Beiträge für die Website und den Newsletter der DGBS und sind mit mehreren Mitgliedern in die Überarbeitung der S3-Leitlinie Bipolare Störungen mit eingebunden. Darüber hinaus wurde Kontakt zu einer britischen Selbsthilfe-Organisation für psychisch kranke Ärzte hergestellt mit dem Ziel einer weiterführenden Zusammenarbeit.

Unsere Ziele für das kommende Jahr sind eine bessere Vernetzung innerhalb der DGBS, da es bisher zu wenig Berührungspunkte mit anderen Betroffen, Angehörigen und Profis gibt. Hier wünschen wir uns im Sinne eines guten Trialogs eine Annäherung. Da neben der persönlichen Beratung ein weiterer Schwerpunkt unserer Gruppe auf der Anti-Stigma-Arbeit liegt, möchten wir die Zusammenarbeit mit ähnlichen nationalen und inter-nationalen Organisationen ausbauen, um von Erfahrungen zu profitieren und gemeinsame Projekte anzustoßen. Hier wurde mit dem Kontakt zu der britischen Organisation ein wichtiger Grundstein gelegt. Die im letzten Jahr intensivierte Öffentlichkeitsarbeit, wie z.B. durch die Vorstellung unserer Arbeit auf der Jahrestagung der APK (Aktion Psychisch Kranke e.V.) in Berlin durch Cornelia Brummer, möchten wir weiter voran-bringen.

Martin Kolbe, Co-Leitung DGBS Referat Betroffene

Referat Forschung und internationale Beziehungen

Das große nationale Forschungsprojekt BIPOLIFE (www.bipolife.org), durchgeführt in Kooperation mit der DGBS und gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat in 2016 seine Arbeit fortgesetzt, die meisten Forschungsprojekte sind angelaufen und befinden sich in der Phase der aktiven Rekrutierung von Probanden. Diese wird vermutlich noch bis mindestens 2017/2018 andauern, bevor erste Auswertungen der Ergebnisse erfolgen werden.

Das offizielle internationale Publikationsorgan der DGBS, die englischsprachige Zeitschrift International Journal of Bipolar Disorders (http://journalbipolardisorders.springeropen.com/) entwickelt sich weiter gut; im Laufe des Jahres 2016 werden etwa 25 bis 30 Forschungspublikationen oder Übersichtsarbeiten im open access Verfahren (somit für jeden im Internet auf der Homepage der Zeitschrift kostenlos einsehbar) online erscheinen.

Das Referat wird zur Stimulierung von Forschungsaktivitäten junger Nachwuchswissenschaftler 2017 erstmals einen Preis für Forschungsprojekte ausschreiben; als Namensgeber hat sich Professor Jules Angst aus Zürich bereit erklärt (vermutlicher Name: Jules Angst Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen).

Michael Bauer, Leitung DGBS Referat Forschung und internationale Beziehungen

Referat Versorgung

Als wesentliches Projekt wurden weiterhin ausgewählte Kliniken motiviert, Gütesiegelanträge zu stellen bzw. haben entsprechend qualifizierte Kliniken sich mit einem Antrag eigenständig an die DGBS gewandt. Nach Eingang der Anträge wurden diese anhand der Gütesiegelkriterien geprüft und bewertet.

Von folgenden Kliniken sind Anträge eingegangen und es konnte ein Gütesiegel vergeben werden, welches gestern bei der Eröffnungsveranstaltung überreicht wurde:

Dr. Florian Seemüller

Chefarzt
kbo-Lech-Mangfall-Klinik
Garmisch-Partenkirchen

Prof. Dr. Andreas Reif

Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Universitätsklinikum Frankfurt
Frankfurt am Main

Prof Dr. Johannes Kornhuber (Ansprechpartner Dr. Kreil)
Psychiatrie, Universitätsklinikum Erlangen
Erlangen

Prof. Dr. Claas-Hinrich Lammers (Ansprechpartner Dr. Eismann)
Ärztlicher Direktor
Asklepios Klinik Nord-Ochsenzoll
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Hamburg

Prof. Dr. Jens M. Langosch
Chefarzt des Evangelischen Krankenhauses Bethanien Greifswald

Kooperationsvereinbarung geschlossen, Antrag liegt jedoch noch nicht vor:

Prof. Dr. Thomas G. Schulze
Institut für Psychiatrische Phänomik und Genomik (IPPG)
Nußbaumstr. 7
80336 München

Prof. Dr. Peter Falkai
Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der LMU München

Ausblick: Geplant ist aufgrund der ablaufenden Gültigkeit der bisher vergebenen Gütesiegel ein Anschreiben an die ausgezeichneten Kliniken mit auslaufenden Gütesiegel-Gültigkeiten zur möglichen Rezertifizierung.

Vorgetragen von Martin Schäfer (für Hans-Jörg Assion, Leitung DGBS Referat Versorgung)

Referat Öffentlichkeitsarbeit

Da in den zurückliegenden 12 Monaten über weite Strecken fast alle Vorstandskräfte und -energien durch die Arbeiten und Aufgaben gebunden waren, die normalerweise von der Geschäftsführung und der Geschäftsstelle erledigt werden, blieb nicht sehr viel Zeit für die Öffentlichkeitsarbeit, jedenfalls viel weniger, als ich es mir gewünscht hätte. Zumindest in kleinen Schritten ging es dennoch voran:
Die Website der DGBS, unser Gesicht in der virtuellen Welt sozusagen, wird nahezu täglich aktualisiert. Seien es aktuelle Pressemeldungen zum Thema, Neues aus der Forschung, Informationen über laufende Studien oder Veranstaltungshinweise – alles wird zeitnah eingepflegt. Die Abteilung „DGBS kreativ“, in der künstlerisch tätige bipolar Betroffene ihre Werke vorstellen können, wächst zwar langsam, aber kontinuierlich. Auch wenn man unsere Website zu kennen glaubt, lohnt es sich doch, ihr immer wieder einen Besuch abzustatten: Es findet sich garantiert etwas Neues darauf.
Unser letzter Newsletter wurde an rund 5.300 Empfänger verschickt, bei den Abonnements ist ein stetiger Anstieg zu verzeichnen.

Nachdem wir uns lange gegen einen Facebook-Auftritt gesträubt hatten, erweist sich dieses Angebot nun doch als sinnvoll und hilfreich, um unsere Anliegen und Informationen zur DGBS und zur Erkrankung zu verbreiten. Jeder neue Eintrag erreicht Hunderte von Facebook-Nutzern und wird geteilt, das heißt an andere weiter-gegeben. Die Zahl der „Likes“ für unsere Seite erreicht demnächst die 1.000er-Marke; momentan sind es 970 (Stand 12. 9. 2016). Die ursprünglich befürchteten Anfeindungen oder gar Shitstorms von Psychiatriegegnern sind gänzlich ausgeblieben; im Gegenteil, es gibt viele Sympathiebekundungen und auch Beratungsanfragen über diesen Kanal.

Unser Twitter-Account war lange verwaist und wir hätten dieses Angebot fast wieder eingestellt, denn es fand sich niemand, der Zeit dafür erübrigen konnte. Seit einem Jahr wird der Account von unserem früheren Vorstandsmitglied Christian Mehlfeld betreut. Seitdem lebt die Sache wieder auf und die Zahl der „Follower“ stieg rasant. Christian beschränkt sich im Wesentlichen auf Aktuelles aus der Forschung und twittert nur selten eine Neuigkeit zum Thema Bipolare Störung aus dem allgemeinen Newsbereich. Der neueste Klatsch über angeblich bipolare Hollywoodsternchen wird jedenfalls nicht durch die DGBS gefüttert.

Die DGBS wird von den seriösen Medien mehr und mehr als verlässliche Informationsquelle zum Thema Bipolare Störung wahrgenommen. So gab es im vergangenen Jahr mehrere Interviewanfragen, die u.a. von Prof. Langosch, Prof. Schäfer, Johanna Römmelt und mir selbst angenommen wurden. Auch eine Radiosendung beim Hessischen Rundfunk kam zustande, bei der Prof. Reif und ich mitwirkten. Bevor Ende August das SPIEGEL-Gespräch mit Thomas Melle über sein neues Buch veröffentlicht wurde, in dem er über sein bipolares Leben berichtet, fragte die Redaktion bei uns an, um ein paar Fakten zu recherchieren.

Ebenfalls als Teil der Öffentlichkeitsarbeit ist die Präsenz der DGBS bei nationalen und internationalen Kongressen zu betrachten. Wie immer in den letzten Jahren waren wir mit einem Stand bei der DGPPN-Tagung im November in Berlin vertreten, erneut mit der Unterstützung der Berliner Selbsthilfeorganisation bipolaris – wie jedes Mal eine äußerst erfreuliche Zusammenarbeit. Und, wie Prof. Schäfer bereits erwähnte, zeigte die DGBS auch beim Kongress der ISBD in Amsterdam Präsenz.

In diesem Jahr wurde leider nichts aus einer geplanten Veranstaltung in Frankfurt am Main zum World Bipolar Day am 30. März, die wir gemeinsam mit dem Frankfurter Bündnis gegen Depression durchführen wollten. Trotz aller Anstrengungen konnten wir lokale organisatorische Widrigkeiten nicht so rechtzeitig überwinden, dass wir die Veranstaltung noch gut hätten verwirklichen können. Dafür ist nun für nächstes Jahr alles aufgegleist für einen kulturellen Informationsabend aus der Reihe „Bipolar Roadshow“; dieses Mal mit einer leicht veränderten Besetzung. Als neue musikalische Acts konnten wir die beiden selbst bipolar betroffenen Rapper/HipHopper Flowin Immo und 2Seiten gewinnen, die sicher zusätzlich ein eher jüngeres Publikum anziehen werden. Der Autor Sebastian Schlösser und ich selbst wären wie beim letzten Mal wieder mit dabei.

Es freut uns, dass wir ein Roadshow-Programm mit dieser neuen Besetzung auch beim diesjährigen DGPPN Kongress im kommenden November vorstellen können. Ich werde immer wieder nach einer Fortsetzung der ersten Tournee gefragt, die im Jahr 2014 so erfolgreich durch Deutschland gezogen ist. Von dem Auftritt in Berlin erhoffen wir uns, damit das Interesse von einigen der anwesenden Klinikchefs zu wecken und sie von diesem Konzept so zu begeistern, dass sie als Kooperationspartner bei einer eventuellen Neuauflage unseres Antistigma-Projekts mit von der Partie wären. Das große Hindernis bei diesem Projekt ist unsererseits weder der fehlende Wille noch mangelnder Enthusiasmus, sondern die Finanzierung. Eine professionell aufgezogene und durchgeführte Veranstaltung dieser Größenordnung verursacht Produktionskosten im mittleren vierstelligen Bereich. Da wir den Eintrittspreis niedrig halten wollen, sind wir auf Sponsoren, Kooperationspartner und Förderer angewiesen. Die DGBS kann dieses Projekt jedenfalls mit ihren Mitteln alleine nicht realisieren.

Ich freue mich auf das kommende Jahr, denn durch die Neubesetzung von Geschäftsstelle und Geschäftsführung bleibt mir und dem Referat Öffentlichkeitsarbeit neben der Vorstandstätigkeit wieder mehr Zeit für das, was ich in der DGBS am liebsten mache: die Information der Öffentlichkeit über die Erkrankung und die Antistigma-Arbeit.

Martin Kolbe, Leitung DGBS Referat Öffentlichkeitsarbeit

4. Forum

Die Summe der Beiträge im Bipolar-Forum liegt momentan bei ca. 530.000. Derzeit sind mehr als 10.200 Teilnehmer registriert. Die teilweise massiven verbalen Auseinandersetzungen früherer Jahre scheinen ad acta gelegt zu sein; es herrscht zum größten Teil ein freundlicher, konstruktiver Umgangston und das Forum erfüllt mehr und mehr seinen eigentlichen Zweck: die virtuelle Selbsthilfe. Dies ist ganz sicher auch in der Art und Weise begründet, mit der das Administrationsteam arbeitet. Die beiden ehrenamtlichen Administratoren, Karin Kaltenbach und Thorsten Sprindt, leisten eine hervorragende tägliche Arbeit, die gar nicht hoch genug einge-schätzt werden kann – und das quasi rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche. Obwohl es nur ein sehr kleines Team ist, reagiert es auf verbale Entgleisungen und Verstöße gegen das Anonymitätsgebot umgehend und umsichtig. Sehr selten kommt es wegen Nichteinhaltens der Forumsregeln zu zeitweisen Sperrungen einzelner Teilnehmer, dies jedoch in einem Rahmen, der weit unterhalb dessen liegt, was in anderen Internet-foren geschieht, die viel weniger heiklen Themengebieten gewidmet sind. An dieser Stelle ein ganz herzlicher Dank des Vorstands für die zuverlässige, konstante und sicher manchmal aufreibende Arbeit an die beiden Unermüdlichen!

5. Psychoedukations-Website

Dieses Internetangebot der DGBS ist seit dem letzten Vorstandsbericht bis auf kleine Aktualisierungen unverändert geblieben. Bei den Zugriffen ist ein leichter Anstieg festzustellen.

6. Beratungsangebote der DGBS

Vorgetragen von den jeweils Zuständigen:

DGBS Telefonberatung
Das Team besteht aus 11 Aktiven, davon 3 Angehörige. Ein paar Daten zur Telefonberatung: Seit letztem Jahr bieten wir die Beratung 5 Mal wöchentlich für jeweils 3 Stunden an. Von Januar bis Juni 2016 gab es 299 Anrufer, davon waren 85 Betroffene, 210 Angehörige und 4 aus dem Bereich der professionellen Behandler. Insgesamt wurde 107 Stunden telefoniert, d.h. die durchschnittliche Gesprächsdauer lag bei 21 Minuten.

Eine Fortbildung für das Team mit Supervision fand im November 2015 statt. Im vergangenen Juli gab es ein erneutes Treffen; das nächste wird im November 2016 in Fulda stattfinden. Bei dieser Gelegenheit werden auch die neuen Beraterinnen und Berater geschult und ins Team integriert. Die Fortbildungen werden über Projektförderung der KK unterstützt, sodass nur ein geringer Eigenanteil von der DGBS übernommen werden muss. Hier möchte ich mich bei der Techniker-KK und der Bundes-AOK für die gute Zusammenarbeit bedanken.

Ich möchte zum Schluss wieder einmal für die Mitwirkung in unserem Team werben: Wenn Sie sich eine sinnvolle ehrenamtliche Mitarbeit vorstellen können, sprechen Sie uns wegen der Details an. Es ist eine sehr befriedigende Tätigkeit; die Ratsuchenden sind immer äußerst dankbar und von den Fortbildungen und Supervisionen profitieren wir alle. Unser gesamtes Team ist weiterhin motiviert dabei, aber bei einigen hat sich die private Situation so stark verändert, dass sie nur noch wenige Dienste übernehmen können, z.B. wegen der Betreuung eines Enkelkindes oder neuer beruflicher Herausforderungen. Darum gilt mein besonderer Dank einigen Teammitgliedern - nur durch ihren großen, zusätzlichen Einsatz konnte eine zuverlässige Telefonbereitschaft sichergestellt werden.

Nach meinen Aufrufen in den letzten Newslettern hatten sich mehrere Interessierte gemeldet, die an der Schulung im November teilnehmen wollten. Leider haben einige ihr Angebot wieder zurückgezogen. Darum nochmals meine Bitte: Wenn Sie sich eine Mitarbeit vorstellen können, sprechen Sie mich an oder schicken Sie eine E-Mail an info@dgbs.de. Für die Schulung im November habe ich bereits qualifizierte Referenten und einen Supervisor engagiert. Diese gemeinsamen Schulungswochenenden sind für unser Team immer sehr bereichernd und ein besonderes Highlight im Jahr.

Barbara Wagenblast, Leitung DGBS Telefonberatung

Beratung per E-Mail und via Skype
Im Schnitt gehen an die E-Mail-Adresse info@dgbs.de täglich etwa zwei Anfragen mit der Bitte um Beratung ein. Die beiden Betroffenenvertreter im Vorstand haben sich dieser Aufgabe angenommen; wenn es sich um spezifische Angehörigenfragen handelt, leiten wir die Mails manchmal an Barbara Wagenblast weiter, die dann (meist telefonisch) Kontakt zu den Anfragenden aufnimmt. Die Mails werden innerhalb von 24 Stunden beantwortet und es kann sich daraus ein längerer Mailverkehr entwickeln. Thematisch geht es meist um die Krankheitsbewältigung oder die Medikation, auch Beziehungsprobleme aufgrund der Erkrankung kommen oft vor. Immer wieder werden wir auch gebeten, eine Diagnose zu bestätigen, zu widerlegen oder sogar zu stellen, was wir selbstverständlich ablehnen. In diesen Fällen verweisen wir auf die Bipolar-Ambulanzen der Kliniken, die mit dem DGBS-Gütesiegel ausgezeichnet wurden. Auch werden wir häufig um Empfehlungen für niedergelassene Psychiater und Therapeuten gebeten, doch hier dürfen wir schon allein aus rechtlichen Gründen nicht helfen und verlinken auf die gängigen Arztsucheportale.

Deutlich zugenommen haben im letzten Jahr die Anfragen mit einer Flüchtlings- oder Asylproblematik im Hintergrund, auch aus Ländern wie Frankreich oder Afghanistan und aus deutschen Asylbewerberunterkünften erreichten uns per Mail Bitten um Beratung. Wir rechnen hier mit einem weiteren Anstieg und überlegen uns, wie wir in solchen Fällen wirklich effektiv weiterhelfen können.

Im März 2015 richteten wir als zusätzliches Angebot die Beratung via Skype ein. Dies vor allem, weil es immer wieder Beschwerden über die kostenpflichtige Nummer der DGBS-Telefonberatung gab. Der Kontakt über Skype ist dagegen mit keinen Gebühren verbunden. Seit einige Telefonberaterinnen und -berater eine Flatrate haben und die Anrufer zurückrufen können, gehört das Problem der gebührenpflichtigen Nummer eigentlich der Vergangenheit an. Die Möglichkeit der Beratung per Skype als Alternative wurde in den ersten Monaten so gut wie gar nicht wahrgenommen, weshalb wir diesen Dienst beinahe wieder eingestellt hätten. Als dann doch die ersten Anfragen kamen, haben wir uns entschlossen, erst einmal die weitere Entwicklung abzuwarten. Momentan kommt im Durchschnitt etwa alle zwei Monate eine Bitte um Beratung; das Angebot wird also immer noch fast gar nicht genutzt. Wir werden das weiter beobachten und die Skype-Beratung zumindest vorläufig noch beibehalten.

Martin Kolbe, Team DGBS Mail- und Skypeberatung

7. Politische Arbeit der DGBS

Im politischen Umfeld war die DGBS als Fachgesellschaft gefragt und aktiv bei trialogischen Stellungnahmen zum neuen Vergütungssystem in der Psychiatrie (PEPP). Wie die meisten wohl der Presse entnommen haben, wurde die ursprüngliche geplante Version eines Vergütungssystems für die stationäre Behandlung von der derzeitigen Regierung auf gemeinsames Anraten aller wesentlichen Fachgesellschaften im Bereich der Psychiatrie abgeändert. Derzeit besteht eine Arbeitsgruppe, die die weiteren Vorschläge der Politik unter Führung der DGPPN begutachtet und entsprechende Alternativvorschläge zur Weiterentwicklung des psychiatrischen Vergütungssystems unterbreitet. Ziel ist hier, die Finanzierung der Behandlung sowie die Personalausstattung in der Psychiatrie zu sichern, die erheblich angestiegene Arbeitszeit für die Dokumentation und den bürokratischen Aufwand zu reduzieren und zu erreichen, dass Krankheitsschwere und Betreuungsaufwand keinen Einfluss mehr auf die Vergütung haben.

Als weitere politische Aktivitäten sind Beteiligungen der Mitglieder der DGBS oder des Vorstands an der Entwicklung der Landespsychiatriepläne sowie der Weiterentwicklung des Psych-KG’s in verschiedenen Bundesländern zu nennen. So konnte die DGBS z.B. in Nordrhein-Westfalen in Person eines Betroffenenvertreters als trialogische Fachgesellschaft beratend in verschiedenen Arbeitsgruppen der Landesregierung aktiv Erfahrungen sowie Wünsche und Bedürfnisse von Betroffenen und Angehörigen einbringen.

Ebenso ist die DGBS bemüht, das Unterbringungsgesetz und die aufgrund der veränderten Rechtslage notwendig gewordenen Neuentwürfe in verschiedenen Bundesländern im Sinne auch der Menschen mit bipolaren Erkrankungen und ihren Angehörigen zu beeinflussen. Dieses wurde auch in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen durchgeführt, um hier konzertiert einen besonders effektiven Einfluss auf die politischen Entscheidungswege zu erreichen. Anzumerken ist, dass jedoch jegliche Gesetzgebung und Änderung im Psych-KG Ländersache ist und die Wünsche von Fachgesellschaften, Ärzten, Betroffenen und Angehörigen aus Sicht der Politik sich zumeist juristischen Notwendigkeiten unterordnen müssen.

Die DGBS ist weiterhin durch Martin Kolbe im Gemeinsamen Bundesausschuss und im Aktionsbündnis Seelische Gesundheit der DGPPN vertreten.

8. DGBS Publikationen

Bezüglich der Förderung therapeutischer Angebote ist ein neues Buchprojekt des Vorstandes der DGBS zu erwähnen. Hier am Kongress finden Sie das im Belz-Verlag erschienene Buch „Therapietools Bipolare Störungen“, herausgegeben von Martin Schäfer, Georg Juckel und Andreas Reif, in dem viele Mitglieder der DGBS praktisch relevante Therapietools zusammengestellt haben. Erwähnt werden soll dieses Buch an dieser Stelle, da alle Beteiligten auf Honorare verzichten und diese der DGBS zugute kommen sollen.

Die InBalance erschien dieses Jahr zum ersten Mal als einmalige Jahresausgabe, dafür mit erweitertem Umfang und soll in dieser Form auch weiterentwickelt werden. Dafür vielen Dank an Frau Prof. Pfennig und das ganze Redaktionsteam.

9. Personalien

Wie schon erwähnt konnten wir nach Ausschreibungen und Auswahlverfahren ab dem 01.07.2016 Frau Annemarie Bäsmann als neue Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle gewinnen. Zudem wird ab dem 01.10.2016 Frau Daniela Wüstenbecker ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin in Teilzeit für die DGBS aufnehmen.

Frau Bäsmann und Frau Wüstenbecker stellen sich kurz persönlich den anwesenden Mitgliedern vor.

10. Aretäus-Preis 2015

Der Aretäus Preis wurde gestern feierlich von Frau Weisgerber an Herrn Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Michael Bauer überreicht. Die Laudatio hielt unser ehemaliger 1. Vorsitzender Prof. Dr. Georg Juckel aus Bochum. Herr Professor Bauer wurde für sein langjähriges außergewöhnliches Engagement im Bereich Bipolarer Störungen ausgezeichnet. Prof. Bauer ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Carl Gustav Carus Universität in Dresden und hat sich seit vielen Jahren intensiv mit der klinischen Versorgung bipolar erkrankter Patienten und der wissenschaftlichen Erforschung möglicher Ursachen beschäftigt. Unter seiner Leitung ist die S3 Leitlinie Bipolare Störungen entwickelt worden und sein Team ist aktuell auch für das Update der Leitlinie verantwortlich. Als langjähriges Mitglied des DGBS Vorstandes und als ehemaliger 1. Vor-sitzender hat er sich auch inhaltlich und politisch stark für die Belange der DGBS engagiert. Im Referat Forschung und internationale Beziehungen und als international anerkannter Forscher ist er intensiv und verantwortlich in nationale und internationale Forschungsverbünde und Fachgesellschaften involviert. Die DGBS dankt mit dem Aretäus-Preis ausdrücklich nochmals Herrn Professor Bauer für seine Verdienste und sein außergewöhnliches Engagement im Bereich der Bipolaren Störung.

Wenn Sie eine Person oder Organisation für den Aretäus-Preis 2017 nominieren möchten, schicken Sie Ihren Vorschlag mit ausführlicher Begründung per Post an unsere Geschäftsstelle oder per Mail an preis@dgbs.de.

11. Jahrestagung 2017

Was unsere Tagung im nächsten Jahr betrifft, so darf an dieser Stelle erfreulicherweise mitgeteilt werden, dass der Vorstand schon einen Veranstaltungsort für die Jahrestagung 2017 finden konnte. Die Tagung wird in München unter der lokalen Leitung von Prof. Peter Brieger, Prof. Thomas G. Schulze und Dr. Florian Seemüller stattfinden.

Als Termin ist der 7. bis 9. September 2017 vorgesehen. Als Tagungsmotto haben wir uns für „Bipolar im 21. Jahrhundert: Forschung und Therapie in Zeiten des Trialogs“ entschieden. Details zur nächsten Tagung werden wie immer zeitnah im Newsletter und auf der Website bekanntgegeben.

12. Ehrenamtliche Mitarbeit, Danksagungen

Der besondere Dank des Vorstands gilt wieder einmal unserer langjährigen Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle Frau Regina Schoenfeld. Sie hat mittlerweile eine neue Stelle angetreten, erklärte sich aber dennoch bereit, uns bei der Vorbereitung und Durchführung der Jahrestagung 2016 noch einmal tatkräftig zu unterstützen. Ebenso danken wir unserer neuen Geschäftsstellenleiterin Frau Annemarie Bäsmann für ihren ersten Einsatz bei einer DGBS-Jahrestagung.

Zu guter Letzt bedanken wir uns als Vorstand herzlich bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Da es immer zahlreiche Aufgaben gibt, benötigt ein Verein wie die DGBS auch eine ansehnliche Zahl von ehrenamtlich Tätigen. Wir würden es sehr begrüßen, wenn sich noch mehr unserer Mitglieder für ein aktives Engagement in der DGBS entscheiden würden und die anfallende Arbeit somit auf mehr Schultern verteilt werden könnte. Wenn Sie sich für die Mitarbeit in einem bestimmten Bereich interessieren, nehmen Sie bitte mit der jeweiligen Referatsleitung Kontakt auf oder wenden Sie sich per E-Mail an info@dgbs.de.

DGBS Einnahmen 2015

(Mit einem Klick auf die Grafik wird diese vergrößert dargestellt)

*  Spenden, Förderbeiträge, Rückstellungen, Zinsen, Sponsoren, Jahrestagung
** ohne Sponsoren

DGBS Ausgaben 2015

(Mit einem Klick auf die Grafik wird diese vergrößert dargestellt)

*  davon € 8.148.- Rückstellungen
** davon € 1.700.- Rückstellungen

 

Aktuelle News

  • Dresdner Studie zur phasenverschiebenden Wirkung von Licht

    Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden ruft zur Teilnahme an...[… weiterlesen]


    alle News
  • BipoLife-Studie zu Psychotherapie bei Bipolaren Störungen...

    Im Rahmen von BipoLife, einem deutschlandweiten Verbundforschungsprojekt,...[… weiterlesen]


    alle News
  • Umfrage zum Umgang mit genomischen Daten

    Bitte beteiligen Sie sich![… weiterlesen]


    alle News
  • Drei BipoLife-Studien am UKE Hamburg

    Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbund...[… weiterlesen]


    alle News
  • BipoLife-Studie zur Psychotherapie bei Bipolaren Störungen in...

    Im Rahmen von BipoLife, einem deutschlandweiten Verbundforschungsprojekt, das...[… weiterlesen]


    alle News
  • Zwei Studien zu Bipolaren Störungen in Frankfurt am Main

    Die Universitätsklinik Frankfurt am Main ruft zur Beteiligung an zwei Studien...[… weiterlesen]


    alle News
  • Studie der Universität Mainz zu Bipolaren Störungen

    Frau Dr. Julia Linke von der Universität Mainz ruft zur Teilnahme an einer...[… weiterlesen]


    alle News
  • BipoLife-Studie zur Psychotherapie bei Bipolarer Störung nun...

    Im Rahmen von BipoLife, einem deutschlandweiten Verbundforschungsprojekt, das...[… weiterlesen]


    alle News

Aktueller Terminhinweis