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Hilfe - Berentung!

Berentung bei Gesundheitsmitarbeitern*innen

Mittlerweile sind wir zu dritt in der Arbeitsgruppe "Selbst betroffene Profis": Wir sind < 66 Jahre alt, nicht mehr ärztlich oder therapeutisch tätig und erhalten eine Berufsunfähigkeitsrente. Der folgende Beitrag ist durch unterschiedliche oder gemeinsame Erfahrungen ergänzt worden, somit aktuell. 

Als ich 2014 (als Erste) in unserer Gruppe "Selbst betroffene Profis" meine Berentung erwähnte, kam (noch) ein kleiner Aufschrei. Spontan wurden Sorgen geäußert, wie das sei, wenn man/frau den Beruf verliere. Was kann das Leben ausfüllen, wenn die gewohnte tägliche Arbeit wegfällt? Wie ist ein Leben ohne unseren wertvollen, langjährigen Beruf, in dem man/frau gebraucht wird und berufliche sowie persönliche Anerkennung erhält? Kann so ein Leben trotz alledem weiterhin gelingend sein? Findet man/frau sich schließlich damit ab? Diese erste Gruppendiskussion hat mich damals motiviert, einen Artikel über das Arztsein, die bipolare Störung und die Berentung zu schreiben.  

Ratsuchende Kollegen melden sich

Unser Erfahrungsschatz wird zunehmend größer, denn ein stetiger Strom ratsuchender Kollegen*innen meldet sich mit Fragen zur Berentung. Somit bleibt das Thema "Berufsunfähigkeit bei Gesundheitsmitarbeitern*innen stets bei uns präsent. Die meisten Ratsuchenden sind, das wird jetzt nicht wirklich überraschen, ziemlich verzweifelt über ihren aktuellen Gesundheitszustand und gleichzeitig über das drohende, meist ungewollte Berufsende nach langjährigem Krankheitsverlauf. 

Finanzielle Sorgen

So haben wir z.B. als berufstätige Mütter u.U. in Teilzeit gearbeitet. Wie hoch wird nun die BU-Rente ausfallen? Habe ich lange genug eingezahlt? Solche existentiellen Sorgen plagen Menschen in akuten Krankheitsphasen zusätzlich zu z.B. negativen Gedankenschleifen einer Depression. Die Ratsuchenden haben meist große, existentielle und finanzielle Ängste. U.a. auch: Wie lange reicht das Geld auf meinem Konto, bis über die Gewährung einer BU-Rente überhaupt entschieden wird?   

BU-Versicherung

Tipp:

Möglichst früh und jung eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, bevor zu viele Krankheitsphasen und altersbedingt noch weitere Krankheiten diagnostiziert werden. 

Begutachtung

Das erste Gutachten einer akut-behandelnden, psychiatrischen Klinik wurde in meinem Fall von ärztlichen Versorgungscheck ohne Hinzuziehung eines weiteren externen Gutachters akzeptiert. Für zunächst 2 Jahre wurde die BU-Berentung (rückwirkend vom Tag der Antragstellung) bewilligt.

Alle zwei Jahre: erneutes Gutachten

Es gibt zunächst keine dauerhafte Berentung: Alle zwei Jahre ist ein erneutes, fachärztliches Gutachten notwendig. Dabei fließen neben den alten auch die aktuellen psychiatrischen Berichte mit ein, die man/frau selbst zahlen muss (GOÄ). Nach dem 3. Gutachten wurde ich dann dauerhaft BU-berentet. Aber alle 2 Jahre erwartet die berufsständische Versorgungsanstalt dennoch ein aktuelles, fachpsychiatrisches Gutachten mit der Frage, ob ich nicht doch als Ärtztin wieder einsetzbar bin.

Gutacher und Selbstwertgefühl

Ich ging schon etwas nervös und ängstlich zu jedem neuen Gutachtertermin. Die telefonische Terminvereinbarung und die Untersuchung jedoch ging (zu meiner Erleichterung) bei jedem Termin sachlich, höflich und ohne Zeitdruck vonstatten. In den Untersuchungsterminen erfolgte eine gewissenhafte Erhebung von Anamnese, Krankheitsverlauf, aktuellem Befinden, einschließlich Testbögen zur Stimmungslage. 

BU-Rente und berufsfremde Tätigkeiten

Ein Beispiel: Über ein Engagement im Ehrenamt kam die Möglichkeit einer berufsfremden, geringfügigen Beschäftigung. Vor Tätigkeitsbeginn war dies aber mit dem ärztlichen Versorgungswerk der zuständigen Rentenversicherung abzuklären. BU-Rentner*innen können berufsfremd arbeiten nach Genehmigung. Eine Teilzeitarbeit z.B. im ärztlichen Beruf ist hingegen nicht möglich. Wir empfinden dies als ungerecht, dass für uns generell keine Teilzeitarbeit in unserem Beruf möglich ist: Entweder 100% Arzt-Dasein oder 0% Arzt-Dasein: Und das in Zeiten des Fachärztemangels. 

Positive Seiten einer Berentung

Die Berentung hat aber auch eine positive Seite. Während meiner Berufstätigkeit lebte ich ständig unter Druck, den Anforderungen nicht zu entsprechen. Ich konnte meinen Beruf als Psychotherapeutin nicht mit meiner Krankheit vereinbaren. Meine Gedanken kreisten immer um die Sorge bezüglich meiner Arbeit. Erst mit der Berentung konnte ich diese Gedanken abstellen und mich ganz auf die Genesung konzentrieren. Jetzt hatte ich die Zeit, die ich brauchte, um meine Lebens. und Krankengeschichte aufzuarbeiten, krankmachende Muster aufzuspüren und zu verändern und meine Gedanken und Gefühle zu beeinflussen. Es war für mich ein wichtiger Schritt, die neue Lebenssituation aufgrund der Berentung anzunehmen und eine neue Identität aufzubauen, die eben nicht mehr durch den Beruf definiert war.

Soziales Netzwerk

Dabei hat die Unterstützung durch Freunde und Freundinnen eine wichtige Rolle gespielt. Ein tragfähiges, soziales Netz ist bei der Bewältigung einer bipolaren Störung immer wichtig, aber ganz besonders in der Rente. Anerkennung und Selbstwertgefühl, die früher durch den Beruf genährt wurden, können im Freundeskreis erlebt werden.

Warum Mitglied bei den "Selbstbetroffenen Profis" werden?

Es war und ist für mich enorm entlastend, mit dieser oft existentiellen Krankheit nicht alleine bleiben zu müssen. Sich mit Betroffenen austauschen zu können, die als Gesundheitsmitarbeiter*innen auch "zwischen allen Stühlen" sitzen. Erst die Gruppenmitglieder haben mir restlos vermitteln können, dass ich weder an meiner Krankheit noch am Ausbruch weiterer Phasen schuld bin (siehe Auch Artikel "Scham" auf der gleichen Website).

 

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