Kontrast

Der Umgang miteinander oder: Kommunikation auf Augenhöhe

Wie kann ich als Partner in der Krise meines Gegenübers auf Augenhöhe bleiben, oder anders ausgedrückt: Wie schaffe ich es, nicht zum reinen "Helfer" zu werden und in die Co-Abhängigkeit zu geraten?"
"Wie schaffe ich den Balance-Akt zwischen vorsichtigem "Im-Auge-Behalten" und massivem "Kontrollieren"?“


Seien Sie sich stets bewusst, dass Ihr Partner/Ihre Partnerin nach wie vor ein mündiger und für sich selbst verantwortlicher Mensch ist. Zunächst einmal ist es seine/ihre Aufgabe, sich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen und Wege zu finden, sie zu bewältigen. Natürlich können Sie dabei unterstützen, aber Sie sind nicht dafür verantwortlich.

In einer akuten Krise kann es allerdings vorkommen, dass Sie für eine zeitlang einen Teil der Verantwortung übernehmen und z.B. in finanziellen Angelegenheiten versuchen, Ihren Partner/Ihre Partnerin vor Schäden zu schützen. In besonders schlimmen Phasen kann es vorkommen, dass Sie eine Zwangseinweisung anregen (müssen), um vor Selbst- oder Fremdgefährdung zu schützen. Dabei fällt es natürlich schwer auf „Augenhöhe“ zu bleiben – aber machen Sie sich dann bitte klar, dass es sich hierbei um eine Ausnahmesituation handelt.

„Auf Augenhöhe sein“, das bedeutet gegenseitiges Vertrauen und gegenseitig anerkannte Autonomie. Kontrolle und Misstrauen sind hier fehl am Platze. Angehörige müssen sich das vielleicht ab und zu ins Gedächtnis rufen, vor allem nach verletzenden Ereignissen in akuten Krankheitsphasen. Führen Sie eine offene Kommunikation mit dem/der Betroffenen, sagen Sie, wenn Sie sich Sorgen machen, weil die Medikamente unregelmäßig genommen werden oder zu wenig Schlaf erreicht wird - aber bevormunden Sie nicht. Lernen Sie ihm oder ihr auch im Umgang mit der Erkrankung zu vertrauen. Nur dann können Sie auf Augenhöhe bleiben.

Stand: 22.01.2022, BW & NS

 

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