Textgröße
Kontrast
Have this page translated into English by Google

Vorsorge/Krisenplan

Welche Chance bietet ein Krisenplan und was haben Angehörige damit zu tun?

In einem persönlichen Krisenplan werden Maßnahmen schriftlich festgehalten, die im Krisenfall zu ergreifen sind. Der Krisenplan sollte in stabilen Zeiten und in ruhiger Atmosphäre von Betroffenen und mindestens einer Vertrauensperson (im Idealfall auch in Absprache mit behandelnden Ärzten/Therapeuten) gemeinsam erstellt werden.

Mögliche Inhalte: Frühwarnsymptome Depression/Manie, aktuelle Medikation, bereits als wirksam erwiesene Notfallmedikation bzw. andere Maßnahmen zum Gegensteuern, finanzielle Maßnahmen, Notfallrufnummern der Behandelnden/der nächsten psychiatrischen Ambulanz/des sozialpsychiatrischen Dienstes, Rufnummer der zu benachrichtigenden Angehörigen, etc.

Durch einvernehmliches Unterschreiben wird der Krisenplan „verbindlich“ (wenngleich es kein rechtsverbindliches Dokument!). Er kann vor allem Angehörige dabei unterstützen, zu Beginn einer neuen Krankheitsphase Einfluss auf Betroffene zu nehmen, denn diese haben ja durch Unterschrift den verschiedenen Maßnahmen zugestimmt.

Auf unserer Website finden Sie einen Krisenpass zum Download. Denken Sie gegebenenfalls auch über eine Vorsorgevollmacht und/oder Patientenverfügung nach und besprechen Sie diese Möglichkeit gemeinsam. Weiterhin können mit der zuständigen Klinik sogenannte Behandlungsvereinbarungen getroffen werden.

 

Vereinbarung / Absprachen mit Vertrauensperson

Zur Vermeidung zukünftiger schwerer Krisen haben sich Gespräche zwischen Betroffenen und einer Vertrauensperson nach überstandener Krise sehr bewährt. Wenn die daraus gefolgerten Vereinbarungen schriftlich fixiert werden, können sie helfen, bei Wahrnehmung erneuter Verhaltensauffälligkeiten dies frühzeitig anzusprechen. Wenn die Vertrauensperson dem Betroffenen Frühwarnzeichen „spiegelt“, ist die Chance einer rechtzeitigen Gegensteuerung groß. Beispielsweise kann eine sofortige Kontaktaufnahme mit dem behandelnden Psychiater und eventuelle Absprache über eine kurzfristige Erhöhung der Medikamente eine sich anbahnende Krise abblocken. Aber nicht nur medikamentös, sondern durch eigene Verhaltensänderungen kann die Zuspitzung einer Krise vermieden werden.

Es ist hilfreich, auch Alltagswünsche aufzuschreiben, sie können besprochen und vorsorglich geregelt werden. Natürlich können alle Absprachen auch immer wieder aktualisiert und neu formuliert werden. Dies empfiehlt sich besonders nach einer erneuten Krise. Aber auch diese Überarbeitungen sollten in einer entspannten Situation und natürlich während einer symptomfreien Zeit geschehen.

Solche Vereinbarungen sind keine rechtlich abgesicherten Dokumente, können aber als Gesprächsgrundlage dienen, wenn die Vertrauensperson Frühsymptome bemerkt. Es gilt, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, denn bekannterweise ist in hypomanischen, und noch mehr in manischen, Phasen die Wahrnehmung und Realität eine andere.

Stand: 13.06.2023, BW & NS

 

News

29.04.2024Podcast "Klinisch Relevant"

Der Podcast "Klinisch Relevant" für Profis im Gesundheitswesen hat eine Folge zum Thema "Selbst Betroffene Profis" fertiggestelt.

Unter diesem Link kann man [… weiterlesen]
nach oben
IE 10
IE 11
Cookies ermöglichen Ihnen die bestmögliche Nutzung dieser Website. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, erklären Sie sich mit unseren Datenschutzrichtlininen einverstanden.. Bestätigung mit »OK« schließt diesen Hinweis. Mehr Infos / Datenschutzerklärung