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Buchrezension: „Kneipenkind“ von Matthias Riedel

„Kneipenkind“ ist die Geschichte einer Kindheit und Jugend, die von der Bipolaren Störung und der Alkohol- und Drogenabhängigkeit des Vaters geprägt ist. Christian ist der Protagonist, der erzählend durch das Buch führt. Sein Vater ist ein angesehener Dorfarzt, der allerdings den Jungen in seiner Kindheit durch die Kneipen schleppt, ihn auf abenteuerliche Ferienfahrten mitnimmt und ihn gegen Ende der Jugend in einer sehr peinlichen Aktion durch das Rotlichtmilieu zieht. Der Vater entwickelt sich im Laufe der Erzählung von einer im Dorf respektierten Persönlichkeit zum abgewrackten und ungepflegten Sonderling mit einem starken Alkoholproblem, der in einer Waldhütte lebt.

Als Christian sechs Jahre alt ist, zieht die Mutter die Reißleine und trennt sich von ihrem Mann. Sie ziehen nach Trier. Zuvor ging die Praxis in Insolvenz und damit die finanzielle Basis der Familie zu Bruch.

Das weitere Buch dreht sich um Christians Kindheit und Jugend. Als einziger der drei Geschwister hat er noch ein enges Verhältnis zum Vater. Zu der alleinerziehenden Mutter gesellt sich bald ein neuer Lebensgefährte; ein Künstler, der die Familie sehr unterstützt. Nach mehreren Schulwechseln besteht Christian sein Abitur. Schon während der Schulzeit ist sein Leben von Stimmungsschwankungen und Unbeständigkeit, auch von wechselnden schnelllebigen Beziehungen geprägt, die durch die Begegnungen mit dem immer mehr abbauenden Vater nicht gerade gefördert werden.

Letztendlich ist das Erwachsenwerden für Christian ein harter Kampf, von dem ich nicht zu viel verraten möchte. Das Buch ist eine Kindheits-und Jugendbiographie, wie es sie wohl viele gibt. Das Besondere ist die Prägung durch die Bipolare Störung. Detailliert beschreibt der Autor das Leben mit dieser Disposition.

Für Angehörige und Betroffene ein Buch, in dem man sich wiederfinden kann. Der einzige Kritikpunkt von meiner Seite ist, dass der Detailreichtum stellenweise etwas übertrieben wird und die Geschichte dadurch manchmal ein wenig langatmig gerät. Aber trotz dieser kleinen Kritik finde ich das Buch gelungen und lesenswert. 



Johanna Römmelt

 
 
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