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Gedichte von Annegret Winkel-Schmelz

abschied

was er ihr war, das kann sie nicht erfinden,
sie bleibt zurück und geht die wege nur mit sich.
ihr bleibt so viel, um ihr herz festzubinden.
jedoch treibt schmerz die träne raus, sie tanzt für sich.

sie sieht nicht grund, um sich an dieser stelle zu beklagen.
zwanzig jahre, mehr noch, haben sie sich angelehnt.
sie findet neubeginn und will ihn nun auch wagen.
ihr lebensweg erweitert sich vielleicht um ein jahrzehnt.

in der geschenkten zeit wird sie die muse wieder finden.
denn ohne dieses flimmern dichtet es sich nicht.
ganz ehrlich lebt sie nun in dem empfinden:
sie trägt die haut mit sich ins rampenlicht.

sie wehret sich, will nicht vergeben diese schichten.
heut` ist`s  ein reim, doch alles ist dies jetzt in ihr.
von arbeit, die hier drin steckt, kann auch der berichten,
der selbst hindurchgegangen ist, durch dieses lebenselexier.                                                                       


tagelang

lang weile der tag
nächte tragen mich
hinüber in
stille weise gesten.

weil lang tag der
sternenaugen trübsinn spricht
träne der stunde
ohne langeweile in mir.

meine sprache findet
sich über schriften
hinweg bring den wind
zum leuchten.

geh
und
bleibe
mir.


der eisenwurm in halle

der eisenwurm schlängelt sich durch die stadt.
der eisenwurm macht menschen satt.
der eisenwurm drückt sich in die schienen.
den eisenwurm können fahrende bedienen.

der eisenwurm ruckelt und zuckelt dahin.
ich sitze im eisenwurm mittendrin.
in den eisenwurm steigt man ein und auch aus.
der eisenwurm bringt mich sicher nach haus`.

seit mehr als einhundertdreißig jahren
wird straßenbahn elektrisch gefahren.
das kann hier keiner ignorieren.
solch` fahrt sollte jeder probieren.


grotesk

woher willst du hin?
wozu kommst du hier?
wohin willst du her?
wie willst du da?
ich will dich her!


 

dunkel zu hell

im trüben schwarz hängt
trunkener morgen, verhangen
meine taumelnde seele.
bis zum tiefsten grund zieht

mich zeitiger tag. hoffendes
verlangen begehrt aufsteigenden
abend – überwinde mich, erklimme
nächtliches geröll.

ewig sollst du weilen, weise
wundernacht. trage mich
besonnen friedlich -
aufatmend zur ruhe.


© Annegret Winkel-Schmelz

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