Kontrast

Gedichte von Björn Filsinger

Wie entstehen meine Gedichte?

Manche Leser bezeichnen meine Kreativität als merkwürdig ausgefallen und die Entstehung
meiner Gedichte und Kurzgeschichten müsste wohl unter Einfluss von Drogen stattgefunden
haben. Mir nahestehende Menschen freuen sich über meine bildhaften Erzählungen und
sind von ihrer Lebendigkeit begeistert. Genau betrachtet sind es häufig ungeklärte
Situationen, die durch meine Gedichte von Innen nach Außen transportiert werden. Oft
unbewusst, doch bei genauerem Hinsehen unverkennbar. Gesehenes und Gefühltes mit
Worten auszuschmücken bereitet mir eine riesen Freude.
Selbstredend schreibe ich nur in bestimmten Phasen meiner Erkrankung und bin in dieser
Zeit sehr darauf bedacht auch alles sofort, ungefiltert festzuhalten.
Es unterliegt keinem Zwang und fällt mir zu, ohne Anstrengung. In dem Prozess existiert kein
„Richtig oder Falsch“. Meine Gedanken sind frei, ohne jegliche Zensur. Sie entspringen aus
meiner ausgeglichenen Mitte, was in mir eine wohltuende Zufriedenheit erzeugt. Das
Festhalten gibt mir ein Gefühl von innerer Ordnung und schafft gleichzeitig Raum für Neues.
Ich persönlich benenne das Geschriebene schlicht als „Sichtbare Gedanken“ und lege keine
allzu große Wertung in die Entstehung und das Ergebnis. Wie ich es oft genug spüren
konnte sind Ausstehende wesentlich kompetenter eine Bewertung abzugeben.

Björn Filsinger


Glück gehabt

Ein Fuchs pirscht durch den Wald
Er ist zerknirscht, denn ihm ist es kalt
Plötzlich läuft er immer schneller
Der Grund dafür ist das tosende Geräusch von einem Sportflugzeugpropeller
Der Flieger stürzt mit einer lauten Explosion kurz hinter ihm ab
Der Fuchs geht einfach langsam weiter und denkt nur kurz:
„Das war knapp“
Zuhause im Bau angekommen wird er von seiner Frau nicht mehr angenommen
Sie erschießt ihn wortlos begleitet von einem lauten Knall
Der Fuchs ist sofort tot und kommt sofort zu Fall
Kurz zuvor hatte die Frau Kenntnis erhalten von seinem erneuten Betrug
Und war es endlich Leid, sie hatte einfach genug

Björn Filsinger • April 2021


Nischen

Einer kleinen Meise wurde beim Fliegen immer schlecht
Insekten aus der Luft fangen klappte daher auch nicht so recht
Sie war eifrig und trainierte jeden Tag
Jedes Mal vergeblich, sie ständig wieder vor Angst auf dem Boden lag
Verhöhnt von den Kollegen und oft in den Hintern gepickt
Die Meise mit Sorge in die Zukunft blickt
Nun konnte sie aber gut singen
Ein guter Freund ihr riet das doch auf die Bühne zu bringen
Die ersten Auftritte machten ihr viel Mut
Auch ihrem Selbstbewusstsein tat es sehr gut
Jetzt gibt sie Benefizkonzerte in der ganzen Welt
Erntet viel Ruhm und kommt auch klar ohne viel Geld
Sie hat ihre Nische gefunden und ist sehr froh
Manchmal geht’s halt unkonventionell
Mit offenem Blick, einfach so

Björn Filsinger • April 2021


Der Wettkampf

Das große Rennen „Käfer gegen Wurm“
Wer ist wohl Erster oben auf dem Turm?
Der Startschuss fällt, Herr Wurm sich schnell zusammenbiegt
Frau Käfer einfach Richtung Spitze fliegt
Sie hatte vor Freude das Regelwerk ignoriert
Und wird deshalb sofort disqualifiziert
Es gab das Verbot die Flügel zu benutzen
Die Jury wollte ihr sogar vorm Start dieselben stutzen
Nun ist der Wurm der Sieger,
denn der Käfer kann nicht anders
sie ist halt ein Flieger
Und die Moral von der Geschicht:
Denk Dir eine aus, denn vor mir bekommst Du sie nicht

Björn Filsinger • April 2021

News

21.10.2021Redseelig – der Podcast

Die Folge 14 gibt es hier zu hören, der Podcast ist hier abrufbar oder überall, wo es Podcasts gibt. 
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