Kontrast

Gedichte von cmb*

* Autor ist der DGBS bekannt.

Zu viel

Zu viele Emails
zu viele Infos und zu viele Listen.
Zu viele Termine
zu viele Nachrichten und zu viele Fristen.
Ich bin müde, ich kann nicht mehr.
Wie ein Rechner dessen Arbeitsspeicher voll ist, quäle ich mich sehr.

Meine Befehle kommen nicht mehr durch.
Mein System wird lahm gelegt durch Angst und Furcht.

Mal reagiert es stark verzögert.
Immer wieder hängt es ganz und ich fühle mich komplett neben der Spur.
Dann gibt es kein vor und zurück.

Keine Priorität, keine Entscheidung und keine helfende Struktur.

Ich flehe Euch an,
lasst mich endlich mit Euren Vorschriften und Vorgaben in Ruhe.
Ich möchte frei sein, selber entscheiden was ich lasse und tue.

Ich möchte frei sein, warten, nichts tun, solang bis ich wieder spür was ich will.
Ich möchte doch nur frei sein, sag mir, verlang ich zu viel?!

cmb • Februar 2021


Dein Frieden

Vater, wie oft habe ich Dich gefunden?
Fühlte mich als Dein Sohn geboren.
Wie oft habe ich Dich dann wieder verloren?
Du warst auf einmal verschwunden
und warst nirgendwo zu finden.
Musste mich mühsam schinden,
musste mein Schiff ganz alleine führen,
musste wieder die Sehnsucht spüren
bis Dein Frieden konnte mich wieder rühren.

cmb • Februar 2021


Was zählt

Da ist ein Gefühl, das uns mit allem verbindet, uns kurz durchzuckt und wieder verschwindet.
Es ist Kraft und Energie.
Es lässt uns lebendig sein wie nie.

Da ist ein Gefühl, das uns warm durchströmt, unsere Herzen öffnet und mit allem versöhnt.
Es macht uns frei und klar.
Es ist wie es ist und es ist wunderbar.

Da ist es eine Sicht, die hat sich bewährt:
Es gibt nichts was zählt, wenn nicht die Liebe existiert.
Wir fühlen, es stimmt: Sie ist eine Kraft, die alles durchdringt.

Ja, dieses Gefühl, das uns alle verbindet:
Ich wünsche mir, dass es nie mehr verschwindet und das Feuer in uns für immer entzündet.

cmb • März 2021


Das wichtigste Axiom

Ich habe etwas gefunden,
eine Theorie, die alles erklärt.
Wir setzen nur voraus, dass die Liebe existiert.
Alles was als so selbstverständlich empfunden das arm und reich, das oben und unten, die Geburt und der Tod und auch die Zeit:
Vielleicht ist es nur Täuschung und Illusion, wer von uns weiß das schon?
Aber ganz sicher ist es nur Täuschung und Illusion ohne das wichtigste Axiom.

cmb • März 2021


Nur keine Missverständnisse

Nur weil ich gerade leise rede,
vergiss nicht, dass ich auch laut sein kann.

Nur weil ich gerade langsam gehe,
vergiss nicht, dass ich auch schnell sein kann.

Nur weil ich gerade ernst aussehe,
vergiss nicht, dass ich auch heiter sein kann.

Nur weil ich gerade unentschlossen bin,
vergiss nicht, dass ich mich auch entscheiden kann.

Nur weil ich gerade überfordert bin,
vergiss nicht, dass ich es auch bewältigen kann.

Nur weil ich gerade lieb aussehe,
vergiss nicht, dass ich auch böse sein kann.

Nur weil ich den Frieden liebe,
vergiss nicht, dass ich auch kämpfen kann.

Nur weil ich gerade keine Tränen habe,
vergiss nicht, dass ich auch weinen kann.

Nur weil da ein kleiner Junge in mir wohnt, vergiss nicht, ich bin erwachsen, ein Mann.

cmb • März 2021


Wenn es keinen Gott gibt

Wenn es keinen Gott gibt,
wieso gibt es dann Musik?
Wieso träumen wir von einer Welt ohne Leid und Krieg?
Wieso gibt es die Sehnsucht in unseren Herzen?
Wieso schaffen wir es all das Leid zu verschmerzen?

Wenn es keinen Gott gibt,
wieso ist die Sonne aufgegangen heute morgen?
Wieso vergessen wir immer wieder Kummer und Sorgen?
Wieso lachst Du so herzlich und heiter
und wieso dreht sich diese Erde immer weiter?

Wenn es keinen Gott gibt,
wieso trinken wir Wein und Bier?
Und wieso singen und tanzen wir?
Wieso gibt es Gitarren und das Klavier?
Sag, wieso sind wir dann eigentlich hier?

Wenn es keinen Gott gibt,
wieso existierst du? Du bist doch da!
Wieso gibt es Erdbeeren und Spargel jedes Jahr?
Wieso leuchten Deine Augen? Sie strahlen so schön.
Überall diese Schönheit, kannst du sie sehn?

cmb • März 2021


Solche Tage

Es gab Tage, an denen ich Dich nicht gesehen habe, obwohl Du direkt vor meinen Augen warst.
Es gab Tage, an denen ich Dich nicht gehört habe, obwohl Du die ganze Zeit zu mir gesprochen hast.
Es gab Tage, an denen habe ich Dich nicht gespürt, obwohl Du geatmet hast und mir nah warst.
Es gab Tage, an denen habe ich Dich nicht gerochen und doch warst Du die ganze Zeit bei mir.
Es gab Tage, an denen ich Dich nicht geschmeckt habe, obwohl Du mich geküsst hast.
Es gab Tage, an denen waren wir zusammen und doch die ganze Zeit einsam.
Es gab Tage, an denen wir uns nah waren und doch so fern.
Und dann gibt es diese Tage an denen es anders ist. Ich weiß, ich fühle, ich höre, ich sehe: Du bist da.
Gott sei Dank.

cmb • März 2021

News

29.08.2021Prometheus dis.order

Am 3. September feiert „Prometheus dis.order“ in der Düsseldorfer Tonhalle Premiere. Ihre Inszenierung für das BTHVN-Jubiläumsjahr widmen Nick & Clemens [… weiterlesen]
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