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Toller Hecht

Da häng ich nun seit langem im Emsbach rum,
die Brühe schmeckt immer mehr nach allerlei Dung,
ist trübe, kaum ein Fischlein wirkt zum fressen schön,
mein Bart immer grauer, ich find´s einfach schitte-bön.

Nur einmal noch will ich, wie in meinen jungen Jahren,
in die Fremde ziehen, an jungem Fischfleisch mich laben.
Passieren wird mir dabei nichts, denn ich hab nen starken Biss,
vor mir Kraftprotz, da haben sie alle so richtig Schiss.

Die Aussicht auf junger Fischlein verspieltes Treiben,
lässt mich keinen Augenblick mehr länger hier bleiben.
Schnell gedehnt und auch gestreckt meine alten Gräten,
die Brille noch und das Gepäck; bin dann erst mal weg.

Ein paar Staustufen überspring ich im Fosburyflop,
schnell aus dem miefigen Bach raus in die Lahn, dem ersten Stopp.
Sehen kann ich auch hier wieder nichts, braun und trüb, wieder ein Flop.
Was Sehen, steckt fest in meinem Kopf, sonst bleib ich ein armer Tropf.

Drum streck ich neugierig den Kopf aus der eingefärbten Brühe raus,
die 1. Schleuse stoppt jäh meinen bisher recht schnellen Schwimmlauf.
Schnell tauch ich ab, entgeh den scharfen Paddeln und Schrauben auch,
das Tor geht auf, schnell, schnell hinaus, ich bin wieder ganz passabel drauf.

Wenig später, kommt der Dom, die 7 Köpfe spiegeln in der Lahn die Sonne schon,
für mich sieht es so aus, als stünd sein Schiff mittendrin; der Anblick, mein erster Lohn.
Bald quere ich ein gezacktes Schloss; im Gleichschritt, kommandiert wer einen Tross.
Echt lustig sehen die Männlein aus, ihren Kopf zieren Töpfe mit Netzen darauf.

Jetzt geht es vielfach schneller durch den engeren, steileren, geschliffenen Fels,
das Wasser ward minütlich frischer was der Sicht wieder seinen Namen gab.
Einige Meilen treib ich so vor mich hin, nach einem Jackpot steht mir der Sinn,
ob in Ems ist ein Fisch- Roulette aufgebaut, jedenfalls wird es schon richtig laut.

Natürlich nicht, doch woher kommt denn der Krach, viele jubeln dem Zug heftig nach,
rosengeschmückte Wagen ziehen vorbei, Kinder machen das meiste Geschrei.
Zünftige Musik zieht auch vorbei, Rosenkönigin und Adjutanten werfen so Allerlei,
das Publikum ist ganz entzückt, mir Hecht hingegen ist´s längst schon einerlei.

Den Fluss zieht’s hinab, zu vereinen sich mit dem Rhein; ich fühl mich daheim.
An viele Begebenheiten werde ich dort erinnert, hier war`s früher nobel und fein.
Ich biege ab und schwimm mit dem Strom, da hat der Alte Vater mich auch schon.
Einen Blick hinaus muss ich mal wagen, ja die Weinberge, es ist kaum zu sagen.

Was ist denn das, er schmeckt ja ganz anders, als er mir in Erinnerung war,
nach leckerem Riesling sollte er schmecken, Öl tat ihn jetzt mächtig verdrecken.
Hier länger bleiben käm mir nicht in den Sinn, in ein frisches Flüsschen muss ich rinn,
ich warf noch einen Blick auf`s närrische Kölle mit dem Dom und den bützenden Mariechen.

Schnell nur noch durch Kommissar Schimanskis verruchtes Groß-Hafenrevier,
große Pötte liegen vor Anker hier. Gangster trachteten nach dem Leben mir.
Endlich ist vorbei die Tour durch das todbringende, ätzende Kohlerevier,
rein in das edle, wundervolle Elixier, dem Oberlauf der wunderschönen Ruhr.

Die letzten Kilometer hatten noch einen faden, industriellen Beigeschmack,
doch mit jeder Windung, jedem Flossenschlag erfüllt sich mehr mein Traum,
vom erquickenden Nass dieses Flüssleins; ich bin ganz bei mir, ich bleibe hier.

Genüsslich lass ich mich gen Quelle treiben, Fischlein mir die Zeit vertreiben,
gelegentlich schnapp ich mal zu, dann lass ich sie auch wieder ganz in Ruh.
An einer Bucht siedelt ich mich zum ausruhen an, der lange Weg hat weh getan,
seh dem bunten Treiben munterer Fischlein zu, jetzt fressen, dachte ich im Nu.

Schoss aus meiner Deckung raus, im Maul zappelte ein süßer Happen.
Auweh, ein Stich, ein Schmerz, ein fester Ruck, alles ging ruck zuck.
In hohem Bogen flog ich aus dem Wasser raus, ich denk, ist das mein Garaus?
Zappelte in einem Netz, dann, plumps, in einen großen Eimer mit eingesetzt.

Irgendetwas schleppte mich von der Ruhr weg in ein einsames Haus,
wo, ich dachte, man wird holen das große Schlachtermesser raus.
Eine große Wanne wurde vollgemacht, ich sag mir selbst, gute Nacht,
hinein man ließ mich gleiten; der Tod sollte mich dort noch nicht ereilen.

3-Mal tags und in der Nacht, ein Weib, die hat mit mir ein Spiel gemacht,
streichelte mir zärtlich meinen Bauch, erst vorne aber dann hinten auch.
Legt mich in ihren warmen Schoß, was ich, ich muss sagen, sehr genoss,
worauf sie sagt, wenn du ein Prinz wirst, lass ich dich als Hecht frei.

Ich ward ein Prinz und ihr König auch, womit erfüllt sich ein alter Brauch.
Weil ich die Zeit auch nach meiner Wandlung hab sehr mit ihr genossen,
bin ich bis heute immer noch, in meine Meisterfischerin verschossen.
Zwischenzeitlich sind wir von dort fort, wohnen glücklich an altem Ort.

In den ersten Bach brauch ich nicht mehr rein, aber er soll jetzt sauber sein.


© Franz Moritz Sturm 2012


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