Kontrast

Gedichte von Sandra Bierwirth

Sandra Bierwirth über ihre Gedichte

Eine Krankheit verändert das Leben von einem Tag auf den anderen.

Im Jahre 2005 erhalte ich nach meiner ersten Manie die Diagnose “Bipolare Störung“. Schwere depressive Phasen lagen damals hinter mir und so hatte das “Kind“ nun endlich einen Namen!

Seitdem schreibe ich Gedichte. Sie sind für mich eine Form der Krankheitsbewältigung und Ausdruck meiner Emotionen. Ich schöpfe immer wieder neue Kraft aus ihnen. Durch das Schreiben versuche ich mit der Krankheit im Einklang zu leben, mit meinem Gefühlschaos umzugehen und den Weg in eine innere Balance zu finden.

Ich verarbeite in meinen Gedichten die Gefühle der erlebten Manien ebenso wie den wiederkehrenden Schmerz in den Depressionen und den Versuch des inneren Loslassens. Aber auch Zeiten im ruhigen Fahrwasser des Lebens lassen meine Gedanken fließen und finden Platz in meinen Gedichten.

Das “Manisch-Depressiv-Sein“ veränderte mich und fortan auch meine Lebenseinstellung. Trotz der Erkrankung oder vielleicht gerade deshalb, versuche ich das Leben zu genießen, auch wenn es an manchen Tagen schwerer fällt.

Eine Kontaktaufnahme ist über die DGBS möglich. Ich freue mich über Feedback!


Eigener Sklave
Vom Irrsinn des Denkens
Du, Manie
Wolkenbilder
Freisein der Gefühle
Tag und Nacht
Vertraut
Loslassen ist der Stern der Freiheit

 


 

Eigener Sklave

Ich werde nicht Sklave meiner Gedankenwelt sein,
die unrealistisch und fernab meiner Ziele sind.
Jeden Tag versuche ich aufs Neue negative Wellen
zur Brandung zu bringen und positive
ausgewogene Wellen tanzen zu lassen!

Auf ein Tief folgt ein Hoch, Traurigkeit weicht
und das Lächeln kehrt in mein Gesicht zurück.
Warum das so ist - ich weiß es nicht.
Ich frag nicht mehr nach, ich bin halt so wie ich bin.
Trage viele Farben in mir und eine ist halt schwarz.

© Sandra Bierwirth


 

Vom Irrsinn des Denkens

Das gefühllose Gefühl
ist da in meinen Körper.
Macht sich breit in ihm
dehnt sich aus, lässt ihn nicht los.

Für Tage, Stunden, Minuten
bin ich innerlich verstummt,
Fühl mich allein, obwohl ich´s nicht bin.
Ich bin Teil eines Ganzen, das weiß ich genau.

Warum lass ich nicht einfach geschehen,
mich einfach leiten von diesem Gefühl.
Vielleicht ist es mal wieder ein Zeichen,
fürs Loslassen vergangener Zeiten.

Warum krieg ich den Kopf nicht frei,
wer macht mich endlich frei?
Frei von Gedanken, die mich legen so lahm.
Ich kann es nur allein schaffen,
mit dem Glauben an mich und meinen Verstand!

© Sandra Bierwirth


Du, Manie

Manie, du bittersüßes Gift
liegst auf meinen Lippen
und ich nehme dich auf in mir!
Du verlässt mich nicht
zeigst mir von nun an den Weg
und ich vertrau dir blind!
Unsere Gedanken sind eins -
Denn du bist die Kraft in mir -
Du bunte Manie, begleit mich doch nur
statt zu ergreifen die Macht über mich
und die Scherben liegen dann unter mir!

© Sandra Bierwirth


 

Wolkenbilder

Wolkenbilder am Himmel,
hier scheinen sie wie gemalt zu sein

Wie eine Schrift in weiß auf blauem Papier
So folg ich meinen Augen, schaue auf, verweile -

Und glaub, dass sei alles nur geschrieben für mich
Oder sieht vielleicht ein anderer das Gleiche am Himmel wie ich?

Ich bin zuhause, schau in den Himmel
Es ist vorbei, es gibt sie nicht, zumindest nicht hier

Es ist nur meiner Vorstellungskraft, der Phantasie wohl gegeben,
geschriebene Zahlen am Himmel erscheinen zu lassen und zu sehen!

© Sandra Bierwirth


 

Freisein der Gefühle

Freisein, die Freiheit zu sein und frei zu sein?
Wer nimmt sie mir? Wer schenkt sie mir? Ich?
Wie kann ich sie halten in mir,
ohne dass sie mich verlässt und mitnimmt,
was mich so stark gemacht hat.
Das Gefühl der Gefühllosigkeit
Gefühl ohne Gefühle -
Trauer im Herzen, ein Stich mir versetzt…
Ich fühle mich machtlos, bin ihr ergeben.
Ich fühle mich leer, in eine Hülle getaucht
mit dem Kopf nach unten, versenkt egal wohin -
Alles nimmt mir die Luft zum Atmen und
befreien scheint mir unmöglich zu sein.
Ich schaffe es heute nicht, vielleicht morgen?
Ein neuer Tag beginnt und lässt Vergangenes vergessen…

© Sandra Bierwirth


 

Tag und Nacht

Wie lang kann ein Tag sein,
wie kurz der Moment
an dem die Sonne unterging
und die Nacht hereinbrach,
in der ich wach lag
und darauf hoffte, dass die Sonne
die Nacht wieder verdrängt

© Sandra Bierwirth


 

Vertraut

Leih mir dein Ohr, damit ich dir flüstern kann,
dir sagen kann, was ich fühl!
Reich mir deine Hand, damit wir uns halten können,
auch ohne Worte, wir schweigen können
und die Zeit steht still!
Öffne deinen Mund, damit Wörter mein Ohr erreichen
und ich dir antworten kann!
Hand in Hand gemeinsam gehen -
der Zukunft entgegen!

© Sandra Bierwirth


 

Loslassen ist der Stern der Freiheit

Loslassen, das was geschah mit mir
Loslassen die Kraft, die mir nicht gut getan
Loslassen die Traurigkeit in mir, die Krankheit in mir

Festhalten das, was ich lernen kann aus ihr.
Um mein Innerstes zu stärken, meine Hülle nach außen tragen,
das alles was mich zudem macht, was ich bin.

All das was schmerzt und die Trauer loslassen,
den Kopf nicht in den Sand stecken.
Loslassen ist der Stern der Freiheit und ich werd ihn sehen.

© Sandra Bierwirth

 

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