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Kurzgeschichte von Björn Filsinger

Björn Filsinger über das Schreiben von Geschichten und die Erkrankung

Schon in der Schulzeit war meine Freude am Schreiben von Geschichten sehr ausgeprägt. Meine damalige Deutsch-Lehrerin hatte mich dadurch auch zu einer Veröffentlichung in einer Lokalzeitung ermuntert. Leider war später meine Kreativität immer nur im Vorfeld oder während einer manischen Phase so ausgeprägt, dass ich etwas zu Papier bringen konnte. Zum Abschluss einer Geschichte ist es dann nie gekommen oder es war so wirres Zeug, geprägt durch meine Gedankenraserei, dass niemand etwas damit anfangen konnte. Die Idee zum Schreiben von Kurzgeschichten ist durch mein großes Interesse an Stand-up-Comedy und dem Kabarett neu entflammt und mein Schreibstil wird auch durch diese Darstellungsart getragen. Getrieben von meinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn werfen mich sehr häufig für mich offensichtliche Missstände in unterschiedlichen Bereichen völlig aus der Bahn. Meine Wut und die Verzweiflung über meine Handlungsunfähigkeit, etwas zu verändern und auch die Illusion eines unkomplizierteren Miteinanders soll durch die schriftlichen Formulierungen ihres fiktiven Charakters entledigt werden. Der Gedanke, auch meine innerliche Zerrissenheit und das Bedürfnis „gesehen zu werden“ in meinen Geschichten zu kompensieren, wurde von mir in Erwägung gezogen. Also versuchte ich, in der Geschichte meiner Wut und der Verzweiflung Ausdruck zu verleihen und verpackte sie mit ein wenig Humor, Witz und Sarkasmus. Entscheidend für mich war, die Sache bis zum Ende durchzuziehen und die Hoffnung, mich ein wenig besser zu fühlen.

Durch die Beeinträchtigung (bipolar affektive Störung) wurden viele Projekte von mir geplant, fanden leider aber sehr oft keinen Abschluss. Diese Geschichte besitzt eine Einleitung, einen Mittelteil und auch ein Ende. In mir hat sich während und durch das Schreiben eindeutig etwas verändert. Was da genau vorgegangen ist und zu einer inneren Ausgeglichenheit geführt hat, bedarf wohl noch einer längeren Analyse. Sicher kann ich behaupten, mir ging es nach dem Schreiben erheblich besser und vielleicht ist diese Kreativität ein neues Ventil für mich, um ein wenig Dampf abzulassen. Wünschen würde ich es mir, auch für meine Frau, die oft genug meine Verbitterung und meine Wut auffängt, die mich ertragen muss und mich trotz meiner Beeinträchtigung immer wieder aufs Neue stützt. Wenn durch meine Schreiberei auch unsere Beziehung etwas Entlastung erfährt, wäre das ein toller Effekt. Es sind nicht viele in der Lage und haben die Kraft, mit Menschen wie mir in einer Beziehung zu leben. Die in den Jahren noch übrig geblieben sind, möchte ich auf keinen Fall missen und die, die mich liebt, nicht auch noch verlieren. Deshalb nutze ich jede Möglichkeit, meine Stimmungsschwankungen in einem erträglichen Maß zu halten, und wenn Schreiben mich dabei unterstützt, dann schreibe ich auch.

Foto © Björn Filsinger

„Prozess-Optimierung“ im Alltag

Die Sache mit der Rinne

Extrem harte Zeiten sind das heutzutage, in denen sich sogar in mir sehr oft Schwierigkeiten ansammeln, die in ihrer gefühlten Masse für mich kaum noch Raum lassen, um mich einfach nur so, wie es eigentlich sinnig wäre, ganz entspannt im Alltag zurechtzufinden.

Da ereilt einen urplötzlich, aus heiterem Himmel (wo sich meiner doch meistens sehr bedeckt hält), die Nachricht von dem „Coming-Out“ eines guten Freundes. Mit dem hast du vor noch gar nicht so langer Zeit, es war auf der letzten Konfirmationsausfahrt, deinen Schlafsack geteilt? Kurz vorm Wegnicken wurde damals aber nicht über sexuelle Ausrichtungen diskutiert. Wir hatten denselben Outdoor-Hersteller und die Reißverschlüsse passten exakt ineinander. Also eine große Decke zusammengeratscht und uns drunter geschmissen. Einen Gedanken daran, dass diese Aktion in irgendeiner Weise mit der abgedroschenen Phrase „aus der Reihe tanzen“ in Verbindung stehen könnte, gab es überhaupt nicht. Und was soll jetzt mit ihm passiert sein? Es ist etwas über ihn „rausgekommen“ oder ans Tageslicht gelangt (wenn ich den Begriff „Coming-Out“ richtig übersetze)? Wir haben uns doch schon immer über die Dinge ausgetauscht, die uns bewegten. Grenzenloses Vertrauen war bei uns eine Selbstverständlichkeit. Jetzt will er mit dem alten Hut: „Männer sind doch mehr mein Ding!“ versuchen, ein Riesenfass aufzumachen, weil das mal grade so trendy ist? Da steckt bestimmt seine „Alte Zippe“, die Ann-Katrin dahinter! Die mochte ich noch nie, die hatte mit geschlechterspezifischen Themen schon immer extreme Probleme. Konservativ ist die, in fast allen gesellschaftspolitischen Angelegenheiten, aber auch sowas von konservativ. Nee, die mag ich überhaupt nicht. Sollte sich mal einige Akteure beim ESC reinziehen (für Ann-Katrin: European Song Contest!), die brauchen sich heute gar nicht mehr zwischen Männlein und Weiblein eindeutig zu entscheiden. Die bedienen sich an sämtlichen geschlechtsbezogenen Attributen und das ist denen dann völlig „Wurst“. Dazu stammen die auch noch aus einem Land, das im Alleingang Einreise-Kontingente beschließt. Wenn 80 Flüchtlinge eingereist sind, wird hinter dem letzten die Schranke zugehauen. Es ist denen täglich scheißegal, was mit den restlichen Tausenden von verzweifelten Menschen passiert, das wird dann einfach auf morgen verschoben. Eine Berg-Ziegen-Region eben. Leider keine Erklärung für die innere Zerrissenheit der Einwohner, nur für die Unfähigkeit der politischen Führungsriege. Viele dort kämpfen ganz offensichtlich mit extremen politischen und auch persönlichen Entscheidungskonflikten. Die Politik kann sich nicht für eine gemeinsame Lösung entscheiden und weigert sich, mit ihren Bündnispartnern einen Plan für die humane Integration der Flüchtlingsströme auszuarbeiten. Die Bürger gehen einem Für oder Wider einfach aus dem Weg. Schmeißen alles in einen Topf und dann stehen da solche Gestalten wie beim ESC (für Ann-Katrin: European-Song-Contest!) auf der Bühne, hinterm Mikro eine Frauengestalt mit Vollbart. Mit solch einer Zerrissenheit sollte sich die Ann-Katrin mal lieber auseinandersetzen. Was über ihren Hans-Dieter auch immer rausgekommen sein soll, weiß ich bis heute nicht. Mit dem ist sie auf jeden Fall noch gut bedient, und dass Männer auch Männer lieben, ist doch schon seit Ewigkeiten bekannt. Wer sollte sich auch anmaßen, uns in der Richtung Vorschriften zu machen - außer Ann-Katrin natürlich. Die mag ich aber auch so wirklich überhaupt nicht, die alte Zippe. Weiterlesen...

 

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