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Kurzgeschichte von P. Z. *

Mein Hund Paulchen

Paulchens fiktiver Brief an seine Vorbesitzer

19.02.2009

Hallo, meine Lieben,

jetzt muss ich mich auch mal zu Wort melden und über mein neues Zuhause berichten:

Junge, ich kann Euch sagen, mir kommt's vor, als hätte ich hier schon immer gewohnt. Na ja, "gewohnt" trifft's echt: Ich habe ein Bett, gleich neben Frauchens; das hat sie aus einem alten Daunenbett für mich gemacht, inklusive Kuschelkissen. Da mach ich mir's immer gleich gemütlich, nachdem ich mein Abendbrot-Knusperknäcke mit Leberwurst verspeist habe. Einen kleinen Moment warte ich allerdings erst, muss ja gucken, was da bei Frauchen auf der Abendkarte steht, könnte ja was verpassen!

Auf dem Sofa habe ich noch ein kuschelig-warmes Schaffell. Da mache ich immer mein Nachmittagsnickerchen, nachdem ich mit Frauchen draußen herumgetobt und lecker Mittagessen gegessen habe. A propos Mittagessen: Wir haben am 16. ja einmonatiges Jubiläum gefeiert. Zur Feier des Tages gab's lecker Hühnersuppe (von Frauchen selbst gekocht) mit geriebenen Möhren und Haferflocken; davon würde ich am liebsten immer gleich zwei Portionen verdrücken!

Das Körbchen von meinem Vorgänger Cookie nutze ich jetzt auch immer für ein Nickerchen; es steht im Flur, genau an der Wohnungstür, und dadurch kriege ich immer sofort alles mit, was so im Hause und an der Eingangstür abgeht und kann dann auch postwendend Alarm geben, wenn da irgendwas ist, das meinen Unwillen oder mein Misstrauen weckt.

Als ich hier ankam, hatte ich eine supertolle Begrüßung von allen Kumpels im Hause. Sparky, der kleine Welpe bei uns gegenüber, geht mir mittlerweile allerdings ganz schön auf den Keks; immer springt er mir auf den Kopf oder ganz auf mich drauf. Da muss ich dann schon mal ziemlich bissig und zickig werden, damit der endlich Ruhe gibt. Im Moment stört er mich am meisten, wenn er auf unseren Spaziergängen dabei ist. Der kleine Depp kapiert doch gar nichts, und hören kann er auch nicht (bei mir genügt ein Pfiff von Frauchen, und schon bin ich unterwegs zu ihr!). Gerade heute war ich wieder so konzentriert darauf, Frauchens Schnee-Abschüsse zu schnappen, als dieser kleene Blödian mir immer dazwischenfunkt! Das war wirklich zu ärgerlich! Bin doch gerade dabei, meine Sprungtechnik zu perfektionieren: Sobald Frauchen mit ihrem Schuh "den Schnee abschießt", hebe ich ab wie ein HB-Männchen, mache in der Luft eine elegante Drehung und schnappe mir den Schneeball! Dabei klappern meine Zähne wie die Kastagnetten einer spanischen Flamenco-Tänzerin! Ich kann dabei auch schon einen Rückwärts-Überschlag, aber das klappt bisher noch nicht so oft (eigentlich mehr aus Zufall, aber: Pssst! Das braucht ja keiner zu wissen!). Frauchen sagt dann immer, ich sei ein kleiner Tanzbär und reif für den Zirkus! Am Anfang fand ich ja das Stöckchen-Werfen und -Holen ganz cool. Dann haben wir das mit Tannenzapfen gemacht - aber hallo, das war ja noch viel besser! Im Moment aber geht doch nichts über Schnee-Fangen im Flug - das ist einfach obersupermegacool!! Schade, dass Frauchen so schnell müde wird; sie sagt dann immer „Pause!“, und das versteh ich auch. Aber wenn ich dann so richtig in Fahrt bin, kann ich mich gar nicht mehr bremsen! Ich versuch dann immer, Frauchen wieder in Schwung zu bringen, indem ich an ihren Schnürsenkeln oder ihrem Hosenbein ziehe; hilft aber leider nicht…

Ich habe hier schon viele Kumpels, mit denen ich gerne herum tobe: Bei uns im Haus ist da Meilo, unser junger Labrador-Mischling: Wir beide toben das gesamte Treppenhaus immer wieder rauf und runter, wobei ich eindeutig der Wildeste bin; ich amüsiere dabei immer „wie Bolle" und kann gar kein Ende finden. Na, wartet mal, bis wir in den Garten können, da steppt dann aber der Bär, könnt Ihr mir glauben!

Dann gibt es da noch meinen besonderen Freund und Schützling: Schneeball, einen Schlittenhund-Welpen. Der wurde neulich von so einem richtigen Rüpel von 7 Monaten angemacht. Da bin ich aber sofort eingeschritten und hab dem gleich mal gezeigt, wo's lang geht. Der hat von mir so die Hucke voll gekriegt, dass er auch Jahre später gleich einen großen Bogen um mich macht, sobald er mich nur von weitem sieht…!

Mounty ist mein liebster Freund - das war Liebe auf den ersten Blick; er ist ein Super-Spielkumpel, mit dem man auf dem Feld im Wald klasse herumtollen kann; Mounty ist übrigens ein großer Husky.

Dann habe ich da noch Kenzo - der riesige Berner Sennhund hat die Ruhe weg, das kann ich Euch sagen. Aber er weint immer richtig, wenn er mich sieht, und dafür wird er von mir auch ordentlich abgeküsst!

Außerdem sind da noch Herr Schröder und sein Bruder Tommy; die beiden haben nur Blödsinn im Kopf. Da hat Frauchen mit mir das erste Mal richtig geschimpft: Mit Tommy zusammen haben wir nämlich Radfahrer-Jagen gespielt. Mann, da habe ich aber 'ne Abreibung bekommen! Das war mir aber der ganze Spaß wert...

Ach so, ich habe noch meine Freundin Kira vergessen: elegante Wolfsspitz-Dame, bisschen zu pummelig, aber sie arbeitet dran; da unterstütze ich sie natürlich mit meinen Fitness-Sprints, die sie auch begeistert mitmacht - so haben wir beide was davon!

Frauchen hatte übrigens eine böse Erkältung, deshalb konnten wir uns so lange nicht melden. Aber ich passe immer gut auf Frauchen auf, auch als sie sich neulich auf dem Glatteis langgelegt hat. Hi, hi, das sah vielleicht ulkig aus - na ja, ich will nicht schadenfroh sein. Hochziehen konnte ich sie ja nicht (ganz), auch wenn ich ein starker Kerl bin, aber dass sie eine ordentliche Beule auf der Hinterseite hatte, habe ich schon mitgekriegt. Mein Mitgefühl habe ich dann mit vielen, vielen Küsschen kundgetan!

Überhaupt finde ich es klasse, dass man mit Frauchen so schön schmusen und kuscheln kann - insbesondere auf dem Sofa. Da lasse ich mich dann ordentlich betüddeln und knuddeln, während ich gleichzeitig Frauchen abschlecke. Das Ganze hat außerdem noch eine positive Begleiterscheinung: Frauchen kommt so nämlich nicht zum Rauchen!

Morgens, wenn ich merke, Frauchen ist wach, steige ich zu ihr ins Bett - gleich unter die Bettdecke, kuschele ich mich ganz dicht an sie ran; das ist so schööön....!

Wie Ihr seht, meine Lieben, geht es mir hier gut, und ich vermisse nichts - außer Euch, manchmal. Vielleicht kann ich Frauchen ja mal überreden, dass wir Euch besuchen kommen, wenn das Wetter wieder besser wird.

Viele Küsschen von

Eurem Paulchen (ehemals Georg)

 

© P. Z. *

* Der Name der Autorin ist der DGBS bekannt.

 

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