Herzlich willkommen,
User

Menu

Newsletteranmeldung

Wir halten Sie kostenlos immer auf dem Laufenden!


Ich stimme zu, dass diese Angaben zur Beantwortung meiner Anfrage verarbeitet und gespeichert werden. Ihre Daten werden nach abgeschlossener Bearbeitung dieser Anfrage gelöscht. Sie können auch zukünftig Ihre Einwilligung mit einer E-Mail an info[at]dgbs.de widerrufen. Ausführliche Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in der Datenschutzerklärung

 

DGBS Aretäus-Preis 2017

Vor der Laudatio erläuterte Prof. Dr. Martin Schäfer Hintergrund und Historie des Aretäus-Preises und stellte die beiden Preisträger kurz vor:

Horst Giesler übernahm als erstes offizielles Amt 2005 anlässlich der 5. Jahrestagung in Bonn die Sprecherfunktion der neu gegründeten Angehörigen-Initiative und entwickelte mit den Angehörigen die ersten Angehörigen-Seminare. Im September 2007 wurde Herr Giesler als Angehörigenvertreter in den Vorstand der DGBS gewählt. Wichtige Akzente waren die Mitarbeit an der S3-Leitlinie, die Arbeit an der Satzung hin zur Gemeinnützigkeit und die Aufnahme in 2010 in die BAG SELBSTHILFE. Neben zwei Selbsthilfegruppen für Angehörige, die er ins Leben gerufen hat, ist er auch Mitglied im Vorstand im Bündnis gegen Depression in Nordhessen.

Barbara Wagenblast hob sich ebenfalls über viele Jahre durch außergewöhnlichen Einsatz in der DGBS und für die DGBS im Bereich Angehörigenarbeit hervor. Zu nennen ist u.a. der Einsatz über 6 Jahre (2009-2015) als Mitglied im Vorstand. Sie gründete 2007 eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von bipolar Erkrankten und engagiert sich seitdem in der Schulung von Angehörigen. So organisiert sie seit 2010 die so wichtigen und gut besuchten Seminare für Angehörige in ganz Deutschland und ebenfalls das Beratungstelefon der DGBS. Nebenbei findet sie auch noch Zeit Vorträge für Ärzte und Pflegekräfte zu halten und Informationsstände der DGBS bei zahlreichen Tagungen und Kongressen zu betreuen.

Laudatio zum DGBS Aretäus-Preis 2017

Prof. Schäfer hat schon vieles genannt, was die beiden Gelobten über viele Jahre hinweg erkämpft und erreicht haben. Ich könnte noch viele weitere Einzelverdienste aufzählen, aber ich finde es wichtiger, und ich denke, dass auch die Geehrten es wichtiger finden, darüber zu sprechen, warum dieses Engagement so wichtig ist.

Die Bipolare Störung ist eine Erkrankung, mit der sich nicht nur der Erkrankte, sondern die ganze Familie auseinandersetzen muss.

Bevor eine Diagnose gestellt wird, geht eine Familie nicht selten jahrelang mit durch Höhen und Tiefen. Die Angehörigen sind in der Regel von der Situation völlig überfordert und tun in ihrer Hilflosigkeit - sicher häufig mit bester Absicht! - genau das Falscheste. Was müssen Angehörige tun, um ihren erkrankten Liebsten wirklich zu helfen? Und zwar ohne gleichzeitig aus Überforderung, Verzweiflung und Angst selbst in die Knie zu gehen, physisch, psychisch, sozial und finanziell? Das muss ihnen doch jemand sagen. Das kann man sich nicht ausdenken.

Doch in der Regel spricht keiner mit den Angehörigen.

Irgendwann gibt es möglicherweise eine Diagnose und dann? Dann brauchen Angehörige Menschen wie Barbara Wagenblast und Horst Giesler:

  • Sie brauchen Informationen zum Umgang mit der Erkrankung z.B. über Telefonberatung, Angehörigenseminare, Selbsthilfegruppen; sie brauchen Kontakt zu anderen Angehörigen. Sie müssen reden können. Mit ihrem Umfeld können sie nicht reden. Das Umfeld kann das Thema nach einiger Zeit nicht mehr hören. Neben allen anderen Schwierigkeiten, wird man ausgegrenzt. Man grenzt sich auch selbst aus. Die Stigmatisierung der Erkrankung ist immer noch haushoch. Denken Sie an die Reaktionen nach dem Germanwings-Absturz. Aber vielleicht reicht auch schon der Gedanke an die Reaktion der Nachbarn.
  • Angehörige brauchen ganz praktische Hilfestellungen: Was muss ich machen? Wer hilft uns? Wie funktioniert das Versorgungssystem? Was passiert in der Klinik?
  • Angehörige brauchen Entlastung in jeder Hinsicht. Auch bezüglich ihrer Selbstzweifel und diffusen Schuldgefühle. Die meisten fragen sich irgendwann: "Was habe ich falsch gemacht?" Und stellen Sie sich vor, wie es einem Angehörigen geht, der eine Zwangseinweisung des Partners, Kindes oder eines Elternteils veranlassen oder zulassen musste. Es geht einem nicht gut dabei.

Viel schöner wäre doch eine Welt, wo wir Angehörige

  • von den Ärzten und Versorgern informiert und einbezogen würden - Trialog!
  • wo wir mit der Zeit ein entspannteres Verhältnis zur Erkrankung bekämen.
  • wo wir akzeptieren könnten, dass diese spezielle Verletzlichkeit unseres Familienmitglieds Teil unseres Lebens ist, uns das aber keine Angst mehr zu machen braucht, weil wir gelernt haben, besser miteinander umzugehen.

Von selbst passiert das alles aber nicht.

Heinz Deger-Erlenmeyer, ein Urgestein in der Angehörigenbewegung, schrieb 1992, also vor 25 Jahren:

"Angehörige und Familien psychisch Kranker, die bis vor einigen Jahren, obwohl existenziell betroffen, hinter den Mauern ihrer Sprachlosigkeit als verschollen galten oder als "Ungehörige" von den psychiatrisch Tätigen dorthin verbannt wurden, melden sich zu Wort. Sie fordern Mitsprache und bringen ihre in langen Jahren erworbene Kompetenz im Umgang mit dem psychiatrischen Versorgungssystem in den Meinungsprozess ein. Eine bisher unbekannte Größe gewinnt Kontur, ein unberechenbarer Faktor belebt die Psychiatrieszene, und diese hat davon Kenntnis genommen."

Heute, 25 Jahre später, fürchte ich: Der Elan dieser Bewegung hat eher wieder abgenommen. Das darf aber nicht sein. Das ist ein Rückschritt. Zum Trialog müssen alle drei Seiten sich einbringen. Und genau deshalb ist die Arbeit von Barbara Wagenblast und Horst Giesler so wichtig:

Mit großem persönlichen, ehrenamtlichen (!) Einsatz, öffentlichen Auftritten, politischer Vernetzung und viel Geduld und Spucke schaffen sie es trotz eigener Belastung in der Familie, ganz konkret im Einzelfall zu helfen und außerdem den Angehörigen eine öffentliche Stimme zu geben.

Also, wer das schafft, dem gebührt auf jeden Fall der Aretäus-Preis!

Herzlichen Glückwunsch!

Stefanie Hubert

Stefanie Huberts Laudatio
v.l.: Karl-Heinz Möhrmann (in Vertretung von Horst Giesler), Barbara Wagenblast,
Prof. Martin Schäfer (1. Vorsitzender der DGBS)
 

Aktuelle News

  • Uniklinik Frankfurt sucht Menschen mit bipolarer Störung für...

    Teilnehmer gesucht [… weiterlesen]


    alle News
  • Studie in Mainz: Verwandte von Bipolar-I-erkrankten Menschen...

    Für eine Studie an der Universität Mainz suchen wir psychisch gesunde Verwandte...[… weiterlesen]


    alle News
  • Mainzer Studie zu Stress, Emotionen und Gehirnstrukturen

    Teilnehmer gesucht[… weiterlesen]


    alle News
  • Studie in Hamburg: Ambulantes Monitoring mittels Smartphone bei...

    Teilnehmer gesucht[… weiterlesen]


    alle News
  • Patienten mit bipolarer Störung gesucht

    Studienzentrum Neuruppin/nördliches Brandenburg sucht Patienten mit bipolaren...[… weiterlesen]


    alle News
  • Patienten mit bipolaren Störungen gesucht

    Studienzentrum Neuruppin/nördliches Brandenburg sucht Patienten mit bipolaren...[… weiterlesen]


    alle News
  • Studie in Tübingen: Patienten mit einer bipolar-affektiven...

    Smartphone basiertes ambulantes Monitoring von Frühwarnsymptomen einschließlich...[… weiterlesen]


    alle News
  • Teilnehmer gesucht: Bipolife Studie am Uniklinikum Dresden

    Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbund...[… weiterlesen]


    alle News

Aktueller Terminhinweis

 
Cookies ermöglichen Ihnen die bestmögliche Nutzung dieser Website. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, erklären Sie sich mit unseren Datenschutzrichtlininen einverstanden.. Bestätigung mit »OK« schließt diesen Hinweis. mehr Infos / Datenschutzerklärung