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Transparenz 2013

Bericht des Vorstands 2013 (Auszüge)

anlässlich der Mitgliederversammlung am 19. September 2014 in Würzburg


Der Bericht umfasst die Bereiche:

  1. Entwicklung der Mitgliederzahlen
  2. Berichte aus den DGBS-Referaten
  3. Angehörigenarbeit
  4. Bipolar-Forum
  5. Politische Arbeit der DGBS
  6. DGBS Publikationen
  7. Bipolar Roadshow
  8. Aretäus-Preis
  9. Personalien
  10. Ausblick
  11. Danksagung

Das vergangene und bisherige Jahr seit der letzten Jahrestagung mit Neuwahlen des Vorstandes war geprägt von Aktivitäten zur Neubesetzung und Neustrukturierung der Geschäftsführung der DGBS, gefolgt von aus unserer Sicht bemerkenswerten und aufwendigen Aktivitäten im Bereich Öffentlichkeits- und Antistigmaarbeit mit der Bipolar Roadshow, sowie neuer Projekte zur Verbesserung der Versorgungslandschaft durch Verleihung des Gütesiegels an psychiatrische Kliniken mit einem besonderen Behandlungsangebot für Patienten mit Bipolaren Störungen und als weiteren Höhepunkt die erstmalige Ausschreibung des Aretäus-Preises zur Anerkennung außergewöhnlicher Leistungen im Bereich Bipolarer Störungen. Auf das alles soll später noch in aller Ausführlichkeit eingegangen werden.

Der neue Vorstand, der seit der letzten Jahrestagung mit vier neugewählten Mitgliedern sein Amt aufnahm, musste sich besonderen Herausforderungen stellen. Es darf an dieser Stelle nochmals betont werden, welchen zeitlichen Aufwand die Mitglieder der Vorstandes auch in diesem Jahr wieder ehrenamtlich neben ihren sonstigen Verpflichtungen eingebracht haben, um aktuelle Probleme zu meistern, Projekte anzuschieben und die DGBS in ihren Strukturen und Angeboten weiterzuentwickeln. Neben den regelmäßigen Treffen, Telefonaten, E-Mail-Kontakten untereinander, mit den Referaten und Arbeitsgruppen haben wir versucht, Anfragen vieler Mitglieder der DGBS mit Vorschlägen, Material, Informationen zu Veranstaltungen, Kritik und Anregungen zeitnah zu bearbeiten und zu beantworten. Wir hoffen, dass auch dieses weitgehend zufriedenstellend gelungen ist. Daher möchte ich schon an dieser Stelle allen Vorstandskollegen ausdrücklich für die geleistete Arbeit danken, denn ohne sie wäre die Verfolgung unserer Ziele nicht möglich.

Ganz speziell möchte ich hier auch den Mitarbeiterinnen in der Geschäftsstelle danken, ohne deren zuverlässige Arbeit ein reibungsloser Ablauf der Vereinsaktivitäten nicht denkbar wäre. Auf unsere neue Geschäftsführerin werde ich dabei später noch eingehen.

Die Arbeit im Vorstand ist wie schon erwähnt geprägt durch einen sehr hohen individuellen Einsatz, der nicht immer auf Dauer mit der persönlichen Lebenssituation zu vereinbaren ist. Wie vielen von Ihnen bekannt ist, hat sich im laufenden Jahr unser geschätzter Vorstandskollege und Betroffenenvertreter Heinrich-Werner Martens entschlossen, aus persönlichen Gründen sein Amt niederzulegen. Dieses bedeutete einen großen Verlust für die Arbeit des Vorstandes, aber wir haben die Entscheidung mit vollem Respekt entgegengenommen. Der Vorstand bedankt sich nochmals ausdrücklich für das Engagement von Herrn Martens und die Bereitschaft, dieses Amt zu übernehmen. Leider kann Herr Martens dieses Jahr nicht an der Tagung teilnehmen. Er hat mir jedoch schon mitgeteilt, dass er nächstes Jahr wieder dabei sein wird und er auch zukünftig in einem für ihn machbaren Aufwand der DGBS als aktives Mitglied erhalten bleibt. Vielen Dank nochmals an dieser Stelle für seinen Einsatz!

Nichtsdestotrotz muss die Arbeit des Vorstands weitergehen und aus diesem Grund werden wir heute ein neues Vorstandsmitglied wählen. Wir haben die Mitglieder im Vorfeld über die Wahl informiert und um Vorschläge für Kandidaten gebeten. Die Kandidaten, die sich erfreulicherweise für die Position des Betroffenenvertreters im Vorstand beworben haben, werden sich nachher bei Ihnen vorstellen und es wird natürlich auch die Möglichkeit bestehen, weitere Mitglieder zur Wahl vorzuschlagen.

Lassen Sie mich nun mit der Darstellung konkreter Projekte und Zahlen aus dem vergangenen Jahr fortfahren.

1. Entwicklung der Mitgliederzahlen

Die stetige gute Arbeit des Vereins schlägt sich auch in den steigenden Mitgliederzahlen nieder. Derzeit, zum Stand vom 31. August 2014, hat die DGBS 2161 Mitglieder im Vergleich zu 2013 mit 2.048. Von diesen sind 1047 (2013: 1.008) Betroffene, 401 (367) Angehörige, 397 (387) Professionelle, 18 (17) Interessierte und 295 (266) ohne Angaben sowie 3 Ehrenmitglieder.

Der Zuwachs betrug seit dem letzten Stichtag also insgesamt 193 Mitglieder, davon sind 16 Professionelle, 76 Betroffene, 58 Angehörige, 1 Interessierte und 42 ohne Angabe dem Verein bis zum 31. 8. 2014 beigetreten. Dagegen stehen die 88 Mitglieder, die zum 31. 12. 2013 die Mitgliedschaft gekündigt haben oder deren Mitgliedschaft durch Streichung aus dem Mitgliederverzeichnis gemäß § 6 unserer Satzung beendet wurde. Unterm Strich bleiben dann noch 2161 Mitglieder. Wir hoffen, dass sich diese erfreuliche Entwicklung fortsetzt.

2. Berichte aus den Referaten

Referat Forschung und internationale Beziehungen:

Forschung: Im vergangenen Jahr gab es eine erfreuliche und zugleich bedeutende Forschungsförderung für Bipolare Störungen: Mit einer Laufzeit von vier Jahren fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erstmalig im Rahmen eines Gesundheitsforschungsprogramms Forschungsvorhaben zu psychischen Erkrankungen. Aus insgesamt 46 Antragsskizzen wurden neun Verbünde zur Förderung empfohlen, einer von ihnen bezieht sich auf die Verbesserung des Erkennens und der Versorgung von Menschen mit Bipolaren Störungen (Verbundtitel: BipoLife).

Unter der Koordination von Prof. Michael Bauer vom Universitätsklinikum Dresden werden acht universitäre Zentren und weitere Partner, darunter die DGBS, gemeinsam an innovativen Forschungsthemen arbeiten.

BipoLife wird sich besonders auf eine Verbesserung der Diagnosestellung und Erkennen von Frühwarnzeichen von Rückfällen bei Bipolaren Störungen konzentrieren. Hierbei stehen drei Gruppen von Personen im Vordergrund: gesunde Menschen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko, Patientinnen und Patienten in einem Frühstadium der Erkrankung sowie Personen mit instabilem, depressivem Krankheitsverlauf, bei denen eine erhöhte Suizidgefahr besteht.

Ein erstes Treffen fand im Rahmen der Jahrestagung am gestrigen Donnerstag hier in Würzburg statt. Im Februar 2015 wird das gesamte Forschungsnetz gestartet, über einzelne Projekte von BipoLife werden Sie über die DGBS-Website bzw. über den Newsletter im Detail informiert.

In einem weiteren Ausschreiben zur Förderung von Arbeitsgruppen innerhalb Europas (ERANET-NEURON) wurde ebenfalls ein Verbundprojekt mit dem Schwerpunkt unipolar- und bipolar affektive Störungen mit Beteiligung von DGBS Mitgliedern berücksichtigt (Titel: INFLAME-D). Unter Leitung des 1. Vorsitzenden der DGBS Prof. Martin Schäfer aus Essen in Zusammenarbeit mit der Gruppe von Frau Dr. Friebe aus der Klinik von Professor Juckel aus Bochum sowie Experten aus Italien und Frankreich werden in den nächsten drei Jahren Projekte zur Erforschung von immunologischen Veränderungen bei uni- und bipolaren Depressionen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und entsprechenden europäischen Fördereinrichtungen finanziert. Auch über dieses Projekt sowie Möglichkeiten der Studienteilnahme, in der Immunparameter während depressiver Episoden untersucht werden, wird es Informationen auf der Website der DGBS geben.

Internationale Beziehungen: Im Bereich „Internationale Beziehungen“ richtete die DGBS erstmals im Kontext ihrer Mitgliedschaft in der globalen Dachorganisation ISBD auf dem Kongress der Internationalen Gesellschaft für Bipolare Störungen (ISBD) ein eigenes Symposium aus. Der 4-tägige Kongress fand im März in der Hauptstadt Südkoreas, Seoul, statt und war von Teilnehmern aus über 50 Ländern und allen Kontinenten sehr gut besucht. In diesem DGBS-Symposium zum Thema Trialog, geleitet von Prof. Andreas Reif, stellten der frühere 1. Vorsitzende der DGBS, Prof. Michael Bauer, die Geschichte und die trialogische Aufstellung unserer Gesellschaft vor, wobei er auch die trialogische Erarbeitung der S3-Leitlinie hervorhob; anschließend beleuchtete Martin Kolbe den praktizierten Trialog innerhalb einer Vereinigung aus der Sicht eines Betroffenenvertreters im Vorstand.

Marylou Selo stellte die Arbeit ihrer Stiftung sowie ein Schweizerisches Anti-Stigma-Projekt vor, Muffy Walker präsentierte ihre International Bipolar Foundation. Das Symposium war sehr gut besucht und löste anschließend eine lebhafte Debatte im Publikum aus.

Referat Versorgung:

Im letzten Jahr wurde erstmals das Gütesiegel der DGBS an psychiatrische Kliniken verliehen. Das Gütesiegel wurde zunächst an zwölf Kliniken verliehen, die nach einem definierten Kriterienkatalog besondere Behandlungs- und Informationsangebote für Menschen mit einer bipolaren Erkrankung und ihren Angehörigen anbieten und die sich in vorbildlicher Weise um die Versorgung von Patienten mit Bipolaren Störungen bemühen. Neben der Mitgliedschaft in der DGBS sind u.a. eine leitliniengerechte Behandlung, eine Spezialambulanz, Psychoedukationsgruppen und die Zusammenarbeit sowie Informationsveranstaltung für Selbsthilfe und Angehörige wichtige Gütesiegelkriterien, die von einer Kommission für jede einzelne Klinik geprüft werden.

Die Gütesiegelkliniken sind auf unserer Website veröffentlicht.

Die Bewerbung um das Bipolar-Qualitätssiegel geht nun in die zweite Runde. Es haben sich reaktiv auf unser Informationsschreiben im April an 73 Kliniken in NRW insgesamt elf zwischen Mai und Juli 2014 gemeldet und Interesse am Erwerb des Siegels signalisiert. Die Aufnahme und Erfüllung der Kriterien für eine Gütesiegelverleihung muss nun geprüft werden.

Als Ansprechpersonen für Fragen zum Gütesiegel stehen nach wie vor Prof. Dr. Assion und Frau Dr. Skiba, LWL-Klinik
Dortmund, zur Verfügung.

Referat Selbsthilfe:

Projekt „Lernort Selbsthilfe“

Um die wichtige Unterstützung durch Selbsthilfegruppen in Deutschland flächendeckend auszubauen und qualitativ zu
verbessern, startete im November 2011 in Freiburg ein Weiterbildungsprojekt der DGBS mit dem Titel „Lernort Selbsthilfe“. Diese Weiterbildung unter der Leitung einer Organisationsentwicklerin und Coach von Selbsthilfeorganisationen bestand aus acht dreitägigen Modulen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden zu Trainern geschult, die mittlerweile begonnen haben, Selbsthilfegruppenleiter und -leiterinnen weiterzubilden.

Die bisherigen Ergebnisse sind, dass 1. jetzt ein umfangreiches, abgestimmtes Lernfolienwerk besteht, dass 2. durch das Coaching die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in ihrer ehrenamtlichen Arbeit gefestigt wurden, dass 3. Selbsthilfegruppen-Neugründungen durch ausgebildete Trainer bereits gelungen sind und dass 4. ein Referenten-/Trainerpool zur Weiterbildung von
Selbsthilfegruppenleitern und -leiterinnen und auch zu Impulsreferaten vorhanden ist.

Im Juni 2013 wurde erstmals das Basisseminar veranstaltet. Es beinhaltete die Module „Fakten zur Bipolaren Störung“, „Identität der DGBS“ und „Gruppenarbeit und Selbstfürsorge“. Die erste Wiederholung ist noch für dieses Jahr in Planung. Das Aufbauseminar mit den Modulen „Selbstkompetenz und Kommunikation“, „Konfliktkompetenz“ und „Öffentlichkeitsarbeit“ wird 2015 stattfinden können.

Die Zahl der SH-Gruppen ist im Zeitraum Juni 2013 bis August 2014 leicht angestiegen von 124 auf 131 Gruppen:
Im Juni 2013
gab es 124 gesamt, davon
79 reine Betroffenengruppen
19 reine Angehörigengruppen
26 gemischte Gruppen.

Im August 2014
existierten 131 gesamt, davon
83 reine Betroffenengruppen
23 reine Angehörigengruppen
26 gemischte Gruppen.

4 davon befinden sich in Gründung.

Am Aufbau eines Selbsthilfenetzwerks auf Landesebene wird weiter gearbeitet. Es mangelt hier bisher vor allem an DGBS- Mitgliedern, die sich auf regionaler Ebene ehrenamtlich engagieren möchten und sich das auch zutrauen. Bei der diesjährigen Jahrestagung soll ein erstes orientierendes Treffen der SH-Gruppen aus Bayern stattfinden. Wer sich für das Amt eines Landesvertreters interessiert, um die Selbsthilfeaktivitäten auf Landesebene zu unterstützen und zu vertreten, wendet sich bitte an die Geschäftsstelle der DGBS.

Referat Öffentlichkeitsarbeit:

Unser Newsletter erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit, inzwischen wird er an mehr als 4.800 Abonnenten verschickt. Hier ist auch Ihre Beteiligung gefragt: Wir freuen uns über eingesandte Artikel aus Betroffenen-, Angehörigen- oder professioneller Sicht.

Die DGBS-Website wird weiterhin gepflegt und auf dem Lau-enden gehalten; hier erfahren Sie Aktuelles über Veranstaltungen und sonstige Neuigkeiten zum Thema, außerdem bekommen Sie auf unserer Seite die umfassendsten Informationen zur Erkrankung im deutschen Sprachraum.

Das Jahr 2014 bot ansonsten einige Anlässe für Pressemitteilungen der DGBS. Wir haben zahlreiche Pressemitteilungen zu aktuellen Anlässen rund um die Bipolare Störung verschickt, die Letzte zum Suizid von Robin Williams, auf die erstaunlicherweise aufgrund unserer Vermutung, er könne bipolar gewesen sein, eine bemerkenswerte Resonanz der Medien folgte. Auch die Bipolar Roadshow bot ausreichend Anlass für eine vielseitige Berichterstattung in den Printmedien, im Radio und sogar im Fernsehen. Zudem wurde auf RTL ein Fall eines bipolaren Patienten aus Essen seriös und objektiv in der Sendung „30 Minuten Deutschland“ geschildert.

In jedem Jahr gibt es dabei Anfragen von Redakteuren, die vor allem an persönlichen Erfahrungsberichten interessiert sind. Allgemeine Informationen zur Erkrankung an sich stoßen auf wenig mediale Resonanz. Die Verknüpfung von Krankheitsinformationen und persönlichem Schicksal war Kernkonzept der sogenannten Roadshow, die es daher den Medien leicht machte und zu einer hohen Medienresonanz führte.

Die DGBS versucht bei weiteren Anfragen lokale Ansprechpartner zu vermitteln. Wir wären daher dankbar, wenn sich hier Mitglieder (Betroffene und Angehörige) beim Referat oder der Geschäftsführung melden, die prinzipiell bereit wären, persönlich über die Erkrankung in der Zeitung, Radio oder auch Fernsehen zu berichten. Es erfolgt bei einer Anfrage in jedem Fall eine Rückfrage/Benachrichtigung durch die DGBS. Natürlich wird keine Person namentlich von uns an die Presse weitergemeldet.

3. Angehörigenarbeit

Ein besonderes Highlight war das Intensivseminar für Angehörige im Mai 2013. Aufgrund der vielen Erfahrungen aus 16 Basisseminaren mit insgesamt ca. 400 Teilnehmern, die die DGBS-Angehörigenvertreter seit 2006 deutschlandweit angeboten haben, wurden die Themen dieses dreitägigen Seminars zusammengestellt.

Ein Novum war die Einbeziehung von Betroffenen als Workshopleiter, die alle eine EX-In-Ausbildung absolviert hatten. Fast alle der 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen und 10 Moderatoren und Moderatorinnen haben sehr ausführlich die Fragen der Feedbackbögen beantwortet und u.a. ihren Wunsch nach möglichst jährlicher Wiederholung ausgedrückt.

Im März 2014 wurde von der Angehörigenvertreterin Barbara Wagenblast wieder ein Basisseminar für Angehörige angeboten. Es fand in Stuttgart am Zentrum für Seelische Gesundheit mit dem Klinikchef Prof. Martin Bürgy und dem leitenden Psychotherapeuten Prof. Matthias Backenstraß statt. Auch für dieses zweitägige Seminar konnten nicht alle Interessenten berücksichtigt werden, sodass im November nochmals am selben Ort ein Seminar angeboten wird, das bereits ausgebucht ist.

Dazu ein wichtiger Hinweis: Angehörige sollten sich in der DGBS-Geschäftsstelle bei Interesse an einem Seminar melden. Je nach Wohnort der Vorgemerkten können für 2015 wieder zwei Seminare in unterschiedlichen Regionen organisiert werden.

Im Juni 2014 fand ein Schulungsseminar für DGBS-Mitglieder in Fulda statt, die sich für die ehrenamtliche Mitarbeit am Beratungstelefon interessierten. Ein ganzes Wochenende wurden sowohl die vier bereits aktiven Berater als auch fünf neue von einer erfahrenen Ausbilderin geschult. Sehr erfreulich ist, dass nach dem Seminar das Team auf acht Personen vergrößert werden konnte und nun seit Juli an drei statt vorher an zwei Tagen der Woche zu unterschiedlichen Zeiten die Beratungen angeboten werden können. Dieses Seminar wurde mit Krankenkassenförderung finanziert und eine jährliche Wiederholung zur Supervision der Beratenden ist geplant. Erfahrene Bipolar-Betroffene und Angehörige, die an dieser Beratungstätigkeit interessiert sind, können gerne mit der Organisatorin Barbara Wagenblast Kontakt aufnehmen.

Beim Hauptstadtkongress in Berlin konnte sich die DGBS mit personeller Unterstützung von bipolaris e.V. an drei Tagen präsentieren. Die Informationsstände gemeinsam mit der Deutschen Depressionsliga und dem Bundesverband der Angehörigen förderten auch den intensiven Austausch unter den ehrenamtlich Engagierten der drei Verbände.

4. Forum

Im zurückliegenden Jahr ging es im Forum im Vergleich zu früher deutlich gesitteter und weniger aggressiv zu. Die heftigen, zum Teil überzogenen verbalen Auseinandersetzungen scheinen der Vergangenheit anzugehören, was nicht zuletzt der umsichtigen und feinfühligen Arbeit des Administratorenteams Thorsten Sprindt und Marco Hain geschuldet ist, bei dem wir uns an dieser Stelle sehr herzlich für die tägliche, mitunter nervenaufreibende und sehr zuverlässige ehrenamtliche Tätigkeit bedanken möchten.

Unser bipolar-Internetforum verzeichnet mittlerweile über 8.600 registrierte User mit über 480.000 Beiträgen im Bipolar-Bereich und fast 77.000 im Off-Topic-Forum. Zusammen sind das fast 560.000 Beiträge insgesamt. Danke auch hier an die vielen aktiven Nutzer.

Wir sind auch nach wie vor bei Twitter und Facebook präsent. Bei Twitter haben wir immerhin schon die stolze Zahl von 70 „Followern“ und auf unserer Facebook-Seite 344 „Likes“. Wir werden unsere Aktivitäten auf diesen beiden beliebten Internetplattformen weiter ausbauen, weil wir denken, hiermit ein anderes und jüngeres Publikum ansprechen zu können.

5. Politische Arbeit der DGBS

Die DGBS hat sich als Gesellschaft durch personelle Mitarbeit soweit möglich in diesem Jahr aktiv in die Diskussion zum neuen Finanzierungssystem in der Psychiatrie, das sogenannte PEPP-System, eingeschaltet. Hier gibt es viele Stellungnahmen an die Politik, in der die DGBS sich im Sinne Ihrer Mitglieder beteiligt, da absehbar ist, dass das jetzige System die Krankenhausfinanzierung vor allem zu Ungunsten der schwerer erkrankten Patienten verändert. Initiativen, vor allem unter der Führung der DGPPN in Zusammenarbeit mit den bestehenden Fachgesellschaften wie die DGBS, sollen hier Einfluss nehmen.

6. DGBS-Publikationen

Der Vorstand betrachtet unsere Mitgliederzeitschrift InBalance weiterhin als sehr wichtiges Mitteilungsinstrument und hält trotz der hohen Kosten, die damit verbunden sind, an zwei Ausgaben pro Jahr fest. Die Redaktion um die aktuelle Chefredakteurin Prof. Andrea Pfennig (Steffi Pfeiffer, Martin Kolbe, Dr. Hans-Peter Maier, Anke Ziesemer, Hubert-Matthias Schöttes und Julia Stolpp) hat mit sehr viel persönlichem Einsatz zur letzten Jahrestagung ein Heft zum Thema „Was bewegt uns?“ herausgebracht und dann in der ersten Ausgabe 2014 das Thema „Verbesserungspotenziale in der Versorgung von Menschen mit Bipolaren Störungen“ behandelt. Hierfür ein herzlicher Dank an die Beteiligten.

Auch die jetzige Jahrestagung wird im nächsten Heft die Grundlage für die Beiträge darstellen. Es ist zudem Tradition geworden, den Mitgliedern in der offenen Redaktionssitzung bei der Jahrestagung die Möglichkeit zu bieten, direkt und aktiv an Themen und Inhalten mitzuarbeiten. Diese Sitzung fand heute Mittag statt.

7. Bipolar Roadshow

Viele von Ihnen fragen sich bestimmt: Was ist eine Roadshow und warum eine Roadshow für die DGBS? Eine Roadshow ist das englische Wort für eine Werbeveranstaltung. Mit der Bipolar Roadshow sollte die Aufmerksamkeit für psychische Erkrankungen erhöht und speziell über Depressionen und die Bipolare Störung aufgeklärt werden. Der Rahmen war hierbei bewusst so gewählt, dass betroffene Künstler und nicht betroffene Kollegen zusammen mit der Selbsthilfe und lokalen Versorgern Informationen auf unterhaltsame Art vermittelten. Stationen der „Bipolar Roadshow“ im Mai waren Würzburg, Kempten, Augsburg, Essen, Bonn, Stuttgart, Berlin und Hamburg.

Die sehr aufwendige Organisation, für die auch nicht viel Zeit vorhanden war, erfolgte durch Martin Kolbe, dem Vorstand, der Geschäftsführung und weiteren Mitgliedern der DGBS. Finanziert werden konnte der erhebliche Aufwand durch Spenden von Krankenkassen und privaten Unterstützern, da keine Eigenmittel der DGBS verwendet werden sollten. Möglich wurde alles durch eine Großspende im Januar 2014 für das Projekt. Die Organisation und Durchführung erfolgte ausschließlich ehrenamtlich in Kooperation mit örtlichen Kliniken, Selbsthilfegruppen und teilweise auch wie in Essen mit dem lokalen „Bündnis gegen Depressionen“, über die sich auch noch lokale finanzielle Förderer wie die Sparkassenstiftung fanden.

Mit der Bipolar Roadshow sollte und soll eine Brücke zwischen der Erkrankung und der künstlerischen Tätigkeit geschlagen werden. Sebastian Schlösser und Martin Kolbe wollten als bipolar betroffene Künstler und gleichzeitig Mitglieder der DGBS ein Zeichen setzen und zur Entstigmatisierung beitragen.

Vom Ablauf war es so, dass der Leiter der örtlichen Klinik oder ein Bipolar-Spezialist zu Beginn des Konzerts eine kurze Einführung in die wichtigsten Aspekte der Erkrankung gab. Im Anschluss stellte sich die lokale Bipolar-Selbsthilfe vor. Die dann folgenden Songs und Buchlesung befassten sich allesamt mit der eigenen Erkrankung der Vortragenden; auf diese Weise wurden die extremen Erfahrungen verarbeitet und die Zuhörer konnten an diesem Prozess teilhaben. Musikalisch begleitet wurden sie von den Top-Gitarristen Ralf Illenberger und Peter Autschbach. Martin Kolbe, der selbst als Musiker auftrat, war dabei Ideengeber, Initiator und federführender Verantwortlicher für das Konzept und die Umsetzung. Während des ganzen Programms wurden Gemälde bipolar erkrankter Künstler projiziert. Wichtig war hierbei die Umsetzung unseres trialogischen Vereinskonzepts: gleichberechtigte Zusammenarbeit mit Medizinern, Betroffenen und Angehörigen.

Da die lokale Presse von Anfang an in die Veranstaltungsreihe einbezogen wurde, forcierte die DGBS damit eine mediale Aufklärung über die bipolare Erkrankung, förderte Entstigmatisierung in der Gesellschaft sowie Prävention durch Information über die Krankheitssymptome. Auch eine eigene Website www.bipolar-roadshow.de wurde ins Leben gerufen. Martin Kolbe unternahm als Botschafter der Roadshow und Repräsentant der DGBS vor der Bipolar Roadshow eine Medienreise in die Städte, in denen die Konzerte stattgefunden hatten. Er stand dort für Print-Interviews sowie für Dreharbeiten und Rundfunkbeiträge zur Verfügung.

Mittlerweile liegen uns bereits aus 15 weiteren Städten im Inland und deutschsprachigem Ausland Anfragen seitens psychiatrischer Kliniken und Selbsthilfegruppen vor, die sich gerne an der nächsten Roadshow beteiligen möchten. Wir können Ihnen an dieser Stelle allerdings noch nicht sagen, ob es auch in 2015 eine Roadshow geben wird. Vor allem die schwierige Finanzierung darf nicht allzu sehr zu Lasten der DGBS gehen. Wir müssen auch beim nächsten Mal Finanzquellen ausfindig machen und sie ausschöpfen. Wie auch in Essen gezeigt könnten hierbei die lokalen Veranstalter die Hauptverantwortung übernehmen, Kooperationen eingehen und die spezifischen regionalen Möglichkeiten der Förderungen nutzen.

8. Aretäus-Preis

Die DGBS hat dieses Jahr erstmalig den „Aretäus-Preis für besonderes Engagement für Bipolare Störungen“ ausgeschrieben. Mit diesem Preis möchte die DGBS Menschen oder Institutionen würdigen, die ein besonderes Engagement durch Initiativen, Projekte, Ideen oder Aktivitäten zeigen.

Wieso dieser Name? Aretäus war ein griechischer Arzt in der Tradition von Hippokrates. Er lebte im ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus und arbeitete in Alexandria. Ihm wird die erste Beschreibung der Bipolaren Störung zugeschrieben, auch ist bekannt, dass er sich in besonders mitfühlender Weise um seine Patienten bemühte. Seine Darstellungen von Krankheitsbildern galten noch bis ins 19. Jahrhundert als vorbildlich.

Bewerben für den Preis kann sich jeder, egal ob Privatpersonen, öffentliche oder private Organisationen, Initiativen oder Einrichtungen mit beispielhaftem Engagement bzw. Projekten im öffentlichen, politischen, beruflichen oder auch privaten Bereich. Auch Lebensleistungen können geehrt werden.

Der Aretäus-Preis der DGBS ist mit 1.000 Euro dotiert und wird jeweils auf der DGBS-Jahrestagung verliehen. Die Jury besteht aus dem Vorstand der DGBS. Genaueres zu den Bedingungen finden Sie auf der Website der DGBS oder wenden Sie sich bitte an unsere Geschäftsstelle.

In diesem Jahr freute sich die Jury, unter den von Mitgliedern der DGBS vorgeschlagenen Kandidaten als erste Preisträgerin Marylou Selo aus der Schweiz für ihr außerordentliches persönliches Engagement über viele Jahre auszeichnen zu dürfen. Die Preisverleihung fand bei der gestrigen Auftaktveranstaltung statt.

9. DGBS Personalien

Die wichtigste Personalie ist die Ernennung von Frau Grazina Urmonas seit dem 1.1.2014 zur neuen Geschäftsführerin der DGBS. Bis Ende des Jahres 2013 hatte unser Mitglied Dietmar Geissler das Amt als kommissarischer Geschäftsführer ausgefüllt. Wir möchten Ihm an dieser Stelle nochmals herzlich für die Arbeit und die Bereitschaft der Übernahme des Amtes als kommissarischer Geschäftsführer danken.

Nach der im letzten Jahr vom neuen Vorstand initiierten Ausschreibung und einem intensiven monatelangen Bewerbungsverfahren wurde aus einer überraschend großen Zahl hochqualifizierter Bewerber nach mehreren Vorstellungsrunden einstimmig vom Vorstand Frau Grazina Urmonas gewählt.

Frau Urmonas ist studierte Literaturwissenschaftlerin und Historikerin mit einem Volontariat und jahrelanger Berufserfahrung als PR-Beraterin für den Bereich Gesundheits- und Medizinkommunikation. Ein weiteres berufsbegleitendes Studium an der FernUni Hagen qualifizierte sie in Betriebswirtschaft sowie in Arbeits- und Vertragsrecht, so dass sie als Geschäftsführerin die Geschicke einiger Ärztenetze in NRW geleitet hat. Im schwierigen Vereinsrecht kennt sie sich als ehemaliges Vorstandsmitglied eines Tierschutzvereins ebenfalls bestens aus.

Da es sich in diesem Fall um einen hoffentlich in den nächsten Jahren stabilen Dreh- und Angelpunkt der DGBS handelt, soll sich Frau Urmonas hier nochmals persönlich bei Ihnen vorstellen, damit Sie sich das Gesicht einprägen können.

Wie ich bereits eingangs erwähnte, ist Heinrich-Werner Martens leider von seinem Amt als Betroffenenvertreter zurückgetreten. Sein Nachfolger wird im Rahmen dieser Mitgliederversammlung von Ihnen gewählt. Ich möchte ihm nochmals auch im Namen seiner ehemaligen Vorstandskollegen für sein Engagement für die DGBS sehr herzlich danken.

Auch Frau Regina Schoenfeld von unserer Hamburger Geschäftsstelle, die sich um die vielen täglich anfallenden organisatorischen Dinge kümmert, sei ganz herzlich gedankt. Ohne sie wäre die Organisation dieser wie auch der zurückliegenden Tagungen nicht möglich gewesen. Ihr gebührt unser ganz besonderer Dank.

Zuletzt sollte erwähnt werden, dass unser diesjähriger Gastgeber, Vorstandsmitglied und Schatzmeister der DGBS Herr Prof. Reif den Ruf auf den Lehrstuhl der Universität Frankfurt erhalten und dort sein Amt bereits angetreten hat. Lieber Andreas, wir gratulieren Dir dafür, wünschen Dir alles Gute und hoffen auch auf diesem Wege den Einfluss der DGBS, das Wissen über Bipolare Störungen bei Studenten und die Förderung der Wissenschaft vorantreiben zu können.

10. Ausblick

Auch in den kommenden 12 Monaten werden wir uns wieder mit aller Kraft bemühen, die bipolar Betroffenen und ihre Angehörigen zu unterstützen, ihre Interessen zu vertreten und für Aufklärung über Bipolare Störungen zu sorgen. Ein besonderes Highlight wird dabei wieder unsere Jahrestagung sein, die im Jahr 2015 in Essen geplant ist. Als Termin ist erneut Mitte September angedacht. Die DGBS und die örtlichen Veranstalter laden Sie jetzt schon herzlich dazu ein!

Für die restlichen drei Monate werden wir diverse Dinge in Angriff nehmen. Geplant ist z.B. eine Umstellung der 0700er-Nummern, ein Seminar für Angehörige in Stuttgart, ein Coaching Termin mit dem Überthema „DGBS 2020", der Erstellung eines Konzepts für zukünftige Jahrestagungen usw. Sie sehen, wir haben alle Hände voll zu tun. Und NACH der Jahrestagung ist bekanntermaßen VOR der Jahrestagung.

11. Danksagung

Lassen Sie mich nun zum Schluss erneut bei den vielen ehrenamtlich Tätigen bedanken, ohne die kein Projekt umsetzbar wäre und auch die DGBS als Fachgesellschaft nicht funktionieren könnte. Stellvertretend für alle weiteren haben wir hier auf der Folie einige Namen von Aktiven genannt, denen ich ausdrücklich für ihr Engagement danke.

DGBS Einnahmen 2013

(Mit einem Klick auf die Grafik wird diese vergrößert dargestellt)

DGBS Ausgaben 2013

(Mit einem Klick auf die Grafik wird diese vergrößert dargestellt)

 

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