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„Nach einer Manie plagen mich heftige Schuldgefühle, weil ich Dinge getan habe, die ich jetzt bereue oder für die ich mich schäme.“

Alle Vergleiche hinken, so auch dieser. Aber vielleicht kann er etwas verdeutlichen: Wenn Sie erkältet sind und niesen müssen, sind Sie dann „schuld“ daran? Niemand wird Ihnen einen Vorwurf deshalb machen, im Gegenteil – man wünscht Ihnen „Gesundheit!“ 

Ebenso sind Sie an den Auswirkungen der Bipolaren Störung nicht „schuld“, auch wenn das von Ihrem Umfeld möglicherweise anders gesehen wird. Allerdings sollten Sie es sich aber auch nicht zu einfach machen, indem Sie sich zum hilflosen Opfer der Erkrankung erklären! Die Auseinandersetzung damit, Verantwortung zu übernehmen, durch Selbstmanagement neue Episoden zu vermeiden versuchen und sich den Schuldgefühlen zu stellen – dies alles kann entscheidend zu einem gelungenen Umgang mit der Erkrankung beitragen.

Von einer „Schuld“ im eigentlichen Sinn kann höchstens dann gesprochen werden, wenn Sie die Symptome Ihrer Erkrankung zwar kennen und den Beginn der Manie wahrgenommen, aber nichts dagegen unternommen haben. Am ehesten können Sie also solche Schuldgefühle vermeiden, indem Sie einen Krisenplan erstellen und sich daran halten und immer, wenn Sie spüren, Ihre Stabilität in Richtung Manie zu verlieren, entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen.

Bedenken Sie auch, dass sich an eine manische oftmals eine depressive Episode anschließt, die ohnehin von Scham- und Schuldgefühlen geprägt ist.

 

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