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01.06.2018 10:35 Alter: 21 Tag(e)

Studien in Hamburg: Psychotherapie oder Monitoring mit dem Smartphone

Teilnehmer gesucht


Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf werden mehrere Studien aus dem Verbund BipoLife durchgeführt. Wir suchen für eine Studie Teilnehmer, die Interesse an einer Gruppen-Psychotherapie haben und für eine andere Studie Teilnehmer, die über eine App symptombezogene Verhaltensweisen messen lassen um frühzeitig Symptome zu erkennen.


Adjuvante Psychotherapie zur Rückfallprävention (unter 55 Jahre) einer Bipolaren Störung

Bipolar affektive Erkrankungen nehmen bei der Mehrzahl der Betroffenen einen chronischen Verlauf, d.h. es kommt immer wieder zu depressiven bzw. manischen Krankheitsepisoden. Die Auswirkungen dieser wiederholten Krankheitsphasen übertreffen andere Erkrankungen, wie z.B. Depression, die auch in Episoden auftreten und dann wieder abklingen, um ein Vielfaches. Chronische, wiederholt phasenweise auftretende Bipolare Störungen führen unter anderem zu ausgeprägter psychischer, sozialer, familiärer und beruflicher Beeinträchtigung. In der Mehrheit der Fälle beginnt die Bipolare Störung vor dem 18. Lebensjahr, verläuft lebenslang und bedarf immer der begleitenden, stimmungsstabilisierenden Medikation. Während man noch vor einigen Jahren überzeugt war, alleine durch die Dauermedikation mit „mood stabilizer“ den Verlauf der Bipolaren Störung beeinflussen und neue Krankheitsepisoden verhindern zu können, hat sich heute die Erkenntnis durchgesetzt, dass Medikamente alleine nicht ausreichen, da es trotz Dauermedikation zu Rückschlägen kommt und daher eine begleitende Psychotherapie für bipolare Störungen angemessen und den Behandlungserfolg steigernd ist. Für diese Annahme reichen jedoch die wissenschaftlichen Erkenntnisse noch nicht aus. Vor allem ist unklar, ob die Anwendung von Psychotherapie bei jüngeren Betroffenen mit bislang wenigen Krankheitsepisoden ganz besonders hilfreich und für die Verhinderung, die Abschwächung bzw. Verzögerung von neuen Krankheitsepisoden besonders angezeigt ist.

Ziele der Studie

Ziel dieser kontrollierten, randomisierten Therapiestudie ist es, bei jüngeren Patienten (18 - 55 Jahre), die an einer Bipolaren Störung leiden, gegenwärtig weitgehend symptomfrei und stabil mediziert sind, damit sich in regelmäßiger psychiatrischer Behandlung befinden, die Wirksamkeit einer adjuvanten, spezifischen Psychotherapie zur Rückfallprophylaxe mit einer unterstützenden, auf Selbststeuerung und Selbsthilfe ausgerichteten und informierenden Psychotherapie zu vergleichen. Damit wird ein Beitrag zur evidenzbasierten Verbesserung der klinischen Versorgung dieser Patientengruppe geleistet. Die Behandlungsmanuale werden der Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht und optimieren so die klinische Versorgung dieser Patientengruppe. Ferner werden gesundheitsökonomische und grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse zu den kurz- und längerfristigen Auswirkungen einer erfolgreichen ergänzenden psychologischen Therapie untersucht.

Sekundär geht es darum, Wirkmechanismen (Mediatoren) auf neurobiologischer, emotionaler und kognitiver Ebene einer erfolgreichen Psychotherapie bei Bipolaren Störungen zu erkennen, zu differenzieren und einzugrenzen. Damit werden verbesserte Behandlungsentscheidungen und spezifischere Interventionen ermöglicht.

Ein weiteres Forschungsziel ist es, Merkmale zu identifizieren, die bereits vor Behandlungsbeginn später erfolgreiche von weniger erfolgreichen Krankheitsverläufen zu unterscheiden erlauben. Die prüfbaren Prädiktoren bzw. Moderatoren sind zum einen die neuronalen Auffälligkeiten bzw. die Ausgangseffekte im Impulskontroll-, Belohnungs- und Emotionsnetzwerk bei sozial-kognitiven und emotionalen Aufgaben (funktionell). Ferner werden Episodenanzahl, Erkrankungsalter, Schweregrad der letzten Episode, soziodemographische Faktoren und soziales Funktionsniveau als Prädiktoren des Behandlungserfolgs (Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls, Zeitstrecke bis Rückfall) untersucht.

Ablauf der Studie

Wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen, werden wir mit Ihnen zunächst kurz besprechen, ob Sie grundsätzlich für die Studie geeignet sind. Ist dies der Fall, laden wir Sie zu einem ausführlichen Diagnostiktermin ein, um genau zu untersuchen, ob Sie in die Studie aufgenommen werden können. Wenn dies zutrifft, werden Sie per Zufall einer der beiden Therapiebedingungen zugelost. Dies ist für die wissenschaftliche Qualität der Studie unbedingt notwendig. Sollten Sie bei Studienbeginn noch nicht in psychiatrischer Behandlung sein, würden wir diese für Sie im Rahmen der Studienteilnahme gewährleisten.

Die Therapie umfasst in jeder Therapiebedingung vier ganztägige Termine (ca. 8h Dauer inkl. Pausen), jeweils im Abstand von ca. 5 Wochen. Nachdem Sie die gesamte Therapie durchlaufen haben, findet ca. 6 Monate nach Ihrem ersten Diagnostiktermin eine erneute Diagnostik statt. Nach weiteren 6 bzw. 12 Monaten nach Abschluss der Therapie laden wir Sie zu zwei weiteren Diagnostikterminen ein, um zu sehen wie es Ihnen in der Zwischenzeit ergangen ist.

Die Teilnahme an dieser wissenschaftlichen Studie ist freiwillig. Sie können Ihre Teilnahme an den Eingangs- und Verlaufsuntersuchungen, den Befragungen und an der angebotenen Therapie jederzeit ohne Angabe von Gründen beenden. Dadurch entstehen Ihnen keine Nachteile. 

Wen suchen wir?

  • Menschen mit Bipolaren Störungen (manisch-depressiv)
  • zwischen 18 und 55 Jahre alt
  • mit Bereitschaft zu oder bereits bestehender psychiatrischer Behandlung und
  • Bereitschaft zur Teilnahme an einem Gruppenpsychotherapieprogramm

Flyer zur Studie


Ambulantes Monitoring mittels Smartphone bei Patienten mit einer Bipolaren Störung

Können Krankheitsepisoden verhindert werden, indem per Smartphone automatisch erhobene Parameter, welche auf eine beginnende depressive oder manische Phase hinweisen, dem Behandler und/oder Patienten frühzeitig rückgemeldet werden?  

 

Bipolare Erkrankungen sind chronische, episodisch verlaufende Erkrankungen. Die ersten manischen oder depressiven Episoden treten üblicherweise im frühen Erwachsenenalter auf. Meist besteht für die Betroffenen eine starke Beeinträchtigung im Alltag.

Die Frühwarnzeichenerkennung zur Verhinderung neuer (hypo)manischer und depressiver Episoden erfolgt bisher üblicherweise mit Hilfe von Stimmungstagebüchern. Um den Aufwand für den Patienten selbst zu reduzieren und objektive Hinweise auf Frühwarnzeichen zu erhalten, soll nun elektronisch mittels Smartphone solches Verhalten des Patienten ambulant im Alltag erfasst werden, das mit bipolaren Symptomen zusammenhängt und neue Episoden ankündigen könnte (wie z.B. Kommunikation und Bewegung oder allgemeine Aktivität).

Die hierbei täglich erfassten Variablen sind: 

  • Anzahl und Länge ausgehender Anrufe
  • Anzahl und Länge ausgehender SMS
  • Häufigkeit und Dauer der Smartphonenutzung generell (wie oft und lang ist das Display an)
  • zurückgelegte Wegstrecke, Schrittzähler

 

Ablauf

  • ausführliche Information und Aufklärung über die Studie
  • Einführung in den Umgang mit dem ausgehändigten Studien-Smartphone, auf welchem die movisensXS App zur Erfassung der erwähnten Verhaltensparameter installiert ist
  • Wöchentliche Interviews über 4-20 Wochen
  • Zuordnung zu einer Gruppe mit oder ohne Intervention
  • monatliche Interviews über 18 Monate

 

Für die Studienteilnahme wird den Teilnehmern ein Smartphone überlassen, welches über die 18-monatige Studienlaufzeit hinweg genutzt werden soll. Des Weiteren erhalten die Teilnehmer/-innen eine monatliche Zahlung in Höhe von 15€ als Aufwandsentschädigung, die falls nötig zum Beispiel die Kosten für eine Aufstockung des bestehenden Mobilfunkvertrages (wie etwa eine Erhöhung des Datenvolumens auf mind. 500 MB/Monat) abdecken soll.

Von den Teilnehmer/innen werden nur jene Patienten einer der beiden Untersuchungsgruppen (mit/ohne Rückmeldung der Smartphonedaten an das Studienpersonal) zugeordnet, die sich innerhalb der ersten sechs Monate stabil, d.h. für mindestens 4 Wochen in keiner Krankheitsepisode befanden. In der Interventionsgruppe wird das Studienpersonal bei Über- oder Unterschreiten vordefinierter Schwellenwerte informiert und verschafft sich einen Eindruck darüber, ob das Prodromalstadium einer Episode vorliegt und die Behandlung ggf. angepasst werden muss.

 

Wen suchen wir?

Es sollen 180 Patienten/-innen rekrutiert werden, die die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Bipolare Störung
  • ≥ 3 affektive Episoden in den vergangenen 5 Jahren, hiervon mindestens eine (hypo)manische Episode
  • Alter > 18 Jahre
  • Bereitschaft zur Nutzung eines Smartphones

Flyer zur Studie


Sind Sie als bipolar Betroffene(r) an einer Teilnahme interessiert und wohnen im Großraum Hamburg, melden Sie sich bitte mit einer Mail oder telefonisch. 

E-Mail: bipolife@uke.de
Tel.: 040 7410 56587
Ihre Ansprechpartnerinnen sind Frau Dipl.-Psych. Vivien Kraft und Frau B.Sc. Sophia Dückert.


 

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