Kontrast

Newsletter Dezember 2020

Editorial

Liebe Newsletter-Abonnenten, liebe DGBS-Mitglieder,

"Berührend" ist der Titel einer Museumsausstellung, die in Bremen zu entdecken ist. Von  "Neurologie der Berührung", "Selbstberührung", Tätowierung über die Bedeutung von Berührung in der Pflege und aus Sicht einer Hebamme, dann auch Themen wie "Grenzüberschreitung" oder "Fühlbilder" oder weitere Themen wie „Berühren als Ausdruck des Schutzes, der Nähe oder der Fürsorge“, jenseits "biochemischer Großereignisse" und die Anspielung auf des Menschen Würde, die "unantastbar" sei: Über viele Disziplinen hinweg widmet sich die aus der Kunstgeschichte orientierenden Schau einer "Annäherung an ein wesentliches Bedürfnis". SIe ist noch bis Ende Februar 2021 zu "erleben".

Mit "Berührung" betitelt Herr Müller-Oerlinghausen mit Frau Kiebgis ihr Buch, bei der auch die antidepressive Wirksamkeit von Massage aufgegriffen wird; Untertitel: "Warum wir sie brauchen und wie sie uns heilt". Im Newsletter von Juni 2020 konnten wir hierzu vom Autor unter "Heilsame Berührung gegen Depression" sowie in der mittlerweile zugesandten InBalance "Massagetherapie bei Depressionen - Berührung von Körper und Seele" ausführlicher lesen. Die in diesem Umfeld auftauchende Frage auch einer "Behandlerzufriedenheit" und deren Perspektive, scheint mir an anderer Stelle noch ausführenswert.

Wäre es nicht wünschenswert, dass Betroffene von einer "quasi nebenwirkungsfreien Körpertherapie", einer "therapeutisch intendierten Berührung", was in Klinik vermehrt aufzugreifen wäre, ergänzend profitierten, zumal bisweilen weder Antidepressiva noch Psychotherapie bei allen Patienten erfolgreich sind?

Als weitere, übertragende Frage: Gibt es "Berührung" auch im Trialog? Ganz ohne Tastsinn? Oder wird trotz und im Trialog ein "Berührungsmangel" empfunden?

Wie gelingt im Gespräch und Austausch "Berührung, die unter die Haut geht" in unserer Besetzung intensiver – für uns im erweiterten Quartett mit selbst betroffenen Profis?

Für unsere "trialogische Fachgesellschaft" wird der Ausdruck "Augenhöhe" als Ziel und Bedingung eines erfolgreichen Miteinanders oft strapaziert. Faktisch existierende Ungleichheiten der "Parteien" oder "Gruppen" werden vermutlich häufig doch übergangen, zu selten noch reflektiert, ausgesprochen und berücksichtigt. Aus "unserer“ Leitlinie Bipolarer Störungen sei - erweiternd auch für "Betroffene" - an den dort seit 2012 formulierten Unterschied erinnert:  "mit der Krankheit leben zu müssen" oder "von ihr" zu leben (vgl. Leitlinie Kapitel 7.2.2).

Dass sich der DGBS-Vorstand auf eine Dialogreise mit allen Referaten begab, ist sehr zu begrüßen. Dies lässt hoffentlich eine größere Transparenz, ein voneinander Wissen, ein weiteres Annähern entstehen.

Weiterhin hoffe ich, dass sich dies 2021 spätestens im September in der Jahrestagung in Heilbronn auch konzentriert widerspiegelt - über unsere "Vereinsgrenzen" hinaus!

Alles Gute Ihnen und uns - trotz und hindurch eine "berührungslose" Zeit. Und, falls Sie darauf angewiesen sind, Ihnen allen eine annehmbare, umfangreiche "Versorgung"!

Christopher Scharfenberger – Leitung des DGBS-Referates „Angehörige“

 

Der DGBS-Vorstand sowie die Geschäftsführung mit Geschäftsstelle wünschen Ihnen und Euch allen:
FROHE WEIHNACHTEN & EIN ZUFRIEDENES NEUES JAHR

 

DGBS:

Wissenschaft:

Selbsthilfe:

Politik:

Vereine und soziales Engagement:

Rechtliches:

Film, Fernsehen, Kunst, Literatur, Musik & Radio:

Sonstiges:

DGBS

Beratungstelefon erweitert erneut seine Beratungszeiten und ist auch an den Feiertagen für Sie da

Da der Corona-Lockdown verlängert wurde, viele Menschen unter der dunklen Jahreszeit leiden und es auf die, möglicherweise einsamen, Feiertage zugeht, erweitert das Bipolar-Beratungstelefon erneut seine Beratungszeiten. Die zusätzlichen Zeiten werden zunächst für den Zeitraum vom 1. Dezember 2020 bis Ende Januar 2021 angeboten.

Wir danken dem sehr engagierten, ehrenamtlich tätigen, Team aus Betroffenen, Angehörigen und Profis dafür, dass wir dieses für viele sehr wichtige und hilfreiche Angebot wieder erweitern können!

Beratungszeiten der kostenlosen Telefonnummer 0800 55 33 33 55 ab 1. Dezember 2020:

  • Montag – Freitag vormittags jeweils von 10-13 Uhr,
  • Montag, Mittwoch & Freitag nachmittags jeweils von 15-18 Uhr,
  • Dienstag nachmittags von 14-17 Uhr
  • Donnerstag nachmittags von 17-20 Uhr
  • Sowie abweichend am Do, 24.12./Fr, 25.12./Sa, 26.12. sowie Do, 31.12./Fr, 01.01. jeweils von 10-13 Uhr
  • Beratung ausschließlich für selbst Betroffene Profis aus dem Gesundheitswesen: Dienstag jeweils 18-20 Uhr

Nadja Stehlin für das Organisationsteam der DGBS-Telefonberatung

Beratungsteam freut sich auf zusätzliche ehrenamtliche Mitarbeiter*innen

Seit August dieses Jahres ist das DGBS-Beratungstelefon über eine kostenlose Telefonnummer zu erreichen. Diese erfreuliche Änderung hat, wie erwartet, zu noch mehr Anrufen geführt. Sowohl bipolar Betroffene als auch Angehörige haben großen Bedarf an Information und Begleitung in schwierigen Situationen. In den letzten Monaten hat sich auch gezeigt, dass wegen der Corona-bedingten Einschränkungen mehr bipolar Betroffene in schwere Krisen gerieten. Sowohl der fehlende Austausch in Selbsthilfegruppen und die insgesamt eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten, als auch Ängste vor einer Ansteckung mit dem Virus waren und sind weiterhin eine große Belastung. Da konnte manches mal ein Austausch am Telefon Schlimmeres verhindern. 

Durchschnittlich werden in einer dreistündigen Schicht drei Gespräche mit jeweils ca. 30-minütiger Dauer geführt. Alle Berater*innen sind weiterhin motiviert und engagiert dabei, allerdings haben sich bei einigen die persönlichen Umstände verändert, sodass sie zukünftig etwas weniger oft den Telefondienst übernehmen können. Neue berufliche Herausforderungen oder zusätzliches Engagement im privaten Bereich können jederzeit ein ehrenamtliches Engagement begrenzen.

Nun suchen wir zusätzliche erfahrene bipolar Betroffene und Angehörige, die an dieser wichtigen Aufgabe interessiert sind.

Wir hoffen, im Frühjahr 2021 für die neuen Berater*innen eine Schulung anbieten zu können. Natürlich ist dafür eine Entspannung der Corona-Problematik wichtigste Voraussetzung. Vorgesehen ist ein Treffen in einem Seminarhaus in Fulda vom 18.-21. März 2021. Dort wird eine professionelle Trainerin mit den neuen Berater*innen Grundlagen zur telefonischen Gesprächsführung einüben. Außerdem werden Basiskenntnisse zum Krankheitsbild und zur DGBS vermittelt. Nach dieser ersten Schulung werden am Folgetag die bereits tätigen Berater*innen dazu stoßen, um sich mit Supervision für die anspruchsvolle Arbeit zu stärken. Damit ist auch eine gute Integration der neuen Berater*innen in das bestehende Team garantiert. Am Ende dieses Seminars wird das Leitungsteam in Einzelgesprächen mit den neuen Teilnehmer*innen reflektieren, ob diese ehrenamtliche Tätigkeit beiderseits das Richtige ist.

Jede*r Interessierte sollte sich vor einer Bewerbung hinterfragen, ob er / sie genügend Abstand zu der eigenen Krankheitsgeschichte hat und die letzten Jahre relativ stabil verbringen konnte.

Für weitere Informationen steht die Leiterin des Teams Barbara Wagenblast gern zur Verfügung. Interessent*innen mögen sich bitte baldmöglichst bei per E-Mail oder Telefon melden: E-Mail: b.wagenblast@dgbs.de, Telefon (mit AB): 07731 794869.

Barbara Wagenblast, Leitung Bipolar-Beratungstelefon

Vereinsentwicklung ohne Zukunftsworkshop

Da die Weiterführung des erfolgreichen Zukunftsworkshops aus dem letzten Jahr Pandemie bedingt in diesem Jahr nicht möglich war, wurde stattdessen ein Austausch zwischen dem Vorstand und den einzelnen Referaten organisiert. In den Video-Konferenzen bestimmten die Referate die Themen selbst und konnten sich mit dem jeweils trialogisch vertretenen Vorstand über Wünsche, Ideen und Perspektiven austauschen. Der Vorstand konnte sich auf diese Weise ein umfassendes Bild über die aktuelle Situation der Aktiven im Verein machen.

In einer größeren Videokonferenz von Vorstand und Vertretenden aus allen Referaten soll es zu einer Zusammenführung der Ergebnisse und Themen kommen. Diese bilden in der Folge die Grundlage für den in 2021 hoffentlich fortgeführten Zukunftsworkshop II.

Nadja Stehlin

Neuer Handzettel des Angehörigen-Referates

Auch das Referat der Angehörigen hat sich unter dem Titel "Gemeinsam sind wir stark!" für einen Referatsflyer entschieden: Um für das Zusammenwirken und die "Arbeit" mit anderen Engagierten zu werben und Neugierde zu wecken, wurden auf einem farbigen Handzettel das Selbstverständnis knapp formuliert, die Arbeitsweise und möglichen Engagement-Felder erläutert und aufgezeigt.

Wir hoffen, auch mit Auslage des Flyers beispielsweise an den Gütesiegelkliniken, kann auf das Referat hingewiesen und neues Interesse geweckt werden.

Gedruckte Exemplare des Flyers können über die DGBS-Geschäftsstelle oder über die Referatsadresse: referat.angehoerige@dgbs.de angefordert, oder auf der hier heruntergeladen werden.

Christopher Scharfenberger

Vorstand beim DGPPN-Kongress

Der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) fand in diesem Jahr online statt. In rund 200 virtuellen Veranstaltungen informierten rund 500 aktive Referenten zu verschiedenen Themen rund um seelische Störungen.

Der DGBS-Vorstand hatte ebenfalls die Möglichkeit über die Bipolare Störung zu informieren. Prof. Dr. Martin Schäfer hielt dazu eine Vorlesung im Rahmen des Nachwuchsprogrammes über die Bipolare Störung und übernahm, gemeinsam mit Prof. Dr. Michael Bauer, den Vorsitz und die Durchführung des sog. „State of the Art – Symposiums: Bipolare Störungen".

Darüber hinaus gab es erstmalig ein trialogisches Symposium zum Thema „Gemeinsam sind wir stärker – trialogische Behandlung Bipolarer Störungen“. Hier hatten PD Dr. Harald Scherk und Prof. Dr. Andreas Reif den Vorsitz. PD Dr. Harald Scherk referierte zu den Herausforderungen der Behandlung von bipolarer Depression und Manie sowie der aktuellen Evidenz dazu. Florian Klingler vertrat die Perspektive der Angehörigen in seinem Vortrag zu „Wunsch und Wirklichkeit – die Rolle der Angehörigen in der trialogischen Behandlung bipolarer Störungen“. Nadja Stehlin sprach als Betroffenen-Vertreterin zum Thema: „Selbsthilfegruppe, Trialog-Forum und Co.: Wie Peer-Support den Umgang mit der bipolaren affektiven Störung unterstützt“. Ergänzt wurde der DGBS-Vorstand durch den Vortrag von Prof. Dr. Stephan Mühlig zum Thema: „Herausforderung Stabilität: Wie ist die aktuelle Evidenz der Psychotherapie bei bipolaren Störungen“.

Die Vortragsvideos können hier angeschaut werden.

Nadja Stehlin

DGBS Gütesiegelkliniken

Seit 2013 zeichnet die DGBS deutsche Klinken mit einem Gütesiegel aus, die sich in besonderer Weise um die Behandlung und Versorgung bipolar Erkrankter bemühen. Über die Vergabe des Siegels entscheidet das trialogisch besetzte Referat „Versorgung“.

Kriterien für die Vergabe dieser Auszeichnung sind:

  • Behandlung gemäß der aktuellen Behandlungsleitlinien,
  • Regelmäßige Fortbildungen des Klinikpersonals zu bipolaren Erkrankungen,
  • Regelmäßiges Angebot von Psychoedukation für bipolare Patientengruppen,
  • Regelmäßige Angehörigenseminare,
  • Vorhandensein einer Bipolar-Ambulanz bzw. -Sprechstunde,
  • Auf- bzw. Ausbau eines trialogischen Netzwerks,
  • Kontinuierliche Zusammenarbeit mit lokalen Selbsthilfegruppen,
  • Unterstützung bei der Gründung neuer Selbsthilfegruppen,
  • Mindestens ein Arzt der Klinik ist Mitglied der DGBS,
  • Kooperationsvereinbarung mit der DGBS.

2020 wurden diese Kliniken rezertifiziert:

  • LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum,
  • Universitätsklinikum Würzburg,
  • Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden und
  • kbo-Lech-Mangfall-Klinik, Garmisch-Partenkirchen.

Aktuell im Prozess der Neu- bzw. Rezertifizierung sind die Klinik für Psychiatrie der Charité in Berlin, die Asklepios Klinik in Hamburg Harburg sowie die Universitätsmedizin Mainz.

Eine Liste der ausgezeichneten Kliniken finden Sie auf dieser Seite.

Nadja Stehlin

 

 

Wissenschaft

„Children of mentally ill parents – network“ (CHIMPS-NET) bietet vier neue Versorgungsformen an

Kinder und Jugendliche mit psychisch kranken Eltern stellen eine Risikogruppe dar und sollen künftig bessere Hilfe erhalten. Ziel ist es, in jedem Bundesland an mindestens einem Standort Versorgungsformen bereitzustellen, die sich am Bedarf der jeweiligen Familien orientieren. Gefährdete Kinder und Jugendliche sollen daher bereits während der Behandlung der Eltern auf psychische Auffälligkeiten hin untersucht werden, um ihnen und ihren Familien passende Behandlungsangebote machen zu können.

Erstes Beispiel ist das Projekt der Forschungssektion für Familienforschung und Psychotherapie im Uniklinikum Hamburg-Eppendorf im Verbund mit 21 klinischen Partnern in 15 Bundesländern zur Implementierung der Interventionen.  

Christopher Scharfenberger

„COH-FIT-Studie“ geht weiter

Die „Collaborative Outcomes study on Health an Functioning during Infection Times (COH-FIT) – Studie“ ist eine große, internationale Umfrage in der gesamten Bevölkerung in Ländern, die von der Coronavirus-Pandemie (COVID-19) betroffen sind. Es geht bei der Umfrage darum Faktoren zu identifizieren, die die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das körperliche und psychische Wohlbefinden hat. Link zu der Studie

Nadja Stehlin

Neue Studie über Vincent Van Gogh

Ein Team aus den Niederlanden hat mit Kunsthistorikern gesprochen, die hunderte Briefe von Van Gogh an seinen Bruder gelesen und alte medizinische Akten des Patienten van Gogh ausgewertet haben. Eine ihrer Vermutungen: Der niederländische Künstler könnte durch Krankenhausaufenthalte unter Alkoholentzug gelitten haben und deswegen in ein Delirium gefallen sein. Außerdem hatte er wohl mehrere depressive Phasen und eine Kombination aus bipolarer und Borderline-Störung. Zu Van Goghs Lebzeiten, Ende des 19. Jahrhunderts, war das aber nicht diagnostiziert worden. Auch eine Epilepsie halten die Wissenschaftler für möglich. Andere Theorien über sein Krankheitsbild verwarfen sie.

Bekannt war bislang, dass der Künstler psychische Probleme hatte, doch welche Krankheiten es wirklich waren, damit beschäftigt sich die Wissenschaft bis heute. Van Gogh starb 1890 im Alter von 37 Jahren.

Die Studie ist auf englisch im International Journal of Bipolar Disorders erschienen. Hier findet sich eine Zusammenfassung und sie kann hier heruntergeladen werden.

Nadja Stehlin

Deutschland-Barometer Depression

Das neue „Deutschland-Barometer Depression“ wurde am 10. November von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe veröffentlicht. Rund drei Viertel der Menschen mit Depressionen empfanden den Lockdown im Frühjahr als bedrückend. In der Allgemeinbevölkerung waren es 59 Prozent, heißt es in der Analyse. Menschen in einer depressiven Phase hätten zum Beispiel fast doppelt so häufig unter einer fehlenden Tagesstruktur und Grübelei gelitten als die Allgemeinbevölkerung. In der häuslichen Isolation seien depressiv Erkrankte zudem deutlich häufiger tagsüber im Bett geblieben. Deutlich mehr als ein Drittel von ihnen gab an, dass es zu Konflikten und Streit kam. In der Allgemeinbevölkerung sagte das weniger als ein Fünftel der Befragten. Eine Übersicht zu der Studie findet sich auf der Seite der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Nadja Stehlin

Selbsthilfe

Bipolar Forum

Das Bipolar-forum (www.bipolar-forum.de) ist nach wie vor sehr gut frequentiert. Neben zahlreichen Diskussionen rund um die Erkrankung gibt es dort auch einen "Smalltalk" im Off-Topic-Bereich, der von vielen Mitgliedern des Forums angenommen und vorangetrieben wird. Besonders erfreulich sind die Mitgliederzahlen, die stetig wachsen. Allein in den ersten 3 Quartalen des Jahres 2020 sind 465 neue Mitglieder im Forum registriert. Das entspricht im Schnitt pro Monat 51 neuen Mitgliedern.

Die Beitragszahlen sind nach wie vor recht stabil und täglich werden neue Beiträge verfasst.
Auch für die Forschung und Universitäten ist das Forum ein stetiger Anlaufpunkt, es werden immer wieder Umfragen rund um Diagnostik und Therapie der Bipolaren Störung eingestellt. Ebenso finden vermehrt Angehörige den Weg ins Forum, die dort immer wieder Soforthilfe bekommen, was natürlich auch auf die Betroffenen zutrifft. Manchmal nicht mit den Antworten, die erwartet werden, aber doch berichten sehr viele von der erfolgreichen Hilfe durch das Forum. Es ist somit ein angesehener Anlaufpunkt für die Selbsthilfe und gerade in diesen schweren Zeiten mit Quarantänen und Kontaktverboten für viele eine wertvolle Alternative.

Das Bipolar-Forum Admin-Team

Wie ich drei Wochen in der stationären Psychiatrie erlebt habe

Eine Patientin, u.a. mit Bipolarer Störung, berichtet in diesem Artikel über ihre subjektiven Erfahrungen bei einem stationären Psychiatrieaufenthalt und erklärt, warum sie der Erkrankung auch dankbar ist.

Nadja Stehlin

Politik

Offensive Seelische Gesundheit

Am 6. Oktober startete mit einer sog. „Kick-Off-Veranstaltung“ das bundesweite Präventionsprojekt „Offensive Seelische Gesundheit“ der drei Bundesministerien BMA (Bundesministerium für Arbeit und Soziales), BMG (Bundesministerium für Gesundheit) und BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend). Die Offensive soll dazu beitragen, dass Menschen ihre eigenen psychischen Belastungen und Grenzen besser wahrnehmen und auch mit Menschen in ihrem Umfeld offener darüber sprechen können. Darüber hinaus möchte die Offensive die Präventionslandschaft in Deutschland mit ihren zahlreichen Anbietern besser vernetzen.

Zu den über 50 Partnerinnen und Partnern der Offensive gehören neben gesetzlichen und privaten Krankenkassen auch die Rentenversicherung sowie Unfallversicherungs­träger und Berufsgenossenschaften, die Bundesagentur für Arbeit, berufsständische Verbände von Psychologinnen und Psychologen sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Bündnisse und Betroffeneneinrichtungen im Bereich psychische Gesundheit und weitere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Eine solche ressortübergreifende Initiative mit breiter Unterstützung unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure zur Stärkung der Prävention in Deutschland ist bisher einmalig.

Im Rahmen der Offensive Psychische Gesundheit sollen die Präventionsanbieter*innen sowie weitere Partner in zwei Dialogveranstaltungen eine Bestandsaufnahme, die Verabredung gemeinsamer Ziele und die Vernetzung ihrer Angebote vornehmen. Die Erkenntnisse der Fachdialoge werden dokumentiert und veröffentlicht.

Zur Pressemitteilung und weiteren Informationen.

Nadja Stehlin

G-BA konkretisiert Richtlinie für Personalausstattung Psychiatrie und Psychosomatik

Nach mehreren Hinweisen von Praktiker*innen und aus der Fachöffentlichkeit hat der G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) die Erstfassung der Richtlinie über die Personalausstattung der stationären Einrichtungen der Psychiatrie und Psychosomatik (PPP-RL) angepasst. Zugleich konkretisierte er mit dem Beschluss die finanziellen Folgen für die Krankenhäuser, wenn die Personalvorgaben künftig nicht eingehalten werden. Mit den Anpassungen der PPP-RL berücksichtigt der G-BA auch die anhaltende COVID-19-Pandemie, die die Krankenhäuser in diesem Jahr vor große Herausforderungen stellt.

Weitere Infos zu der angepassten Richtlinie finden Sie hier.

Nadja Stehlin

Vereine und soziales Engagement

„Alles klar trotz Bipolar“ – Bericht vom ersten Tourenabschnitt

Der bipolare Musiker und Kabarettist Olaf Normann startete am 1. Oktober 2020 mit einem eigens dafür umgebauten Camper eine Reise durch Deutschland, um im Rahmen der internationalen Wochen der Seelischen Gesundheit auf die Bipolare Störung aufmerksam zu machen. Ursprünglich war dieses Vorhaben in Form einer Europareise, beginnend am Weltbipolar-Tag am 30. März, angedacht. Dieses Vorhaben musste jedoch aufgrund des Pandemiegeschehens verschoben werden.

Normann startete mit seinem Hund Mylo von der Geschäftsstelle der DGBS in Frankfurt und fuhr durch Hessen, Baden‑Württemberg, Bayern, Sachsen und Niedersachsen. Dabei machte er Halt bei Bipolar-Selbsthilfegruppen, Kliniken und Kulturstätten in Kaiserslautern, Saarbrücken und Heilbronn. Den Tag der Deutschen Einheit verbrachte er in Freiburg im Breisgau und fuhr danach über Singen zur Augsburger Puppenkiste und weiter nach Ingolstadt. In den Bayreuther Festspielen erhielt Olaf Normann eine Sonderführung und wurde von Hubertus Hermann und Friederike Emmerich für das Engagement gelobt. Beim Klinikum Chemnitz sprach er mit Klinikmitarbeitenden. Über Pirna und Brandis ging es zum Deutschen Bündnis gegen Depression in Leipzig. Weiter ging es über Kliniken in Gera und Jena zur Musikhochschule Frank Liszt in Weimar. In Osterode traf er auf den stellvertretenden Landrat und das Bündnis gegen Depression Südniedersachsen. Das vorläufige Ende seiner Tour war am 20. Oktober im niedersächsischen Peine, wo Olaf Normann anlässlich der 100. Sitzung des örtlichen Trialog-Forums Seelische Gesundheit in Kooperation mit der Selbsthilfegruppe Bipolar Erfahrene einen amüsanten musikalischen Kabarett-Abend gemeinsam mit dem bekannten Saxophonisten Peter van der Heusen aus Düsseldorf gestaltete.

Sein Programm „Wunschbote.de“ hat er mit Themen rund um die psychische Gesundheit erweitert. Sollte eine Selbsthilfegruppe oder ein psychosozialer Träger Interesse an dem Programm haben kann mit Olaf Normann gemeinsam eine kurzweilige Veranstaltung auch zur Aufklärung über die Bipolare Störung oder psychische Erkrankungen im Allgemeinen geplant werden. Bitte nehmen Sie hierfür über die Webseite www.alles-klar-trotz-bipolar.de Kontakt mit Olaf Normann auf. Die Kosten für eine solche Veranstaltung lassen sich für Selbsthilfegruppen über die Selbsthilfe-Projektförderung finanzieren. Hierzu kann noch nähere Auskunft erfolgen.

Für Normann war diese erste Tour eine Bewährungsprobe in Bezug auf die Organisation und für seinen Camper. So stellte er fest, dass er beim nächsten Tourenabschnitt weniger Dinge mitnehmen sollte. Ein paar Kinderkrankheiten seines Campers wurden durch Kurzbesuche in verschiedenen Werkstätten inzwischen behoben, so dass es bald auf eine weitere Deutschlandtour und später auch noch auf die geplante Europareise gehen kann.

Olaf Normann konnte den Ministerpräsidenten des Landes Hessen als Schirmherr für sein Projekt gewinnen. Die DGBS unterstützt sein Projekt sowohl finanziell als auch ideell.

Weitere Infos und ein paar Fotos von seiner Tour sind auf seiner Webseite www.alles-klar-trotz-bipolar.de zu finden. Unterstützen können Sie das Projekt mit einer Spende an die DGBS unter dem Verwendungszweck „Alles klar trotz Bipolar“ bei der Deutsche Apotheker- und Ärztebank, IBAN DE60 3006 0601 0005 0318 26. Die Spende wird direkt an Olaf Normann weitergeleitet.

Nadja Stehlin

Verleihung der DGPPN-Antistigma-Preise – bipolaris gewinnt den ersten Preis

Beim diesjährigen digitalen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) wurde der erste Anti-Stigma-Preis zu unserer Freude an die beiden Organisationen bipolaris e.V. und Irre menschlich Hamburg e.V. verliehen. Der Preis wird Projekten verliehen, die Menschen mit einer psychischen Erkrankung im privaten und beruflichen Umfeld unterstützen.

Bipolaris e.V. ist eine Selbsthilfevereinigung für Manie und Depression in Berlin-Brandenburg. Der Verein organisiert seit 2016 den LAUF & MARKT für seelische Gesundheit in Berlin. Unter dem Motto „Bewegung für die Seele“ engagiert sich der Verein zudem dafür, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen sportliche Aktivität als Unterstützung und ergänzende Therapie für sich entdecken können. Bipolaris e.V. war bereits Preisträger des DGBS Aretäus-Preises. Wir gratulieren sehr herzlich zu der Auszeichnung und freuen uns darüber, dass auch seitens der DGPPN eine Würdigung des Engagements erfolgt.

Der Verein Irre menschlich Hamburg e.V. wird für sein langjähriges Engagement für den Trialog ausgezeichnet, darunter sind Projekte wie ein Antistigma-Modul für Medizinstudierende, das künftige Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen für die Belange psychisch erkrankter Menschen sensibilisieren will und ein partizipatives Training für Mitarbeiter der Akutpsychiatrie. Gewürdigt wird mit dem Preis auch das Online-Suizidpräventions-Programm „8 Leben: Erfahrungsberichte und Wissenswertes zum Thema Suizid“.

Der zweite Preis wurde geteilt zwischen dem Projekt Jung und Freudlos – Psychiatrie im Podcast und der Filmemacherin Andrea Rothenburg aus Bad Segeberg für ihr Projekt Psychiatrie-Filme.

Mit einem Anerkennungspreis wurde die AUDI AG für Ihre Kampagne „Jeder hat Psyche. Warum nicht darüber reden?“ gewürdigt.

Weitere Informationen zu den Auszeichnungen und den Preisträgern finden Sie auf dieser Webseite.

DGBS-Vorstand

Jahrestagung und Selbsthilfetag der Aktion Psychisch Kranke e.V. in Kooperation mit der DGBS

Die Jahrestagung der APK (Aktion Psychisch Kranke e.V.) zu dem Thema „Psychische Gesundheit fördern, Teilhabe an Arbeit sichern“, sowie der Selbsthilfetag zu dem Thema „Resilienz: Auf dem Weg in das soziale Leben“ fand in Kooperation mit der DGBS und im kleineren Rahmen als Hybrid-Veranstaltung im Oktober in Berlin statt.

Einige Veranstaltungsteile wurden aufgezeichnet und stehen hier zur Verfügung.

Nadja Stehlin

„Mal gucken, wie es morgen ist …" Aufwachsen mit psychisch kranken Eltern

Vom 15. September bis zum 1. Oktober 2020 wurde die Tagung des AFET - Bundesverband für Erziehungshilfe e.V. online umgesetzt. Filmbeiträge aus Sicht der Wissenschaft, Politik, Praxis und Betroffenen auf das Thema der Kinder psychisch kranker Eltern sind verfügbar.
Dabei fokussierten Expert*innen vor allem die Fragen:

  • Was brauchen diese Kinder und Jugendlichen, um in den Familien stabil aufwachsen zu können?
  • Was braucht die Praxis vor Ort, um verlässliche Zusammenarbeit der Systeme auf- bzw. gut auszubauen?
  • Wie können mischfinanzierte, kooperative Hilfen aufgebaut werden?
     

Unter anderem folgende Videos sind auf dem YouTube-Kanal des AFET Bundesverband für Familienhilfe e.V. abrufbar:

  • "A:aufklaren": Expertise & Netzwerk für Kinder psychisch erkrankter Eltern, Hamburg, Paritätischer Landesverband - Frau Juliane Tausch
  • Statement im Rahmen der AFET Online-Tagung von Frau Ulrike Bahr, MdB
    Worauf kommt es bei einer Komplexleistung an? – Prof. Dr. Albert Lenz (Aachen)
  • Präventionen & Interventionen im bundesweiten Verbund CHIMPS-NET – Prof. Dr. Silke Wiegand-Grefe (Hamburg)
  • Patenschaften für Kinder psychisch erkrankter Eltern, AMSOC e. V. (Ambulante Sozialpädagogik Charlottenburg), Berlin - Frau Angela Kern & Frau Franziska Quednau
  • Gelungene Kooperation - ein Glücksfall? - Frau Prof. Dr. Sabine Wagenblass (Bremen)
    Empfehlungen der AG "Kinder psychisch kranker und suchterkrankter Eltern" - Frau Jutta Decarli

Christopher Scharfenberger

Interviewreihe zu Komplexleistungen für PatientInnen mit besonderem Behandlungsbedarf

Der Dachverband Deutschsprachiger PsychosenPsychotherapie e.V. hat eine Interviewreihe zur Komplexbehandlung veröffentlicht. Dort finden sich Gespräche von Thomas Bock mit Frank Bergmann (Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung), Nils Greve (Vorsitzender des Dachverbands Gemeindepsychiatrie) und Andreas Heinz (Klinikdirektor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité).

Die Interviews und Hintergründe finden Sie hier.

Nadja Stehlin

DGPPN-Hauptstadtsymposium zum Thema „Psychiatriereform weiterdenken: das Prinzip Trialog“

Das diesjährige Hauptstadtsymposium der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V.)  beschäftigte sich mit dem Thema „Psychiatriereform weiterdenken: das Prinzip Trialog“ in drei Online Veranstaltungen vom 27.-29. Oktober 2020 mit verschiedenen Themen, zu denen es jeweils einen Impulsvortrag, trialogische Perspektiven und eine Diskussion gab:

  • Menschenrechte in der Psychiatrie: Was getan werden muss
  • Was die Politik für die soziale und berufliche Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen tut
  • Perspektiven der psychiatrischen Versorgung
  • Mit diskutiert haben die DGBS-Mitglieder Dr. Astrid Freisen für die Selbst Betroffenen Profis und Karl Heinz Möhrmann für die Angehörigen zu dem Thema „Was die Politik für die soziale und berufliche Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen tut.

Karl Heinz Möhrmann stellte in seinem Beitrag die aktuellen gesetzlichen Regelungen dar mit einem besonderen Fokus auf dem Bundesteilhabegesetz. Diese sieht für Menschen mit Behinderungen wesentliche Verbesserungen vor durch Teilhabe am Arbeitsleben, Bildung und durch soziale Teilhabe. Er betonte den positiven Effekt, den Arbeit auf den Krankheitsverlauf und die Lebenssituation von Menschen mit psychischen Erkrankungen haben kann, z.B. durch die Strukturierung des Alltags, des Gefühls der Zugehörigkeit und die Sicherung des Lebensunterhalts. Allerdinges sehe die Realität oft anders aus: 50% der Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen seien ohne Arbeitsplatz, 20% hätten einen geschützten Arbeitsplatz und nur 10% seien auf dem regulären Arbeitsmarkt tätig. Gleichzeitig seien psychische Erkrankungen sehr häufig Ursache für ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Arbeitsleben. Hier bestehe weiterer Handlungsbedarf, z.B. durch Schulungen der VermittlerInnen in Jobcentern. Ziel sei es, sich auf die Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt zu konzentrieren, z. B. durch die Etablierung von Integrationsfirmen oder den Einsatz von Jobcoaches, die psychisch erkrankte Menschen am Arbeitsplatz begleiten und in Krisen unterstützen können. Der Ansatz, Menschen mit psychischen Erkrankungen direkt auf dem ersten Arbeitsmarkt zu integrieren („first place then train“) bewirke einen starken Anstieg der Erwerbstätigkeit im Vergleich zu den in Deutschland verbreiteten traditionellen Formen des  Berufsvorbereitungstrainings.

Dr. Astrid Freisen schilderte in ihrem Beitrag ganz konkret, in welchen Bereichen sie von Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit psychischer Erkrankung profitiert, so dass sie weiter beruflich tätig sein kann. Sie benannte insbesondere die Schaffung eines leidensgerechten Arbeitsplatzes mit der Befreiung von Nacht- und Wochenenddiensten. Allerdings betonte sie auch, dass sie aufgrund ihrer Tätigkeit im öffentlichen Dienst mit guten Strukturen für Menschen mit Behinderung privilegiert sei. In ihrer Rolle als Ärztin erlebe sie oft, dass Betroffene die vorhandenen Unterstützungsangebote nicht nutzen können, weil die Zugangswege zu kompliziert sind und zu wenig über vorhandene Möglichkeiten informiert wird. Dies war auch der Tenor der lebhaften Abschlussdiskussion, an der Fr. Dr. Annette Tabbara, Leiterin der Abteilung für die Teilhabe und Belange von Menschen mit Behinderungen, Soziale Entschädigung und Sozialhilfe als Vertreterin des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und Prof. Dr. Dr. Andreas Heinz als Vorsitzender der DGPPN teilnahmen.

Auch wenn das Zoom-Format den persönlichen Austausch nicht ersetzen kann, ist es der DGPPN gelungen, ein interessantes trialogisches Symposium zu gestalten. Leider handelte es sich jedoch um Live-Veranstaltungen, die nicht aufgenommen wurden.

Astrid Freisen und Nadja Stehlin

Dossier der DGPPN: „Psychische Erkrankungen in Deutschland - Trialogische Perspektiven“

Die Eingliederung psychisch erkrankter Menschen und der Trialog, das gleichberechtigte Miteinander von Betroffenen, Angehörigen und Professionellen, waren zwei der zentralen Forderungen der Psychiatriereform, die bis heute Bestand haben. Das neueste Dossier der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V.)  nimmt die trialogische Perspektive ein und beleuchtet die Ergebnisse der Reform. Es geht um Teilhabe und Selbstbestimmung, um die Fortführung der Reform und die Frage, wie gesellschaftliche Normen und soziale Lebenswelten psychische Gesundheit beeinflussen. Darüber geben Daten und Grafiken, aber auch Hintergrundgeschichten und Kurzinterviews Aufschluss.

Das Dossier ist hier einzusehen und downzuloaden.

Nadja Stehlin

Deutsches Bündnis gegen Depression e.V. – Auflösung des Vereins

In seiner Mitgliederversammlung am 6. November wurde der Verein „Deutsches Bündnis gegen Depression e.V.“ aufgelöst. Das Bündnis geht nun in die Stiftung Deutsche Depressionshilfe über, unter deren Dach der Verein seit jeher bestand. Die Auflösung des Vereines erfolgte unter anderem aus dem Grund, zukünftig Doppelstrukturen zu vermeiden. Die bisherige Arbeit, Initiativen, und insbesondere das Netzwerk der über 80 regionalen Bündnisse gegen Depression, sollen weiter fortgesetzt werden. Weitere Infos zu dem Bündnis gegen Depression und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Nadja Stehlin

Jahrestagung und Selbsthilfetag der Aktion Psychisch Kranke e.V.

Die Jahrestagung der Aktion Psychisch Kranke (APK) mit dem Thema „Psychische Gesundheit fördern – Teilhabe an Arbeit sichern“ und der Selbsthilfetag unter dem Motto: „Resilienz: Auf dem Weg in das soziale Leben", fanden bedingt durch das Pandemiegeschehen im Oktober als Hybrid-Veranstaltung statt.

Das Programm, die Aufzeichnung der Vorträge und freigegebene Präsentationen sind auf der Webseite der APK einzusehen.

Nadja Stehlin

Rechtliches

Neue Hilfen für psychisch Erkrankte – Landesgesetz in Rheinland-Pfalz einstimmig verabschiedet

Mit den Stimmen aller Fraktionen ist am 6. Oktober im rheinland-pfälzischen Landtag das Landesgesetz über Hilfen bei psychischen Erkrankungen verabschiedet worden. Mit der Neufassung des bisherigen Psychisch Kranken Gesetzes (PsychKG) als neues Landesgesetz über Hilfen bei psychischen Erkrankungen (PsychKHG) setzt die Landesregierung auch einen Auftrag aus dem aktuellen Koalitionsvertrag um. Das Landesgesetz wird zum 1. Januar 2021 in Kraft treten.

Nadja Stehlin

Änderungen im Psychisch-Kranken-Gesetz in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt werden künftig zur Behandlung und zum Schutz psychisch kranker Menschen verbindlich Patientenfürsprecher auf kommunaler Ebene eingesetzt. Außerdem tragen ab 2022 gemeindepsychiatrische Verbünde in den Landkreisen und kreisfreien Städten dazu bei, die Versorgungsstrukturen für Hilfesuchende zu optimieren. Das sind zwei wesentliche Vorgaben aus dem Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für Personen mit einer psychischen Erkrankung des Landes Sachsen-Anhalt (PsychKG LSA), das der Landtag am 11. September 2020 beschlossen hat.

Nadja Stehlin

Film, Fernsehen, Kunst, Literatur, Musik & Radio

Bipolare Frauen für künstlerisches Fotoprojekt gesucht

Für ein künstlerisches Fotoprojekt zum Thema Bipolar werden ca. 5 Frauen im Alter von ca. 20 bis 50 Jahren aus dem Raum München gesucht. Ziel ist es, mit künstlerischer Fotografie auf das Thema Bipolarität aufmerksam zu machen, ohne es als Krankheit darzustellen. Dadurch soll Aufklärungsarbeit geleistet und entstigmatisiert werden. Die Frauen können auf Wunsch einen Künstlernamen einsetzen, um eine gewisse Anonymität zu wahren.

Das Projekt wird durchgeführt durch die Fotografin Mica Wintermayr (www.micawintermayr.com) und den Psychiater Dr. Peter Teuschel (www.drteuschel.de).

Die Bilder werden durch informative Texte über die Bipolare Störung ergänzt.

Angestrebt wird eine möglichst breite Öffentlichkeit mit Online- und Printmedien sowie Ausstellungen.

Voraussetzung für die Teilnahme ist kein gängiges „Schönheitsideal“, sondern die Bereitschaft, mit Spaß an der Sache als Model mit einer erfahrenen Fotografin zusammenzuarbeiten.

Wer Interesse hat, schreibt bitte eine E-Mail mit einem Foto von sich (Selfie, Passfoto oder ähnliches) an bipolarprojekt@web.de. Hier werden auch weitere Fragen beantwortet.

Nadja Stehlin

Moderne Therapien bei Bipolaren Störungen – Radio-Visite im NDR

Ein ca. 5-minütiger Radio Beitrag der Serie „Radio-Visite“ des Norddeutschen Rundfunks (NDR) beschäftigt sich mit der Therapie der Bipolaren Störungen. Abruf/Download des Beitrags.

Nadja Stehlin

„so gesehen“ – Ein Kunstwettbewerb

„so gesehen“ ist ein Kunstwettbewerb für psychiatrieerfahrene Kunstschaffende aus Baden-Württemberg, die ihren Wohnsitz in Baden-Württemberg haben. Er steht für den individuellen Blick der Kunstschaffenden und der Betrachter*innen der ausgewählten Werke und wird zum fünften Mal im Rahmen des Landespsychiatrietages verliehen. Unter den Einreichungen ermittelt die Jury Werke, die im Original einzureichen sind. Hieraus werden die Preisträger ausgewählt. Thema und Inhalt der Werke sind frei wählbar. 50 Originale werden gerahmt und beim Landespsychiatrietag sowie in einer anschließenden Wanderausstellung gezeigt.
Wir bitten für die Vorauswahl KEINE Originale, sondern Fotografien der Werke einzureichen. Unter Angabe Ihres Namens (keine Künstlernamen) und der postalischen Anschrift, mit Titel, Technik und Originalgröße des fotografierten Werkes. Per Datei-Upload über diese Seite können Sie die Kunstwerke einreichen.

Es werden nur Einreichungen berücksichtigt, die die genannten Anforderungen erfüllen und bis zum 17. Januar 2021 eingegangen sind.

Altinser Çaka

Open Call – Kunstausstellung des Kunstvereins Sachsen zum Thema Bipolare Störungen

Die Koproduktion "50 UHR [das DU im ICH]" geht 2021 an den Kinostart. Begleitend zur Kinotour sind Kunstausstellungen sowie Podiumsgespräche zum Filmthema geplant. Der Aufruf richtet sich an professionell arbeitende Künstlerinnen und Künstler aller Sparten (auch Lyrik) in Sachsen, aber auch darüber hinaus, die sich nachweislich im kreativ-künstlerischen Schaffen psychologischen Themen widmen. Speziell handelt es sich um folgende Fragestellungen:

1. Welche Auswirkungen haben psychische Erkrankungen (allgemein) und speziell die Bipolare Störung (manisch-depressiv) auf Mensch und Gesellschaft?

2. Welche Auswirkungen haben Gewalt und andere dramatische Lebensereignisse auf die Psyche des Menschen?

Bitte senden Sie bis zum 1. Juni 2021 eine E-Mail an kv@kunstverein-sachsen.de mit folgenden Angaben:

  • Betreff: Open Call | 50 Uhr
  • Name/Vorname
  • Telefonnummer und/oder Internetseite
  • Künstlerische Sparte
  • Kurztext zu Ihrer künstlerischen Arbeit am Thema (keine endlosen Textpassagen)

Bitte senden Sie in der E-Mail keine Anhänge und schicken Sie auch keine postalischen Sendungen. Für alle weiteren Schritte melden sich der Kunstverein Sachsen aktiv bei Ihnen.

Nadja Stehlin

Sonstiges

Das Weiße Gold vom Uyuni-See

Wie die ARD berichtet, hat Bolivien mit die größten bekannten Vorkommen an Lithium. Die Bundesrepublik erhielt sogar 2018 den Zuschlag für den Lithiumabbau in Bolivien. Lithium gilt als weltweit begehrter wichtiger Rohstoff für die Elektromobilität.  Deutschland will beim Abbau dieses für E-Auto-Batterien wichtigen Alkali-Metalls mitmischen, wobei auch Firmen aus China und auch Tesla aus den USA ein Auge auf die Lithium Vorräte weltweit werfen. Das Element Lithium hat aber noch eine uns wohl bekannte ganz und gar nicht technische Funktion: Bestimmte Lithiumsalze wie Lithiumcarbonat helfen bei Depressionen, Manien und bipolaren Störungen. Das sollte bei dem aktuellen Hype um die Lithiumbatterien im Auto nie vergessen werden. (Quelle: ARD, 18.10.2020).

Martin Schäfer

Tabu-Serie: Wenn gar nichts mehr geht

Die Schweizerin Lena berichtet hier von ihrem Leben mit der Bipolaren Störung.

Nadja Stehlin

Lesungen im Dialog

In der Online-Reihe „Lesungen im Dialog“ der Landesstelle für Psychiatriekoordination Niedersachsen (LSPK) lesen verschiedene Autor*innen aus eigenen Texten mit Bezug zur Psychiatrie oder zu eigenen psychischen Erkrankungen. Im anschließenden Dialog mit Jeanett Radisch (LSPK) berichten die Autor*innen noch über ihre Texte hinaus.

Die Teilnahme an den Lesungen ist kostenfrei. Alle bisherigen Lesungen können auf dem YouTube Kanal der LSPK nachgesehen bzw. nachgehört werden.

Informationen zur Anmeldung für kommende Lesungen finden Sie hier.

Nadja Stehlin

"Seele - Körper - Geist", Online - Dienstagskolloquium der Klinik für Psychosomatische Medizin & Psychotherapie Freiburg ab 10. November

Die Vorträge werden immer ab 18:30 Uhr live in Freiburg in einem Studio gehalten, die Referent*innen sind vor Ort und mit den Zuseher*innen in der Diskussion. Für Sie wird es möglich sein, auch von zu Hause aus live dabei zu sein. Ihre Fragen an die Referent*innen können Sie ebenfalls online stellen. Die Vorträge können als Livestream über den Internetbrowser verfolgt werden.

Programm und Links zu den Livestreams

Zugang zu den Livestreams ohne Anmeldung

Christopher Scharfenberger

PsychCast – der Psyche-Podcast

Die Mediziner Dr. Jan Dreher (Autor von “Psychopharmakotherapie griffbereit”) und Dr. Alexander Kugelstadt (Autor von „Berufseinstieg Arzt“ sowie „Dann ist das wohl psychosomatisch“) unterhalten sich im PsychCast über die Psyche. „Edutainment für Ohr und Seele - zwischen Hemdsärmeligkeit und wissenschaftlicher Akkuratesse.“

Nadja Stehlin

Facetten von (Selbst-)Ermächtigung: Trialog, Bildung und Einflussnahme

"Facetten von (Selbst-)Ermächtigung: Trialog, Bildung und Einflussnahme" lautet der Themenschwerpunkt des Heftes 4, der "Kerbe" von November 2020.  Verschiedene Aspekte des "institutionalisierten" Trialogs oder den des Alltags werden auf über 30 Seiten beleuchtet.
Christopher Scharfenberger

„Menschenrechte und Recovery: Rollenverständnisse neu denken – Internationaler Psychiatriekongress am 3./4. Juni 2021 in Bern

Unter dem Titel „Menschenrechte und Recovery: Rollenverständnisse neu denken“ ist in Bern der 5. internationale Psychiatriekongress zu seelischer Gesundheit und Recovery
am 3.und 4. Juni 2021 geplant. Der Aufruf für Fachbeiträge des Kongresses ist bis Ende Dez. 2020, das Einsenden von Recovery-Geschichten bis Ende Januar 2021 möglich.

Christopher Scharfenberger

Hinweis

 

Wenn Sie Ideen oder Beiträge für den DGBS-Newsletter haben, dann melden Sie sich bitte bei Nadja Stehlin unter n.stehlin@dgbs.de

Für den Inhalt der einzelnen Artikel sind die jeweils benannten Autoren verantwortlich. Die Inhalte der Artikel spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wider.

Impressum

Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. (DGBS)

Postanschrift Geschäftsstelle:
DGBS
Klinik für Psychiatrie
Heinrich-Hoffmann-Straße 10
60528 Frankfurt am Main
Tel.: 069/ 6301 - 84 398
Telefonzeiten: Dienstag und Donnerstag 13:00 bis 16:00 Uhr
E-Mail: info@dgbs.de
Vorsitzender: PD Dr. Harald Scherk, Riedstadt

Redaktion:
Altinser Çaka
Astrid Freisen
Nadja Stehlin
Barbara Wagenblast

Autoren in dieser Ausgabe:
Admin-Team Bipolar-Forum
Altinser Çaka
Astrid Freisen
Martin Schäfer
Christopher Scharfenberger
Nadja Stehlin
Vorstand der DGBS
Barbara Wagenblast


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30.11.2020Erweiterte DGBS Telefonberatung

Das DGBS Beratungstelefon 0800 55 33 33 55 ist im Dezember und Januar unter folgenden Zeiten [… weiterlesen]
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