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Zukunftsworkshop der DGBS am 01./02. März 2019 in Frankfurt/Main

Anlässlich des angekündigten „offenen Austausches“ und des anstehenden 20-jährigen Jubiläums der DGBS fand am 1. und 2. März 2019 ein Zukunftsworkshop mit 31 Aktiven in Frankfurt/Main statt.

Die Teilnehmenden waren Ehrenamtliche aus den verschiedenen Referaten, Arbeits- und Projektgruppen, der gesamte Vorstand sowie die Geschäftsstelle und die Geschäftsführung. Der Austausch fand mit freundlicher Unterstützung von Prof. Dr. Andreas Reif in den Räumlichkeiten der Universitätsklinik in Frankfurt/Main statt, in der sich auch die Geschäftsstelle der DGBS befindet.

Zum Einstieg gab der Vorsitzende Prof. Dr. Martin Schäfer im Namen des Vorstands einen kurzen Überblick über die Gesamtsituation als Diskussionsgrundlage. Er beschrieb dabei zunächst das Selbstverständnis und die Wurzeln der DGBS, die 1999 von Ärzten und dem späteren Geschäftsführer Dieter Borchardt, als wissenschaftliche Fachgesellschaft gegründet wurde. Der Trialog wurde bereits kurze Zeit später in die Gesellschaft eingeführt. Es wurden die ursprünglichen Gründungsziele und Satzungsinhalte der DGBS aufgezählt und mit den heutigen, sehr umfangreichen, ambitionierten und vielseitigen Satzungszielen verglichen, die die DGBS für sich entwickelt und festgeschrieben hat. Kernziele seien aus Vorstandssicht:

  • Menschen mit einer Bipolar Affektiven Störung, ihre Angehörigen und Behandler zu unterstützen,
  • eine trialogische Vereinskultur zu leben und weiter zu entwickeln,
  • die Selbsthilfe zu fördern,
  • sich mit dem Krankheitsbild wissenschaftlich auseinander zu setzen,
  • Behandlungs- und Versorgungsstrukturen zu verbessern,
  • Aufmerksamkeit, Verständnis und Akzeptanz der Erkrankung in der Gesellschaft und
  • Gesundheitspolitik zu fördern sowie
  • Präventionen, Aufklärung und Entstigmatisierung vorzutreiben.

Betont wurde der Aufbau auf eine gemeinnützige Vereinsstruktur, die ehrenamtliches Engagement erfordere. Die DGBS lebe ohne Zweifel mehr als je zuvor von der triologischen Zusammenarbeit und der gemeinsamen Verantwortung der Betroffenen, den Angehörigen und den Fachleuten. Der stetige intensive Erfahrungsaustausch und gegenseitige Vermittlung von neuem Wissen fördere gleichermaßen das Expertentum in eigener Sache, die Betroffenenkompetenz, die Angehörigenweiterbildung und die professionelle Fachkompetenz. Zudem zeichne sich die DGBS durch lokales, nationales sowie internationales Engagement aus.

Prof. Schäfer gab an, dass die DGBS auch nach außen besonders durch ihre trialogische Kompetenz und Offenheit charakterisiert sei sowie der Entwicklung verbindender Positionen und Einstellungen. Die DGBS zeichne sich darüber hinaus aus durch ihre räumliche Verteilung mit regionalen und bundesweiten Strukturen. Als einzige Gesellschaft aus dem Bereich der Selbsthilfe habe sie auf Grund ihrer Stellung als Fachgesellschaft mit wissenschaftlicher Kompetenz eine Richtlinien- und Leitlinienkompetenz. Politische Aktivitäten und Vernetzungen würden das Bild abrunden.

Grundlage für die erfolgreiche alltägliche Arbeit, die früheren, die laufenden und die zukünftigen Prozesse seien die Organisationsstrukturen, die mit dem Vorstand, der Geschäftsführung, den Referaten und vielen Arbeitsgruppen nochmal optisch dargestellt wurden. Die DGBS könne dabei mit Stolz sowohl auf viele dauerhaft etablierte Angebote zurück blicken, als auch auf einzelne interessante Aktivitäten und Projekte.

In den letzten Jahren sei sehr deutlich geworden, dass der Trialog sich auf ganz unterschiedlichen Ebenen abspiele und ein sich stetig entwickelnder Prozess sei, dessen Entwicklung vorangebracht werden solle.

Zusammenfassend erläuterte Prof. Schäfer die feste Überzeugung des Vorstandes, dass die DGBS „ein Erfolgsmodell und ein Zukunftsmodell“ sei. Die vielseitigen Aktivitäten und der intensive facettenreiche Trialog mit fast zwei Jahrzehnten Erfahrung stelle in einer Fachgesellschaft eine einmalige Entwicklung dar. Die Stärke der DGBS sei die Vielschichtigkeit, das miteinander sowie das voneinander Lernen. Es habe sich in den letzten Jahren zunehmend gezeigt, dass die DGBS auch von der Politik, gerade im Bereich der Betroffenen, als Berater aufgrund der differenzierten Sichtweisen gerne in Anspruch genommen würde. Prof. Schäfer betonte jedoch, dass diese große Stärke auch die größte Achillesferse der Gesellschaft sei. Das Nebeneinander von Selbsthilfearbeit, Angehörigenarbeit, der professionellen wissenschaftlichen sowie der politischen Arbeit, dürfe nicht zu einem Gegeneinander oder zu einem Konkurrenzverhalten entgleisen. Das Ganze sei somit auch die Grundstärke des Zukunfts-Workshops, in dem gemeinsame Positionen, neue Ziele und eine Fokussierung neuer Projekte erarbeitet werden sollten.

Der Vorstand wollte daher im Workshop gerne die Frage beantwortet bekommen, ob die Teilnehmenden des Zukunfts-Workshops weiterhin die Satzungsziele in ihrer Gesamtheit als wichtig und noch gültig ansehen, und somit die DGBS auch weiterhin als Ganzes, im Sinne einer trialogischen Fachgesellschaft mit wissenschaftlicher Kompetenz, unterstützen. Der Vorstand erhoffte sich zudem, Impulse für neue Strukturen zum Krisenmanagement in schwierigen Situationen, in denen die trialogischen Strukturen des Vorstandes an ihre Grenzen kommen. Vom Vorstand wurden hierzu Vorschläge ausgearbeitet, die im weiteren Verlauf des Workshops vorgestellt werden sollten.

Weitere Diskussionspunkte sollten die DGBS-Organisationsstrukturen mit Aufgaben, Verantwortungsbereichen, Befugnissen und Kommunikationswegen, mit Inhalten der Referate und anderen Bereichen der DGBS sein. Zudem müsse über den Aufwand und zukünftige Strukturen der Jahrestagung, sowie sonstige Wünsche und Vorstellungen zur Zukunft der DGBS gesprochen werden. Mit dem Wunsch, dass sich die DGBS immer wieder neu entdecken und entwickeln möge, wünschte der Vorsitzende der Versammlung für die weiteren Gespräche viel Erfolg.

In der dem Vortrag nachfolgenden ersten Workshop-Phase sollten die Teilnehmenden, nach Zugehörigkeit getrennt, die wichtigsten Aspekte in Bezug auf eine positive Verbundenheit mit der DGBS in ihrer Rolle und Funktion nennen sowie die Motivations-Gründe für das Engagement in der DGBS. Die Bereiche waren dabei: Vorstand, Geschäftsführung, Angehörige, Betroffene, Betroffene Profis sowie Personen in unterschiedlichen Rollen und genannt wurden folgende Aspekte und Motivationsgründe:

  • Kontakt zu den DGBS-Mitgliedern,
  • Vielfältigkeit der verschiedenen Projekte,
  • trialogische Ausrichtung und diese in andere Gesellschaften und Gremien weiter tragen zu wollen,
  • eigenes Wissen produktiv einbringen,
  • Verbindung zur Selbsthilfe und Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe,
  • politische Arbeit und Öffentlichkeitsarbeit,
  • Möglichkeit zum Austausch,
  • Entlastung durch Gemeinschaft und Solidarität mit Anderen,
  • erfahrene Hilfe an andere weitergeben,
  • persönliche Weiterentwicklung,
  • Infrastruktur der DGBS und Unterstützung seitens der DGBS,
  • Entstigmatisierung.

Die Workshop-Moderatoren versuchten sodann, Gruppenaufgaben zu verteilen. Statt sich jedoch frühzeitig in Gruppen aufzuteilen und in die Bearbeitung von Spezialthemen zu gehen, entwickelte sich schnell der Wunsch nach einer offenen Aussprache, die dann auch deutlich, ehrlich und offen, dabei jedoch auch sehr respektvoll zwischen allen Beteiligten erfolgte. Es durften Sorgen, Bedenken, aber auch Vorwürfe, sowie ungeklärte Fragen über die Ereignisse in den letzten Monaten gestellt und ebenso offen beantwortet werden. Das Gefühl aller Beteiligten am Ende der Aussprache schien eine Mischung aus Erleichterung und auch ein bisschen Dankbarkeit für die Offenheit und das gegenseitige Verständnis zu sein. Es wurde darüber gesprochen, wie zukünftig mit Schwierigkeiten im Vorstand gerade bei gesundheitlich oder anderweitig bedingten Ausfällen besser umgegangen werden könnte. Eine Vertreterregelung in solchen Fällen sei juristisch nicht darstellbar. Im Fall der Fälle müsse nach derzeitigem Stand eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden, was sich jedoch nicht mal eben so bewerkstelligen ließe. Wünschenswert sei eine Lösung, durch die der Vorstand dabei unterstützt würde, in problematischen Situationen handlungsfähig zu bleiben und Konflikte oder Problemsituationen möglichst schnell und für alle Beteiligten zufriedenstellend lösen zu können. Es wurden verschiedene Optionen diskutiert. Unter den verschiedenen Möglichkeiten, auch je nach satzungsgerechter Umsetzung, wurde von den Beteiligten schließlich ein Ombudsverfahren favorisiert. Demnach soll eine Ombudsrat mit trialogischer Zusammensetzung gebildet werden, der im Falle von nicht lösbaren Konflikten den Vorstand und die Mitglieder unterstützen soll, eine möglichst objektive Meinungsbildung und Entscheidungsgrundlage zu entwickeln. Der Ombudsrat soll sich aus je 2 Vertretern der Betroffenen, Angehörigen und Profis zusammensetzen, die in den Referaten gewählt bzw. vorgeschlagen werden. Er kann in Krisenfällen oder als Beirat durch einen Mehrheitsbeschluss des Vorstandes eingeladen werden. Dabei hat der Ombudsrat eine vermittelnde Funktion, der sich eigenständig über die Sachverhalte informieren soll. Da er in der Satzung nicht installiert ist, kann er nur eine beratende Funktion haben, mit der er auch die Mitgliederversammlung neutral informieren kann. Eine Entscheidungsbefugnis ist aber nicht vorgesehen. Es sei vorgesehen, dass Profis, Betroffene und Angehörige jeweils zwei Vertreter eigenständig benennen. Der Ombudsrat kann dann durch die Mitgliederversammlung legitimiert werden. Die Mitglieder des Ombudsrates werden nicht durch den Vorstand selbst bestimmt werden, um hier eine Neutralität wahren zu können. Die Abstimmung In Bezug auf die Planung und Einrichtung eines solchen Ombudsrates fiel mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung eindeutig zugunsten dieser Lösung aus.

Zudem wurde darüber abgestimmt, ob die DGBS eine trialogische Fachgesellschaft bleiben solle. Auch hier wurde von den Anwesenden einstimmig dafür gestimmt.

Nach dieser Aussprache war es deutlich einfacher in die konkrete Arbeit einzusteigen. Allerdings kamen die Moderatoren erneut mit ihrem Vorschlag zur Gruppenarbeit nicht durch, da es an dafür notwendigen, gemeinsam entwickelten, Grundlagen fehlte. Daraufhin erfolgte durch freies Zusammentragen aller Beteiligten eine sog. „SWOT-ANALYSE“. Diese Methode ermittelt die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Die Teilnehmenden konnten dabei sehr viele Aspekte aufzeigen:

Ergebnisse der „SWOT-Analyse“

Zum Ende des ersten Workshop-Tages hielt Prof. Jens Langosch einen kurzen Impulsvortrag zum Thema „Trialog“, welcher zu Diskussionen anregen sollte. Im Anschluss ging es für alle in ein italienisches Restaurant, um dort den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen. Die Rückmeldungen hierzu waren durchweg positiv. Nicht nur die Qualität des Essens, auch das zwanglose Beisammensein, die lockere und beschwingte Atmosphäre trugen dazu bei, dass sich zusammen mit den erarbeiteten Inhalten des ersten Workshop-Tages ein positiv empfundenes Wir-Gefühl (wieder) einstellte. Bis spät in den Abend saßen noch einige zusammen und genossen das Beisammensein.

Am zweiten Tag traf der Vorschlag der Moderatoren zur Gruppenarbeit erneut nicht den Nerv der Teilnehmenden. Es wurde klar die Forderung aufgestellt, mit den am Vortag erarbeiteten Inhalten aus der SWOT-Analyse weiter arbeiten zu wollen. In der Folge wurden daraus Oberthemen entwickelt, die wie folgt geclustert wurden:

  1. „Rot“ mit den Inhalten: Zuständigkeiten, Organisation, Transparenz, Kommunikation & Wertschätzung des Ehrenamtes
  2. „Gelb“ mit den Inhalten: Trialogischer Arbeitskreis, Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit, Intranet, Mitgliedergewinnung, Priorisierung von Aufgaben, Angebote/Infos für Jugendliche, besondere Herausforderungen und Chancen in der Versorgung wie Peerarbeit, Stationsäquivalente Behandlung, Integrierte Versorgung und Home-Treatment
  3. „Grün“ mit den Inhalten: Vernetzung der Referate und Selbsthilfegruppen

Unter den verschiedenen Themen und Überschriften konnten sich nun Arbeitsgruppen finden, die über diese Themen offen diskutierten, die Wertigkeit der Stichworte ermittelten und Handlungs- oder Änderungsvorschläge entwickelten.

So kam die Gruppe „Gelb“ zunächst zu dem Ergebnis, dass aktuell nicht klar sei, welche Aufgaben anfallen würden und wer diese Aufgaben übernehmen könnte. Hierzu sollte zunächst ein möglichst umfangreicher „Pool des Expertentums“ von der Geschäftsführung zusammengestellt werden. Weiterhin sollte ermittelt werden, wer in der DGBS was gut kann, sich in welchem Bereich gut auskennt und wieviel Zeit zur Verfügung hätte, um bei einzelnen Projekten oder aber auch dauerhaft mitzuhelfen. So könnte je nach Bedarf kurz- oder langfristig auf die Unterstützung der Aktiven zurückgegriffen werden. Zudem sollten bestehende und geplante Projekte veröffentlicht und beschrieben werden, um Mitglieder so zur Mitarbeit zu motivieren. Zur Umsetzung käme ein Intranet in Frage. Zur Öffentlichkeits- und Anti-Stigma-Arbeit wurde von der Gruppe darauf hingewiesen, die Möglichkeiten des Forums und das Potenzial der Betroffenen Profis zu nutzen. In Bezug auf die Gewinnung von mehr Mitgliedern auch aus anderen Bereichen, z.B. aus der Pflege, sah die Arbeitsgruppe die Wertschätzung und Anerkennung der Arbeit als sehr wichtig an. Zudem schlug sie vor, weiterhin aktiv auf Pflegeverbände zuzugehen und erneut darum zu bitten, sich beispielsweise an Symposien auf der Jahrestagung zu beteiligen. Denkbar sei auch eine Weiterbildung für Pflegekräfte und die Teilnahme an Psychose-Seminaren. Eventuell könnte man Lehrvideos oder Webinare auf der Webseite für bestimmte Zielgruppen platzieren. Jugendliche könnte man ggf. gezielt über das Smartphone ansprechen, man könnte auch Subgruppen im Forum einrichten oder die Webseite teilweise jugendgerecht aufbereiten und somit für diese Zielgruppe interessanter machen.

Die Gruppe „Rot“ entwickelte ein Ablaufschema zur Klärung von Zuständigkeiten, der Organisation und Transparenz sowie der Kommunikation. Zunächst könne die Beschreibung des Ist-Zustandes erfolgen. Dazu wäre beispielsweise ein Fragenkatalog an die Referate zu erarbeiten, zu versenden und nach Rückgabe auszuwerten. Zudem sollen die Aufgaben der Geschäftsführung und der Geschäftsstelle anhand der Stellenbeschreibungen ermittelt und die Aufgaben des Vorstands zusammengestellt werden. In der Folge wäre der gewünschte Soll-Zustand zu beschreiben. Für die Umsetzung könne ein Workshop von Vorstand, Geschäftsführung und Geschäftsstelle in Frage kommen. Um dann vom Ist-Zustand tatsächlich zum Soll-Zustand zu gelangen, wäre es hilfreich, externe Unterstützung für die Erstellung eines Intranets zu erhalten. Ein sog. „PDCA-Zyklus“ (Plan, Do, Check, Act) sollte von da an immer wieder neu ausgelöst und durchgegangen werden.

Die Gruppe „Grün“ ermittelte zum Thema Vernetzung, dass die Referate sich im Zuge von persönlichen Beziehungen Einzelner austauschen könnten. Darüber hinaus sollte zur weiteren Vernetzung ein Organigramm zugänglich gemacht werden, in dem Namen und Kontaktmöglichkeiten ersichtlich sind. Auch hier wurde auf die Möglichkeit hingewiesen, dies in ein Intranet einzustellen, das auch anderweitig zur Vernetzung, zum Austausch und zur Zusammenarbeit genutzt werden könnte. Danach unterschieden die Mitglieder der Arbeitsgruppe zwischen der internen und der externen Vernetzung. Extern könne man sich vermehrt mit dem Angehörigenverband, der Deutschen Depressionsliga, der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), den Verbänden für Psychiatrieerfahrenen und persönlichen Kontakten austauschen. Intern sei es wünschenswert die regionale Vernetzung, beispielsweise durch die Gründung von Landesverbänden, sicherzustellen, das Fortbildungsformat „Lernort: Selbsthilfe“ aufrecht zu erhalten und möglicherweise weiter auszubauen sowie das Selbsthilfe-Unterstützungsteam wieder zu beleben. Insgesamt sei es sinnvoll, weitere Workshops durchzuführen, und hier explizit auch ohne das Vorhandensein oder aufgrund einer Krise.

Ein weiterer wichtiger Diskussionspunkt zum Ende des Workshops war der Vorschlag, auf Grund des hohen und intensiven Organisationsaufwandes des Vorstandes, der Geschäftsführung und der Vorbereitungsgruppe zukünftig die Jahrestagung neu zu strukturieren. Es sollte der Vorschlag erarbeitet werden, alle zwei Jahre eine große wandernde Jahrestagung durchzuführen wie bisher. In den Jahren dazwischen sollte eine Mitgliederversammlung und eine kleinere Jahrestagung jeweils in Frankfurt/Main organisiert werden, in der sich alle Arbeitsgruppen, Arbeitskreise und Referate intensiv treffen und austauschen können. Zudem könnten Neuigkeiten und Weiterbildungsinhalte ausgetauscht werden, die jedoch organisatorisch mit weniger Aufwand und eher strukturiert gleichbleibend umgesetzt werden sollte. Somit wären beide Grundlagen, eine wandernde Tagung, in der sich die DGBS in verschiedenen Regionen Deutschlands bekannt macht, und eine Entlastung der Arbeitsleistung durch immer größer werdende Organisationsaufgaben, gegeben.

Am Ende galt es in sehr kurzer Zeit die Ergebnisse der Arbeit zu sichern. So wurden konkret folgende Arbeitsaufträge vereinbart:

  • Klärung der Organisationsstrukturen in den Referaten, der Geschäftsführung und im Vorstand,
  • Reaktivierung des Teams „Selbsthilfeunterstützung“ bei der nächsten Jahrestagung im Oktober in Frankfurt/Main,
  • Eine mögliche Co-Tagung mit dem Dachverband der transkulturellen Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im deutschsprachigen Raum e.V. wird angefragt, außerdem die Aufnahme von Bipolar-Themen in Trialogforen. Ein trialogisches Curriculum für Kliniken wird erstellt, Im Referat Versorgung sollen neue Betroffenen-Vertreter aufgenommen werden, das Referat der Angehörigen und das „Team Angehörige“ sollte ein Ganzes werden,
  • Im nächsten Newsletter soll ein Aufruf zur aktiven Mitarbeit erscheinen.

Leider war an dieser Stelle keine Zeit mehr, und auch kein Platz mehr auf dem Papierplan, um weitere Schritte zu planen. Inzwischen erfolgten bereits einige Handlungsschritte. So wurde der Fragebogen an die Referate erarbeitet und verschickt, im Referat Versorgung sind Betroffene aufgenommen worden, die Planung zur Reaktivierung des Teams „Selbsthilfeunterstützung“ ist im Gange, ebenso der Aufruf zur aktiven Mitarbeit und das Zusammentragen des „Expertenpools“. Das Intranet wird in den zukünftigen Planungen berücksichtigt und auch weitere Workshops sollen folgen.

Als Fazit waren sich die Beteiligten einig, dass sich der Zukunfts-Workshop ausgesprochen gelohnt hat, dass in dieser großen Teilnehmerrunde intensive, wertvolle und konstruktive Diskussionen geführt wurden. Wichtige Impulse wurden entwickelt. Gewünscht wurde eine Wiederholung, um auch den Vorstand zu entlasten und im größeren Kreise für die DGBS wichtige Impulse zu setzen.

Redaktion und verantwortlich für die Zusammenfassung:
Nadja Stehlin und Prof. Dr. Martin Schäfer

 
 
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