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Bipolar-Assistenzhunde als zuverlässige Partner bei Bipolarer Störung

Bipolar-Assistenzhunde gehören seit Neuestem zur Gruppe der Assistenzhunde für psychische und psychiatrische Erkrankungen. Der erste Assistenzhund für psychische und psychiatrische Erkrankungen, der 1998 in den USA ausgebildet wurde, war ein Rhodesian Ridgeback-Rüde für eine bipolare Frau mit Namen Joan Esnayra. Ihr Hund bemerkte Wechsel zwischen manischen und depressiven Episoden und zeigte ihr diese durch Anstupsen an. Wenn sie traurig war, blieb er immer in ihrer Nähe und legte sich eng an sie. Wurde sie in einer manischen Phase zu hektisch, kam ihr Hund zu ihr und beruhigte sie. 


Esnayra gründete die Selbsthilfe-Organisation „Psychiatric Service Dog Society“ und half anderen Betroffenen bei der Ausbildung ihrer Hunde. Über 100 Frauen und Männer kauften sich Welpen verschiedener Rassen, die sie dann mit den Tipps der Selbsthilfe-Organisation zu Bipolar-Assistenzhunden ausbildeten.

2007 lernte Luca Barrett, eine deutsche Assistenzhundetrainerin, Joan Esnayra kennen. Die Amerikanerin war begeistert von der Idee, Bipolar-Assistenzhunde auch in Deutschland auszubilden und unterstützte Barrett. 2010 wurde der erste Bipolar-Assistenzhund in Deutschland unter der Leitung von Luca Barrett im Deutschen Assistenzhunde-Zentrum für eine deutsche Frau ausgebildet. Der Labrador-Mischling zeigte Wechsel frühzeitig an, lag in depressiven Phasen tagelang an ihrer Seite und erinnerte sie regelmäßig an ihre Routine. Er machte sie aufmerksam, wenn sie in manischen Phasen reizbar wurde und erinnerte sie an ihre Medikamenteneinnahme.

Das Deutsche Assistenzhunde-Zentrum bildet seitdem regelmäßig Bipolar-Assistenzhunde aus, und zwar immer gemeinsam mit dem Hundebesitzer. Das Zentrum ist die führende Organisation für die Ausbildung von Assistenzhunden in Selbstausbildung mit verschiedenen Standorten in ganz Deutschland, z.B. München, Berlin, Münster oder Bonn. Dadurch wird Hundehaltern mit Handicaps und chronischen Erkrankungen ermöglicht, in Wohnortnähe qualifiziert ihren Hund zum Assistenzhund ausbilden zu können. Entweder hat der Betroffene bereits einen Hund oder ein erfahrener Assistenzhundetrainer hilft ihm bei der Suche nach einem geeigneten Welpen. Zu Beginn des Trainings bespricht der Assistenzhundetrainer mit dem Hundebesitzer Situationen im Alltag, in denen er eingeschränkt ist und überlegt, wie der Hund in diesen Situationen helfen kann. Welche Aufgaben der Assistenzhund erlernt, hängt immer vom Bedarf seines menschlichen Partners ab.

Die häufigsten Aufgaben, die Bipolar-Assistenzhunde erlernen, sind:

  • Wechsel anzeigen
  • Hektik und Reizbarkeit während manischer Phasen anzeigen
  • bei depressiven Phasen an die Routine erinnern (z.B. Spazierengehen, essen)
  • in depressiven Phasen zum Aufstehen ermuntern
  • bei Traurigkeit trösten
  • in depressiven Phasen spielt der Hund „Clown“ und muntert seinen Menschen auf
  • Nähe geben in depressiven Phasen und in manischen Phasen einschlafen helfen
  • in manischen Phasen darauf „bestehen“, dass der Mensch zu einer bestimmten Uhrzeit schlafen geht
  • bei Einschlafproblemen Nähe spenden und beruhigen
  • täglich an die Medikamenteneinnahme erinnern

Vor der Ausbildung wird für jeden Hund ein Trainingsplan mit den individuellen Aufgaben für seinen Menschen erstellt. Beginnt die Ausbildung mit einem Welpen, dauert es zirka zwei Jahre, bis der Hund ein fertiger Assistenzhund ist. Beginnt die Ausbildung mit einem bereits vorhandenen erwachsenen Hund, dauert es vier bis sechs Monate bis zur Assistenzhundeprüfung. Während dieser Zeit trifft sich der Hundehalter wöchentlich oder alle 14 Tage mit dem Assistenzhundetrainer um eine Stunde zu trainieren. Dabei wird stets auf die individuellen Bedürfnisse des Erkrankten eingegangen. Fühlt sich der Hundehalter z.B. wegen eines Wechsels nicht gut, kann das Training problemlos kurzfristig verschoben werden. Ist ihm während einer manischen Episode das Training mit vielen Umweltreizen z.B. in der Stadt nicht angenehm, wird das Training auf einen ruhigen Ort verlegt oder verschoben.

Mit bestandener Assistenzhundeprüfung ist der Hund offiziell als Assistenzhund anerkannt wie ein Blindenführhund und erhält damit auch alle Rechte eines solchen. Wie Blindenführhunde haben auch Bipolar-Assistenzhunde überall dort Zutritt, wo andere Hunde keinen Zutritt haben. Sie dürfen mit in öffentliche Gebäude, zu Ämtern, in Geschäfte, Supermärkte und zu Ärzten genommen werden. Bei Flugreisen dürfen sie kostenlos in der Kabine mit ihrem Partner reisen, und in Hotels dürfen Assistenzhunde kostenlos übernachten.

Durch ihre individuellen, gezielten Aufgaben können Bipolar-Assistenzhunde den Alltag erleichtern und einschränkende Situationen mildern.


Weitere Informationen erhalten Sie unter www.assistenzhunde-zentrum.de. Über die Postleitzahl- und Standortsuche kann man schnell und einfach einen qualifizierten Assistenzhundetrainer in der Nähe finden.

Fiona Schäfer (f.schaefer@assistenzhunde-zentrum.de)


 
 
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