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DGBS Newsletter: Ausgabe 4/2017

Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute wird es mal ernst.

Ein turbulenter Herbst liegt hinter uns, mit vielen, für uns in der einen oder anderen Weise wichtigen Ereignissen: der DGBS Jahrestagung und dem WPA-Kongress zum Beispiel, oder auch der Bundestagswahl. Deren Ausgang macht ja nun die Regierungsbildung nicht gerade einfach, und man kann nur hoffen, dass die Belange psychisch Kranker der Bedeutung angemessen im Koalitionsvertrag berücksichtigt werden. Nicht wenige dicke Bretter gibt es für die neue Regierung zu bohren, die sich ganz direkt auf die Versorgung auswirken werden: die mögliche Verabschiedung des Approbationsstudienganges Psychologische Psychotherapie zum Beispiel, oder aber die Feststellung der Personalbemessung im stationären Sektor als Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Letzteres klingt nach furchtbar ödem Verwaltungskram. Ist es auf der einen Seite auch. Auf der anderen Seite ist es von enormer Wichtigkeit für jeden, der aus welchem Grund auch immer (teil-)stationär in eine psychiatrische Klinik muss – denn diese Personalbemessung legt fest, wie viel Personal aus welchen Berufsgruppen idealer Weise in der Klinik arbeitet. Was heißt das?

Neben meiner Aufgabe im DGBS-Vorstand bin ich ja auch noch Direktor einer gar nicht so kleinen Universitätspsychiatrie, mit Versorgungssektor und ca. 180 Behandlungsplätzen. Wie alle anderen Kliniken auch, führen wir regelmäßig Patientenbefragungen durch. Neben (glücklicherweise) viel Lob kommt hier auch Kritik (was Sinn der Sache ist) und mit am Häufigsten wird genannt: zu wenig Einzelgespräche! Zu wenig Psychotherapie! Zu wenig Angehörigengespräche! Und ich muss sagen: es stimmt. Da stimme ich den Patienten voll und ganz zu. Das Problem ist nur, ich kann es nicht ändern. Die Personaldecke im Krankenhaus, und zwar incl. Ärzten und Psychologen, wird in der nunmehr über 25 Jahren alten PsychPV festgelegt, die Mindestwerte an Personal definiert und finanziert.

Darüber hinausgehend muss keine Klinik Personal vorhalten, und die Personalzuweisung legt nicht etwa der Leitende Arzt fest, sondern (Sie ahnen es): die Geschäftsführung, also Kaufleute. Während insgesamt in den Krankenhäusern in den letzten 25 Jahren die Zahl der Ärzte um mehr als 60% zugenommen hat, so hat sie in der Psychiatrie real sogar abgenommen – trotz Arbeitsverdichtung und enorm gestiegenem Dokumentationsaufwand. Was daraus resultiert, das merken Sie, die Patienten, am eigenen Leibe: viel weniger Zeit für die Patienten. Weder Ihnen noch uns Ärzten gefällt das! Nur, dass wir relativ wenig bis nichts daran akut ändern können. Der Prozess der Personalbemessung ist nun eine Chance, wie wir Therapeuten uns einbringen können, um neue (und bessere) Mindestvorgaben für Personal zu erreichen – aber wir sind eben nur ein „Player“ in diesem Spiel, in dem es ja letztlich um Sie geht.

Insofern kann ich Ihnen nur raten: bringen Sie sich ein! Wenn Sie Abgeordnete kennen – sprechen Sie diese an, was deren Partei oder Fraktion für psychisch Kranke tut! Wenn Sie sich als Vertreter einer Organisation in den Prozess des GB-A einbringen können, tun Sie das! Schreiben Sie Briefe, engagieren Sie sich, geben Sie den Patienten Stimme und Gesicht und sagen, was Sie sich wünschen für die Psychiatrie der Zukunft! Sie sind viele… en marche!

In diesem Sinne wünscht Ihnen einen aktiven Winter – und viel Spaß beim Lesen des Newsletters natürlich

Ihr
Andreas Reif
und die Newsletter-Redaktion

Inhaltsüberblick

Neues von der DGBS

  • DGBS Jahrestagung 2017: Rückblick
  • DGBS Jahrestagung 2018: Ausblick
  • DGBS Aretäus-Preis 2017
  • Jules-Angst-Forschungspreis 2017

Berichte aus den DGBS Referaten

  • Referat Versorgung: Neue DGBS-Gütesiegel verliehen
  • Referat Öffentlichkeitsarbeit: Bipolar Roadshow im Herbst 2017

DGBS Beratungsangebote

  • Bericht vom Seminar für DGBS-Beraterinnen und Berater im Oktober 2017
  • Ab Dezember 2017: DGBS Beratungstelefon auch am Samstag geschaltet

Wissenswertes

  • Aktuelle Studie in Mainz sucht Verwandte von Bipolar-I-Patienten
  • 50 Jahre BAG Selbsthilfe
  • Aktionsbündnis Seelische Gesundheit: Einladung zur Jahrestagung 2017

Die DGBS

  • Kennen Sie schon...?
  • Werden Sie Mitglied der DGBS!
  • Die DGBS ist auf Ihre Spende angewiesen
  • DGBS: Ziele und Entwicklungsschritte

Impressum

Neues von der DGBS

DGBS Jahrestagung 2017: Rückblick

Mit ca. 450 Teilnehmern war auch unsere 17. Jahrestagung in München und Haar gut besucht. Die Auftaktveranstaltung am Donnerstag Abend in Haar war sogar ausverkauft. Die Organisatoren der Tagung mussten wegen ungewöhnlich vieler kurzfristiger Absagen von Referentinnen und Referenten aus gesundheitlichen Gründen wiederholt ihr Improvisationstalent beweisen. Trotz dieser Umstände gelang uns ein rundes und interessantes Programm. Besonders gespannt waren viele auf die Buchlesung mit anschließender Diskussion von Thomas Melle, dessen Buch "Die Welt im Rücken" im vergangenen Jahr das Thema Bipolare Störung in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt hat. Fotos und Videos der Tagung werden demnächst auf unserer Website veröffentlicht. Jetzt schon können Sie auf dieser Seite die Präsentationen, Abstracts und Handouts ansehen, die von einigen Vortragenden eingeschickt wurden.

DGBS Jahrestagung 2018: Ausblick

Wie jedes Jahr gilt auch jetzt wieder der Satz: "Nach der Tagung ist vor der Tagung." Das heißt, es laufen bereits jetzt die Vorbereitungen für die Tagung 2018 an, die vom 6. bis 8. September 2018 in Hamburg stattfinden wird. Das Motto steht schon fest: "Bipo Home". Unter diesem etwas abstrakten Titel sollen Themen wie "Wo ist Bipolar-Sein zuhause?", "Was wird anders durch Hometreatment?" oder "Was muss sich verändern für Hometreatment?" behandelt werden. Sollten Sie Vorschläge für Symposien oder Workshops zu diesem Themenkreis haben, schicken Sie Ihre Ideen - am besten mit den Namen möglicher Referenten - per Mail an info@dgbs.de.

DGBS Aretäus-Preis 2017

Unser Aretäus-Preis für herausragendes Engagement im Thema Bipolare Störung wurde in diesem Jahr an Barbara Wagenblast und Horst Giesler verliehen. Beide haben sich über Jahre mit viel Herzblut für die Interessen der Angehörigen bipolar Erkrankter eingesetzt, waren im Vorstand der DGBS aktiv und führten mit den Seminaren für Angehörige das am meisten nachgefragte Angebot der DGBS ein. Lesen Sie die Laudatio von Stefanie Hubert (DGBS Referat Angehörige) auf dieser Seite.

Jules-Angst-Forschungspreis 2017

Erstmals wurde in diesem Jahr der neue DGBS-Wissenschaftspreis verliehen. Preisträgerin 2017 ist Frau Dr. Sarah Kittel-Schneider, die an der Psychiatrischen Universitätsklinik Frankfurt am Main zu Bipolaren Störungen forscht. Die mit 3.000.- Euro dotierte Auszeichnung wurde im Rahmen der Auftaktveranstaltung unserer Jahrestagung in München-Haar verliehen. Besonders gefreut hat uns, dass der Namensgeber des DGBS-Forschungspreises, Prof. Dr. Jules Angst, persönlich anwesend sein und den Preis überreichen konnte. Sehen Sie Fotos der Preisverleihung auf dieser Seite.

Berichte aus den DGBS Referaten

Referat Versorgung

DGBS Gütesiegel: Vier Kliniken neu ausgezeichnet, zehn rezertifiziert
Weitere vier Kliniken haben sich im vergangenen Jahr für die DGBS-Empfehlung beworben, wurden beurteilt und bekamen bei der Auftaktveranstaltung unserer Tagung 2017 in Haar bei München das Gütesiegel der DGBS verliehen:

  • Bezirkskrankenhaus Augsburg
  • Universitätsklinikum Mainz
  • Institut für Psychiatrische Phänomik und Genomik (IPPG) mit
    Universitätsklinikum der LMU München
  • Klinik für Spezielle Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie Stuttgart

Des Weiteren stand bei zehn Kliniken die Rezertifizierung an; d.h. es wird überprüft, ob die Angebote für bipolare Patienten und deren Angehörige weiter bestehen bzw. ausgebaut wurden. Bei folgenden Kliniken würde das DGBS Gütesiegel um weitere vier Jahre verlängert:

  • Vivantes Humboldt-Klinikum Berlin
  • LWL-Klinikum Bochum
  • Martin-Luther-Krankenhaus Bochum
  • LWL-Klinikum Dortmund
  • Universitätsklinikum Dresden
  • Klinik für Psychiatrie, Kliniken Essen-Mitte
  • Universitätsklinikum Göttingen
  • Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
  • Asklepios Klinik Hamburg-Harburg
  • Universitätsklinikum Würzburg

Referat Öffentlichkeitsarbeit

Bipolar Roadshow Herbst 2017 - eine Rückschau

Unser kulturelles Anti-Stigma- und Informationsprojekt wurde 2017 fortgesetzt: Beim diesjährigen Welt-Bipolar-Tag am 30. März in Frankfurt/M, mit einer Kurzfassung bei unserer Jahrestagung in München im September und fünf Veranstaltungen im Nord-Osten Deutschlands im Oktober. Sebastian Schlösser, dessen Buchlesung ein fester Bestandteil der Roadshow ist, zieht ein persönliches Resümee der herbstlichen Reise auf dieser Seite. Und ein kleines Fotoalbum und ein Video gibt es auch anzusehen.

DGBS Beratungsangebote

Bericht vom Seminar für DGBS-Beraterinnen und Berater im Oktober 2017

Eine fundierte und kompetente Beratung ist nur mit regelmäßiger Fortbildung und Supervision zu leisten. Deshalb veranstaltet die DGBS zwei Mal jährlich Seminare für ihre Beraterinnen und Berater. Vom letzten Seminar, das im Oktober 2017 in Berlin stattfand, berichtet die Teilnehmerin Nadja Stehlin auf dieser Seite.

Erweiterung unseres telefonischen Beratungsangebots

Der Bedarf ist groß und die Nachfrage nimmt immer noch zu: UnsereTelefonberatung wird so häufig nachgefragt, dass sich das Team entschlossen hat, ab Dezember 2017 auch am Samstag Sprechzeiten anzubieten. Lesen Sie mehr darüber mit einem Klick auf diesen Link.

Wissenswertes

Aktuelle Studie in Mainz

Wieder einmal bitten wir um die Beteiligung an einer Studie. Dieses Mal sind Angehörige von Bipolar-I-Patienten gefragt, die selbst nicht psychisch erkrankt sind. Mehr zu dieser Studie des Psychologischen Instituts der Universität Mainz erfahren Sie auf dieser Seite.

Jubiläum: 50 Jahre BAG Selbsthilfe

Seit 2010 ist die DGBS Mitglied bei der BAG Selbsthilfe, einem Dachverband für alle bundesweit tätigen Selbsthilfeorganisationen. Die BAG feierte in diesem Jahr ihr 50jähriges Bestehen mit einem festlichen Anlass in Berlin, bei dem auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach. Die DGBS war bei dem Festakt durch Martin Kolbe vertreten. Lesen Sie einen Rückblick auf die Veranstaltung in diesem PDF-Dokument.

Aktionsbündnis Seelische Gesundheit: Einladung zur Jahrestagung 2017

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit, das unter dem Dach der DGPPN mittlerweile 99 Vereine, Selbsthilfeverbände und Initiativen versammelt (natürlich auch die DGBS), lädt zur Jahrestagung in Berlin ein. Als Mitglieder der DGBS sind Sie herzlich willkommen! Unter anderem stellt Martin Kolbe das Konzept der Bipolar Roadshow vor als Beispiel für Anti-Stigma-Arbeit durch kulturelle Veranstaltungen. Die Tagung findet am 28. November 2017 von 11:00 bis 16:00 Uhr in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin-Mitte statt. Details entnehmen Sie bitte diesem PDF-Dokument.

Die DGBS

Kennen Sie schon...

...die umfassenden Informationen zu den Symptomen, dem Verlauf und möglichen Therapien bei Bipolaren Störungen auf unserer Website? Mit einem Klick auf diesen Link gelangen Sie direkt dorthin.

Die DGBS: Ziele und Entwicklungsschritte

Ein Überblick über die Ziele, die wir uns gesetzt haben, unsere Motivation und die bisherige Geschichte der DGBS. Weiterlesen...

Werden Sie Mitglied der DGBS!

Mit Ihrer Mitgliedschaft unterstützen Sie die Arbeit der DGBS und gewährleisten die Unabhängigkeit unserer Vereinigung. Nur so können wir weiterhin ein breites Informationsangebot über die Bipolare Störung anbieten und die Belange bipolar Erkrankter und ihrer Angehörigen vertreten. Weiterlesen...

Wir sind auf Ihre Unterstützung angewiesen

Fördern Sie unsere Arbeit mit einer Spende. Mit Ihrer Unterstützung gewährleisten Sie die Kontinuität unserer Arbeit. Weiterlesen...

Impressum

Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. (DGBS)

Postanschrift Geschäftsstelle:
DGBS
Klinik für Psychiatrie
Heinrich-Hoffmann-Straße 10
60528 Frankfurt am Main
Tel.: 0700 333 444 54 (12 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz, aus dem Mobilfunknetz z.T. deutlich höhere Gebühren)
Telefonzeiten: Dienstag und Donnerstag 13:00 bis 16:00 Uhr
E-Mail: info@dgbs.de
1. Vorsitzender: Prof. Dr. Martin Schäfer, Essen

Redaktion:

Prof. Dr. Andreas Reif (Chefredaktion)
Martin Kolbe
Barbara Wagenblast

Mitwirkende bei dieser Ausgabe:

Sebastian Schlösser
M. Sc. Eva Elisa Schneider
Nadja Stehlin

 

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