Kontrast

Jahrestagung 2013

Greifswald, 26. bis 28. September 2013

Bipolar - Leben im eigenen Rhythmus


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe DGBS-Mitglieder,

"Bipolar - Leben im eigenen Rhythmus" war das Motto der DGBS-Tagung 2013 in Greifswald. Unsere 13. Jahrestagung wurde in Zusammenarbeit mit dem Ev. Krankenhaus Bethanien für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Greifswald und den Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizinen Rostock bzw. Stralsund und Greifswald veranstaltet.

Die bipolare Erkrankung hat viel mit Rhythmus zu tun. Es gibt Höhen und Tiefen - manische und depressive Phasen. Immer wieder versuchen bipolar Betroffene, ihre Angehörigen, aber auch Behandler und Betreuer für Stabilität und "In-Takt-Bringen" zu sorgen. Dass dies auch angesichts der inneren Rhythmen, der zirkadianen Uhr, die verschiedene Hormone und Botenstoffe steuert, gar nicht so einfach ist, wissen Sie alle nur zu gut.

Wir gingen unter anderem der Frage nach, wie sich diese Rhythmizität bei der Bipolaren Störung zeigt und wie sie durch eigene mentale Kräfte, aber auch durch Unterstützung von außen in eine "normale" Bahn gebracht werden kann. Dabei wurden auch Methoden diskutiert, die über Psychopharmaka hinausgehen.

Mit ca. 450 Teilnehmern waren es zwar etwas weniger Besucher als in den letzten beiden Jahren, aber wir haben uns gefreut, dass so viele Gäste den Weg in das malerische und sonnige Greifswald gefunden haben. Letztlich war ja die Anfahrt aus dem Süden des Landes oder gar der Schweiz und Österreich sehr weit; besonders angesichts dessen war die Teilnehmerzahl ausgezeichnet und wir sind uns sicher, dass niemand den manchmal langen Anfahrtsweg bereut hat – ganz im Gegenteil.

Besonders beeindruckend war der Festvortrag von Prof. Dr. Jürgen Gallinat zum Thema "Wie stark ist mein Gehirn veränderbar? Struktur, Funktion und Kognition" am Eröffnungsabend. Prof. Gallinat zeigte in seinem Beitrag auf, wie das Gehirn auf Umwelteinflüsse reagiert und vor allem, wie man dies mit den modernen Methoden der Bildgebung (zum Beispiel der Kernspintomographie) auch beim Menschen darstellen kann. Besonders spannend waren hier seine aktuellen Studien zum Thema Computerspiele – jenseits der pauschalen Verdammung dieser Medien zeigten sich hier auch positive Effekte des (natürlich maßvollen) Gebrauchs. Faszinierend – wer weiß, ob dies nicht auch eines Tages therapeutisch eingesetzt werden kann?

Auch einige andere Fachvorträge konnten inhaltlich und auch bezüglich der Präsentation voll überzeugen. Prof. Dr. Johannes Thome aus der nahen Universitätsklinik Rostock berichtete, ganz im Thema des Kongresses, über die molekularen Grundlagen der biologischen Rhythmen. Ein hochinteressantes Forschungsgebiet – wie wird aus einzelnen Eiweißen eine innere Uhr gebildet? Und darüber hinausgehend, was tickt bei dieser Molekül-Uhr bei der Bipolaren Störung falsch? Dieser Frage nahm sich dann in einem weiteren Vortrag dann auch die Grande Dame der Chronobiologie, Prof. Dr. Anna Wirz-Justice an. Wer mehr über ihre Forschungen, aber auch die eigene innere Uhr erfahren möchte, der sei auf ihre Website verwiesen. Aber auch jenseits der Hauptthemen gab es eine Vielzahl von spannenden Vorträgen, so zum Beispiel der von Prof. Dr. Mazda Adli zum Thema „Stress und Depression“, ein Thema, das viele sehr bewegt und für viele war es sicherlich sehr erhellend, hier Näheres zu erfahren – nicht zuletzt, was der inflationär gebrauchte Begriff „Stress“ in diesem Zusammenhang überhaupt meint. Nach wie vor waren die vor kurzem veröffentlichten S3-Leitlinien Inhalt zahlreicher Vorträge, was die große Bedeutung dieses Mammutunternehmens, das von der DGBS maßgeblich mitgestaltet wurde, unterstreicht.

An dieser Stelle möchten wir auch den von Barbara Wagenblast angebotenen Workshop für Paare hervorheben, von denen ein Partner bipolar betroffen ist. Dass diese Veranstaltung im Nu ausgebucht war, zeigt uns, wie groß das Interesse an dieser Thematik ist und wir werden in Zukunft verstärkt darauf eingehen - eine nächste Veranstaltung ist bereits in Planung.

Wie immer war aber auch das soziale Rahmenprogramm und das damit verbundene Miteinander ein Highlight der Tagung. Die auf den Festvortrag folgende Aufführung "Orpheus" der Theatergruppe "Die Eckigen" berührte und bewegte wohl alle Anwesenden und endete mit stehenden Ovationen. Man muss es schon selbst mit erlebt haben, wie emotional die Darsteller den klassischen Stoff auf die Bühne gebracht haben unter dem Motto „Seht mich an!“ – was sicherlich an diesem Abend alle gemacht haben… Das Tagungsfest am Freitag war wie immer sehr gut besucht und bot nebst kulinarischen Genüssen ein mitreißendes Konzert des à-capella-Chores "Solala", der alles andere als „so la-la“, war sondern im Gegenteil allerbeste Unterhaltung. Einen ganz speziellen Akzent setzte zum Abschluss der Tagung Werner Holtmann mit seinen Gongs. Seine äußerst dynamische Performance bildete einen fast meditativen Ausklang nach einem dichten und teilweise sehr anspruchsvollen Kongressprogramm.

Die ersten Rückmeldungen zur Greifswalder Tagung sind sehr positiv und inspirieren uns jetzt schon, für die Jahrestagung in Würzburg vom 18. bis 20. September 2014 wieder ein interessantes und vielseitiges Programm zu erstellen. Das Motto der Tagung 2014 wird sein: "Bipolare Störung: Jetzt wird&#39s persönlich!"

Ihr Programm- und Organisationskomitee:
Prof. Dr. Georg Juckel (Bochum)
PD Dr. Jens Langosch (Greifswald)
PD Dr. Jacqueline Höppner (Rostock)
Prof. Dr. Hans-Jörg Grabe (Greifswald/Stralsund)
Prof. Dr. Martin Schäfer (Essen)
Prof. Dr. Dr. Michael Bauer (Dresden)
Dipl. Psych. Ute Krienke (Greifswald)
Dipl. Psych. Carolin Fruhriep (Greifswald)
Dietmar Geissler (Kempten)
Martin Kolbe (Zürich)
Daniela Reznicsek (Dresden)
Regina Schoenfeld (Hamburg)
Siegrun Schreiber (Neubrandenburg)
Julia Stolpp (Tübingen)

Programm der Jahrestagung 2013

Eröffnungsveranstaltung

  • Festvortrag von Prof. Dr. Jürgen Gallinat (Berlin): Wie stark ist mein Gehirn veränderbar? Struktur, Funktion und Kognition
  • Theateraufführung "Orpheus" der Theatergruppe "Die Eckigen"

Symposien

  • Rhythmus und Verlauf
  • Rhythmik, Psychotherapie, Peerarbeit und Stigma
  • Emotion im Rhythmus des Lebens
  • Neues aus der Hanse: Evaluation neuer therapeutischer Angebote
  • Leben mit Bipolarer Störung - zum Umgang mit pharmakologischer Erhaltungstherapie und Phasenprophylaxe
  • Neue Aspekte der Behandlung von Unruhezuständen bei Bipolarer Störung
  • Erfahrungen mit Peer-Arbeit: Psychenet Projekt Hamburg
  • Negativsymptomatik bei Bipolarer und schizophrener Störung
  • Neurobiologie und Bipolare Störungen
  • Biologische und andere Zusatztherapien
  • Podiumsdiskussion zum neuen Entgeltsystem Psychiatrie
  • Bipolar und Sucht
  • Was ist eine zeitgemäße Versorgung für bipolar Betroffene? (DGBS Referat Versorgung)
  • Lernort Trialog, diesmal aus Angehörigensicht

Workshops

  • Was kann Phasenprophylaxe?
  • Stimmungsstabilisierer Schlaf?
  • Früherkennung und Frühbehandlung
  • Partnerschaft trotz Bipolarer Störung (Anmeldung erforderlich)
  • Internetbasierte Psychoedukation
  • Recovery: Ist die Bipolare Störung grundsätzlich unheilbar?
  • Selbsthilfenetzwerk der DGBS
  • Psychopharmakologie
  • Eulen und Lerchen: Schlaf und Bipolare Störungen
  • IPSRT: Interpersonelle soziale Rhythmustherapie

Meet-the-Expert Sessions

  • Profis stehen Rede und Antwort
  • Experten in eigener Sache
  • Lithium

Abschlussveranstaltung

  • Bipolar und Migration
  • Bipolar und ADHS
  • Gongs und Percussion mit Werner Holtmann


Referenten (u.a.)

  • Prof. Dr. Hans-Jörg Assion, Dortmund
  • Dr. Thomas Aubel, Dortmund
  • Prof. Dr. Dr. Michael Bauer, Dresden
  • Prof. Dr. Thomas Bock, Hamburg
  • Prof. Dr. Jürgen Gallinat, Berlin
  • Dietmar Geissler, Kempten
  • Prof. Dr. Hans-Jörgen Grabe, Greifswald
  • Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Leipzig
  • PD Dr. Jaqueline Höppner, Rostock
  • Prof. Dr. Georg Juckel, Bochum
  • Martin Kolbe, Zürich
  • PD Dr. Jens M. Langosch, Greifswald
  • Prof. Dr. Bruno Müller-Oerlinghausen, Berlin
  • Prof. Dr. Martin Schäfer, Essen
  • PD Dr. Harald Scherk, Osnabrück
  • Siegrun Schreiber, Neubrandenburg
  • Prof. Dr. Dr. Johannes Thome, Rostock
  • Barbara Wagenblast, Rielasingen-Worblingen

Rahmenprogramm

  • Get-together, 26. 09. 2013
  • Tagungsfest, 27. 09. 2013
  • Bipolar Lounge
  • Forumstreffen Bipolar-Forum.de

Veranstaltungsort

Stadthalle Greifswald
Robert-Blum-Straße
17489

Programmheft zum Download
Flyer der Veranstaltung zum Download
Plakat zum Download




Greifswald, 26. bis 28. September 2013

Präsentationen, Handouts und Abstracts einzelner Veranstaltungen


Auch in diesem Jahr haben uns zahlreiche Referenten freundlicherweise ihre Unterlagen überlassen, die Sie im Folgenden als Download beziehen können. Herzlichen Dank dafür! Bitte beachten Sie: das Copyright liegt bei den jeweiligen Autoren.

Donnerstag, 26. September 2013

Eröffnungsveranstaltung

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Freitag, 27. September 2013

Symposium I: Rhythmus und Verlauf

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Symposium II: Rhythmik, Psychotherapie, Peerarbeit und Stigma

Thomas Bock: Hoher Stellenwert für Psychotherapie und Peerarbeit in den S3-Leitlinien - wie umsetzen?
Georg Schomerus: Stigmatisierung psychischer Erkrankungen, Schwerpunkt Bipolar

Symposium III: Emotion im Rhythmus des Lebens

Michael Bauer: Bipolare Störungen - was gibt es Neues in der Therapie?

Symposium IV: Neues aus der Hanse: Evaluation neuer therapeutischer Angebote

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Symposium V: Leben mit Bipolarer Störung - zum Umgang mit pharmakologischer Erhaltungstherapie

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Symposium VI: Neue Aspekte der Behandlung von Unruhezuständen bei Bipolarer Störung

Georg Juckel: Akute und Notfallsituationen bei Patienten mit einer Bipolaren Störung
Marc-Andreas Edel: Mentale Strategien und Entspannungsverfahren als Teil der Behandlung von Unruhezuständen

Symposium VII: Lernort Trialog, diesmal aus Angehörigensicht

Karl-Heinz Möhrmann: Erfahrungen aus der Angehörigenselbsthilfe
Stefanie Hubert: DGBS - Blick nach vorne
Hans-Jochen Schwedler: Lernort Trialog (Abstract)
Hans-Jochen Schwedler: Lernort Trialog (Präsentation)

Symposium VIII: Erfahrungen mit Peerarbeit - Psychenet Projekt Hamburg

Stefanie Stopat: Praktische Arbeit und Inklusion als Genesungsbegleitung im Krankenhaus, Sicht einer Betroffenen
Suzan Bolkan: Erfahrungen einer Angehörigen - auf Augenhöhe als Beraterin im Albertinen Krankenhaus
Thomas Bock, Candelaria Mahlke: Akzeptanz und Resonanz beim Aufbau flächendeckender Peerberatung

Symposium IX: Negativsymptomatik bei Bipolarer und schizophrener Störung

Georg Juckel: Nach der Kraepelinschen Dichotomie - Klinik und Neurobiologie von sogenannten negativen Symptomen

Workshop 1: Was kann Phasenprophylaxe? Wo sind die Grenzen?

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Meet-the-Expert I: Psychopharmakotherapie

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Workshop 2: Stimmungsstabilisierender Schlaf?

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Samstag, 28. September 2013

Symposium X: Was ist eine zeitgemäße Versorgung für bipolar Betroffene?

Hans-Jörg Assion: Optimale Versorgung

Symposium XI: Neurobiologie und Bipolare Störungen

Hans-Jörgen Grabe: Genetik affektiver Störungen
Michael Bauer: Einsatz und Wirkung von Schilddrüsenhormonen

Symposium XII: Bipolar und Sucht

Michael Lucht: Bipolar und Alkoholabhängigkeit (Abstract)

Workshop 3: Internetbasierte Psychoedukation

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Meet-the-Expert II: Experten in eigener Sache

Rückblickende Zusammenfassung

Workshop 4: Beziehung und Partnerschaft unter dem Einfluss Bipolarer Störung

Britta Bernhard, Stephan Glismann: Belastungen in der Paarbeziehung
Kerstin Blome, Sebastian Schlösser: Mediation als Weg der Interessenklärung zwischen Betroffenen, Angehörigen und Ärzten

Symposium XIII: Podiumsdiskussion wurde abgesagt

Symposium XIV: Biologische und andere Zusatztherapien

Hubertus Deimel: Körperliche Aktivität bei Bipolaren Störungen

Meet-the-Expert III: Lithium

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Workshop 5: IPSRT - Interpersonelle und soziale Rhythmustherapie

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Workshop 6: Recovery - Ist die Bipolare Störung grundsätzlich unheilbar?

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Abschlussveranstaltung

Hans-Jörg Assion: Bipolare Störungen und Migrationshintergrund

News

12.06.2020Befragung zu den psychosozialen Folgen der COVID-19…

Diese Befragung des Deutschen Instituts für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP) an der Katholischen Hochschule NRW bezieht sich auf die psychosozialen [… weiterlesen]
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