Kontrast

Patientenrechte

„Welche Rechte habe ich als Patient, gerade auch im Fall einer Zwangsunterbringung in einer Klinik nach dem PsychKG?“ *

Mit „PsychKG“ wird „Gesetz für Psychisch Kranke“ abgekürzt. Die Länder der Bundesrepublik Deutschland haben jeweils unterschiedliche Gesetze zur Unterbringung bzw. Zwangseinweisung erlassen. Auf Wikipedia findet man eine übersichtliche Zusammenfassung der Landesgesetze: Wikipedia

„Unterbringung“ oder „Zwangseinweisung“ bedeutet: Ein psychisch erkrankter Mensch wird gegen seinen erklärten Willen, ohne eigene Einwilligung oder mangels Einwilligungsfähigkeit durch ein Gericht in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen oder muss dort bleiben.

Die Grenzen, innerhalb derer eine „Zwangseinweisung“ oder „Unterbringung“ nach dem PsychKG erfolgen darf, sind eng gesteckt; streng genommen gibt es nur zwei Begründungen für eine „Unterbringung“ in einem psychiatrischen Krankenhaus:

  1. die akute und erhebliche Eigengefährdung des betroffenen Menschen (z.B. die akute Selbsttötungsgefahr)
  2. die akute und erhebliche Fremdgefährdung, das heißt, von dem psychisch erkrankten Menschen muss eine akute und erhebliche Gefahr für andere Menschen oder für die öffentliche Ordnung und Sicherheit ausgehen

Wie kann ich eine Zwangseinweisung verhindern?

Rückfallvorbeugung und sofortiges Reagieren, wenn Frühwarnzeichen auftreten, können Unterbringungen in einem psychiatrischen Krankenhaus am wirksamsten vermeiden.

„Welche Rechte habe ich als Patient, was die ärztliche Schweigepflicht angeht?“

Sie selbst bestimmen, wer und in welchem Ausmaß Informationen über Ihren momentanen Zustand erhält und in welchem Umfang in die Behandlung mit einbezogen wird. Wir möchten Ihnen jedoch raten, Ihre Angehörigen in vollem Umfang mit einzubeziehen. Deren Sicht auf die Dinge und das Vorgefallene kann dem behandelnden Arzt helfen, eine objektive Einschätzung der Situation zu erlangen und die geeigneten Behandlungsmaßnahmen einzuleiten. Auch der weitere Verlauf der Therapie kann durch diesen Trialog (Begegnung auf Augenhöhe von Betroffenem, Angehörigen und Therapeut) nur gewinnen.

Mit einer Patientenverfügung können Sie im Vornherein festlegen, wie im Ernstfall vorgegangen werden soll. Dies bewahrt Sie auch vor unliebsamen Überraschungen in der Klinik.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors zu Teilen dem Buch „Leben mit Bipolaren Störungen“ von Prof. Dr. Peter Bräunig entnommen.
Erschienen 2009 im Trias Verlag, ISBN 978-3830435252
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* Hinweis: Diese Angaben beziehen sich nur auf Deutschland. In Österreich und der Schweiz gelten möglicherweise andere Bestimmungen.
 

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